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Piwik als Alternative zu Google Analytics?

Donnerstag, April 14th, 2011

Auf dem vergangenen emetrics summit (Zusammenfassung von Tag 1 und Tag 2) in München zog sich das Thema Datenschutz wie ein roter Faden durch die gesamte Konferenz. Bei Datenschützern besonders umstritten ist dabei das Webanalysetool von Google: Google Analytics. Allerdings kommen auch die Tools anderer Anbieter bei den Datenschützern nicht unbedingt gut weg.

In einem Vortrag einer Vertreterin vom ULD (Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein) wurde lediglich ein Tool für den Einsatz in der Webanalyse empfohlen: Piwik. Der Einsatz von Piwik ist aber nicht per se datenschutzkonform, auch in diesem Fall gibt es einiges zu beachten.

In seinem Blogpost “Webanalyse mit Piwik datenschutzkonform” fasst Markus Vollmert (www.econtrolling.de) die Vor- und Nachteile eines Einsatz von Piwik zusammen. Weiterhin beschreibt er, wie Piwik anzupassen ist, damit die Anforderungen des Datenschutzes auch erfüllt werden. Ein lesenswerter Artikel für alle, die darüber nachdenken, Piwik einzusetzen.

Review des 2. Tages des emetrics summit 2011

Freitag, April 8th, 2011

Verbindung Offline-Kampagnen mit der Online-Welt

Den zweiten Konferenztag eröffnete Alessandro Agostini mit einen Vortrag über den Einfluss von Offline-Kampagnen auf die Online-Medien. Klassische Radio- oder TV-Werbung kann – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – einen erheblichen Einfluss auf die Online-Medien haben.

Einleitendes Beispiel war Vodafon Italien, die über 5 Jahre hinweg ihren TV-Spot mit dem Claim „Life is now“ schalteten. Den Ausführungen von Agostini nach hatte Vodafone allerdings versäumt, ihre Webseiten für Suchmaschinen auf diesen Claim hin auszurichten. Die Kampgane erzeugte allerdings ein recht großes Suchvolumen für diesen Claim, den dann aber ein sehr kleiner Anbieter für sich nutzen konnte. Er optimierte seine Webseiten auf diesen Claim. Sozusagen ein erfolgreicher Trittbrettfahrer.

Weitere Beispiele von fehlgeleiteten Suchanfragen bezogen sich auf Ähnlichkeiten bei Firmennamen oder fehlerhafte Schreibweisen. Über Jahre antrainiertes Verhalten bei den Nutzern führt vor allem bei Ähnlichkeiten im Firmennamen dazu, dass die Suchergebnisse in die Irre führen können. Agostini ging in seinen Besipielen sehr tief ins Detail und wertete das Verhalten der Websitebesucher ja nach Keyword bis auf die jeweiligen Bouncerates oder Conversionrates aus.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich aber, dass eine optimale Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Abteilungen eines Hauses nicht immer einfach ist. Die Abstimmung zwischen klassischem Marketing und Onlinemarketing hört sich einfacher an als sie ist.

Was bringt ein Like?

Der nächste Vortrag versuchte die Frage zu beantworten, was ein Like, ein Fan oder ein Follower wert ist. Die ernüchternde Antwort von Markus Pohlmann (Mavens) auf diese Frage lautete erst mal: nichts. Damit war er mir ja gleich sympathisch. Pohlmann ist eindeutig ein Profi und seine kritische Haltung einem blinden Engagement von Firmen in Sozialen Medien gegenüber schien seiner Faszination diesen Medien gegenüber aber keinen Abbruch zu tun.

Er warnte davor, die Kommunikation einer Firma völlig aus der Hand zu geben und Plattformen anzuvertrauen, die sehr starken Modeschwankungen unterliegen. Facebook wird zwar nicht gleich wieder verschwinden, aber der Markt ist schnelllebig und die Karawane auch schnell wieder weitergezogen. Er plädierte auf eine sehr direkte Art („Was soll der ganze Scheiß?“) dafür, sich von der reinen Toolsicht zu lösen. Statt dessen empfiehlt er die Entwicklung von Kommunikationskonzepten, die die jeweiligen Tools für die eigenen Zwecken nutzen, ohne sich davon abhängig zu machen. Denn was ihn an all diesen Tools und Plattformen fasziniert ist eine Standardisierung der Kommunikation. Und genau darin sieht er für Unternehmen die riesen Chance.

Auch er ging im Laufe seines Vortrags sehr ins Detail und stellte ein Modell vor, auf Basis von eines TKP einen monetären Wert eines Kontakts in Facebook, Twitter oder sonst wo abzuleiten. Es lässt sich natürlich trefflich darüber streiten, ob das Modell so funktioniert, es gibt aber immerhin einen Anhaltspunkt, das Engagement in Sozialen Medien überhaupt zu bewerten. Seine Herleitung erschien zumindest plausibel.

