Kollaboration

Kollaboration im und mit dem Internet

 

 

Das gesamte Dokument als PDF-Datei zum Download: was_ist_web_2_0.pdf (24 Seiten, 124 KB)

„Collaborate or perish“, also “Arbeitet gemeinsam oder geht unter” proklamieren Dan Tappscott und Anthony Williams in Ihrem Buch Wikinomics [Tapscott und Williams, 2006]. Die Auswirkungen von Web 2.0 für Gesellschaft und Wirtschaft scheinen tatsächlich enorm zu sein. Daher lohnt ein Blick auf die Art und Weise, wie das Internet die Zusammenarbeit unterstützen kann.

Das erstaunliche ist, dass über das Internet eine Vielzahl von Menschen zusammenfinden und auf freiwilliger Basis wahrhaft Großes vollbringen. Das schon angesprochene Betriebssystem Linux als einzig ernsthafter Mitbewerber der entsprechenden Produkte von Micorsoft oder die Online-Enzyklopädie Wikipedia sind nur zwei von zahlreichen Beispielen. Aber warum machen die Menschen das nur? Kein Chef, der antreibt, kein – zumindest in direktem Zusammenhang stehender – finanzieller Gewinn können als Erklärung für das Engagement herhalten.

Die Motivationen der Menschen sind vielschichtig und hängen oft von der Art der freiwillig geleisteten Arbeit ab. Autoren von Wikipedia haben oft das Bedürfnis, ein spezielles Thema – mit dem sie beruflich oder als Hobby zu tun haben zu fördern. Nicht selten nutzen Wissenschaftler diese Plattform, um durch Beiträge für ihr Arbeitsgebiet zu werben. Für eine Teilnahme an Open Source-Projekten dagegen scheinen interessante Aufgaben- oder Problemstellungen für Entwickler Anreiz genug zu sein.

Doch so ganz selbstlos muss ein Engagement in offenen Projekten nicht sein. So läßt sich mit den genannten Mitteln die eigene Reputation bzw. ein persönliches Netzwerk zu bestimten Themen aufbauen. Das gezielt gesteuerte Online-Image zur Selbstvermarktung ist stark im Kommen. Konkret bedeutet das, ein Engegament auf (bestimmten) Web 2.0-Plattformen kann druchaus einen wirtschaftlichen Vorteil bringen, sei es bei der Jobsuche oder der Akquise neuer Kunden.

Die Kollabarotion findet dabei auf mehreren Ebenen statt.

  • Zwischen einzelnen Menschen die sich finden, um gemeinsame Interessen zu teilen. Das große Spielfeld der Foren, Wikis und Social Communities.
  • Zwischen Menschen und Firmen (B2C, Business to Consumer). So zum Beispiel, wenn Firmen die eigenen Kunden zur Entwicklung oder Verbesserung ihrer Produkte einsetzen.
  • Zwischen Firmen (B2B, Business to Business) im Falle von Partnernetzen. In der Automobilindustrie haben sich bereits verschiedenste Modelle der internetbasierten Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Zulieferer etabliert.
  • Zwischen Menschen / Firmen und Systemen. Zahlreiche Firmen wie Amazon oder Ebay bieten über technsiche API’s (API = Application Programming Interface, Programmierschnittstelle) Zugriffe auf ihre Geschäftspozesse ab. Diese lassen sich von Jedermann nutzen und zu neuen Anwendungen frei kombinieren. Hier stehen wir erst am Beginn einer neuen Entwicklung, die zahlreiche neue Geschäftsmodelle hervorbringen wird.

Wie und womit aber eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Internet initiiert werden kann, um zum Beispiel ein bestimmtes Ziel zu erreichen, hängt weniger von der Technik ab. Die Werkzeuge stehen zur Verfügung und können meist „von der Stange“ und ohne großen finanziellen Aufwand genutzt werden. Spannender ist da schon eher, Menschen für das eigenen Thema zu begeistern und zur Mitarbeit zu bewegen. Das wird meistens über Incentives zu erreichen sein, die aber nicht unbedingt monetärer Natur sein müssen.

Bei der Produktentwicklung wird sicherlich die emotionale Bindung der Kunden zum Produkt eine Rolle spielen. Man wird für ein Auto oder ein Mobiltelefon eher Leute finden, die Versesserungsvorschläge machen, als für Dinge des täglichen Bedarfs. Aber selbst dort gibt es sehr erfolgreiche Beispiele wie der Corporate Blog des Tiefkühlkostherstellers Frosta (http://www.frostablog.de/), der darüber unter anderem Rezeptvoschläge oder –verbesserungen der Kunden erhält. Bei Social Communities ist es eben die soziale Komponente, die Menschen dazu bewegt, sich auf diesen Plattformen zu engagieren. Sie finden Gleichgesinnte zum Austausch von Erfahrungen, Ideen oder ganz konkrete Unterstützung.

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