Teilnehmerdiskussion zum Reifegradmodell der Webanalyse

Der nächste Programmpunkt war die für die emetrics typische Teilnehmerdiskussion. Die Konferenzteilnehmer sollten unter sich darüber diskutieren, auf welchen Level im Reifegradmodell der Webanalyse sich ihr Unternehmen befindet.  Ich habe mir diesen Teil ehrlicherweise verkniffen und wie viele andere auch den Saal verlassen. Dafür haben wir aber auch ordentlich vom Moderator Ossi Urchs geschimpft bekommen.

Ich halte das Reifegradmodell für sehr sinnvoll, eine Diskussion im deutschsprachigen Raum aber noch für verfrüht. Der Wert der Webanalyse als eigenständige Disziplin im Online-Marketing wird von vielen Unternehmen gerade erst erkannt, da passt eine Diskussion über das Reifegradmodell meines Erachtens noch gar nicht. Im englischsprachigen Raum mag das sicherlich anders sein.

Meiner Erfahrung nach befinden sich die meisten Firmen im ersten Level, dem Reporting. Die weiteren Level des Reifegradmodells in der Webanalyse lauten Benchmarking, Site Optimierung, Dynamische Promotion und Marketing Optimierung. Das Reifegradmodell ist allerdings einen eigenen Beitrag wert.

Wie sieht unsere Zielgruppe überhaupt aus?

Die Diskrepanz zwischen einer Zielgruppe aus Marketingsicht und der vermutlich völlig anders erscheinenden Realtität arbeiteten Claus Eulgem von der Asstel Versicherung und Andre Morys von der Firma WebArts heraus. Wer sich zu sehr von seinen eigenen Vorstellungen leiten lässt und die Realitäten außer Acht lässt, wir kaum Erfolg haben. Ein weiteres Problem: wir können nur die Besucher messen, die zu uns kommen. Über die Menschen, die  nicht zu uns auf die Webseite kommen, können wir dagegen nichts in Erfahrung bringen und deren (fehlende) Motivation ist mindestens genauso interessant. Andre Morys stellte die streitbare These auf, dass  die Vorstellungen der Marketingexperten der größte Conversion-Killer im Netz ist.

Als konkretes Beispiel wurde ein vertonter Beitragsrechner vorgestellt, den die Asstel auf ihrer Webseite einsetzt. Das Ergebnis eines Usability-Tests ergab eindeutig, dass die Nutzer die sofort startende Unterstützung  per Ton störte.  Völlig entgegengesetzt das Ergebnis der Webanalyse: Dies zeigt bei dwer vertonten Variante eine deutlich höhere Conversionsrate. Wie der Kollege von der Asstel so nett meinte, aufgrund dieses Ergebnisses hätten sie den Ton lauter machen müssen.

Bemerkenswert fand ich, dass mir auf einem Webanalyse-Kongress nun mehrfach Verweise auf die Methodik und Prozesse des Projektmanagements und der Qualitätssicherung auffielen. Um die Irrwege durch eigene Vorstellungen zu vermeiden griff Morys auf eine bereits 25 Jahre alte Methode zurück, die scheinbar dem six sigma Konzept entstammt: dem DMAIC-Zyklus.

Der DMAIC-Zyklus beschreibt ein sehr strukturiertes Vorgehen in fünf Schritten:

  • Define, das Problem definieren
  • Measure, den IST-Zustand messen
  • Analyse, Die Ursachen verstehen
  • Improve, eine Lösung für das Problem finden
  • Control, die Verbesserung (oder Verschlechterung) messen

Es scheint so zu sein, dass sich eine gewisse Methodik und Prozess-Orientierung im Onlnemarketing und der Webanalyse herausbildet.

Der Dauerbrenner schlechthin: Datenschutz

Den Abschluss der Konferenz bildete ein Vortrag zum Thema Datenschutz. Eine Einführung in das nicht ganz einfache Thema bot Martin Schirmbacher, Fachanwalt für IT-Recht. Datenschutz aus Sicht einer zuständigen Behörde erklärte Kirsten Bock vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) aus Schleswig Holstein.

Auf die einzelnen vorgestellten Punkte möchte an dieser Stelle gar nicht eingehen, mehr meinen Eindruck schildern. Erwartungsgemäß beharkten sich in der nach dem Vortrag stattfindenden Diskussion die unterschiedlichsten Interessensgruppen. Dazu zählen die Toolhersteller (etwas isoliert die Vertreter von Google Analytics), die Vertreterin der Datenschutzbehörde sowie der Anwalt. Man stritt zum Schluss ur noch darüber, wer wann mit wem was besprochen bzw. was gesagt hatte. Dauerstreitpunkt ist und bleibt zum Beispiel die Frage, ob eine IP-Adresse ein personenbezogenes Datum ist oder nicht.

Auf der Strecke bleiben meiner Ansicht die Anwender, sprich die Unternehmen, die eigentlich nur Webanalyse zugunsten ihres Geschäfts einsetzen möchten. Die Wenigsten dürften durch kriminelle Energie angetrieben sein, sondern sie wollen nichts weiter, als einen rechtssicheren Rahmen. Einen großen Vorteil haben meines Erachtens große Firmen oder Konzerne, die sich dank ihrer eigenen Rechtsabteilungen zu helfen wissen. Kleine und mittlere Unterrnehmen (vor allem Existenzgründer) dagegen sind den unklaren Rahmenbedingungen ausgeliefert. Frau Bock ließ keinen Zweifel daran, gegen wen sich die Behörden richten werden, sollten der Rechtsrahmen ihnen die Möglichkeiten dazu an die Hand geben: gegen Webseitenbetreiber und Anwender.

Ergebnis der Diskussion also weiterhin offen.

Soviel zu 2 Tagen Online-Marketing und Webanalyse auf dem emetrics summit 2011 in München. Ich werde schauen, dass ich noch einen deutlcih kürzer Beitrag mit einer Art Fazit veröffentlichen werde.

Review des ersten Tages des emetrics summit 2011

Ausführliches Review des ersten Tages des emetrics summit 2011

Donnerstag, April 7th, 2011

Am 5. und 6. April fand in München der emetrics summit statt, die jährliche Konferenz zum Thema Webanalyse. Wie jedes Jahr parallel zur SMX, der Konferenz der Suchmaschinenoptimierer. Auch wenn die Zahl der Besucher der emetrics stetig steigt, grob geschätzt waren es 200 Teilnehmer, erscheint der emetrics summit immer noch als Anhängsel der SMX. Das Interesse an SEO ist ungebrochen, für Webanalysten aber nur ein zu überwachender Kanal von vielen. Ich bin mir sicher, das Verhältnis wird sich in den kommenden Jahren umkehren ;-)

Am ersten Tag zeichnete sich bereits ab, das es keine grundlegenden Neuerungen oder neue Trends in der Webanalyse gibt. Die Diskussionen drehen sich um die bekannten Themen wie das Reifegrad-Modell (vom Reporting zu einer echten Analyse der Daten) sowie dem stets presenten Datenschutz.

Keynote von Jim Sterne

Eröffnet wurde die Konferenz wie üblich von Jim Sterne, dem Godfather of Webanalytics. Er zeichnete das große Bild und stellte den Menschen in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen (The Human Side of Analytics). Er bot einen historischen Abriss der technischen Entwicklung der Webanalyse, vom linux-basierten grep-Tool zur Analyse von Server-Logfiles bis hin zu den modernen Lösungen. Diese Entwicklung ging einher von einer reinen datenzentrierten Sicht hin zu Fragestellungen, die sich vom jeweiligen Geschäftsmodell und der damit verbunden Zielsetzung ableiten. Diesen Idealzustand nennt er schließlich Integrated Marketing. Im Grundgerüst seines Marketingmodells erkennt man unschwer das altbekannte AIDA-Modell, bei ihm Awareness, Interest, Evaluation und Negotiation (siehe auch den Beitrag ).

Aktivitäten der Webanalytics Association (WAA) in Deutschland

Im Anschluss daran gab Matthias Bettag als Vorsitzender des deutschen Ablegers der Webanalytics Association (WAA) einen Überblick über die Aktivitäten des letzten Jahres. Die Webanalytics Association ist eine Art internationaler Berufsverband der Webanalysten. Einer der Mitgbegründer des Verbands ist unter anderem Jim Sterne.

Webanalyse im Online-Blumenhandel

Nach einem kurzen Sponsorenvortrag folgte eine um so spannendere Präsentation des Online-Blumenversands Valentins, eine geschäftliche Aktivität aus dem Hause Burda. Manchen Branchen traut man nicht zu, dass dort richtig Geld zu verdienen ist. Aber der Blumenhandel ist in Deutschland ein Markt von immerhin 3,2 Mrd. Euro, dabei fallen 10 % auf den Onlinehandel.

Die beiden VortragendenMichael Witzenleiter und Dominik Multhaupt zeigten anschaulich, wie die Daten aus der Webanalyse halfen, die Bestandskunden und ihr Verhalten besser zu verstehen. Das Geschäft ist extrem Anlassgetrieben und die Webanalyse half zum Beispiel, einen Anlass zu identifizieren, den die Betreiber nicht auf dem Radar hatten: den Weltfrauentag in Ostdeutschland (der Valentinstag ist dagegen in den neuen Bundesländern nicht so wichtig). Ein weiteres Ergebnis der Analyse auf Basis von Nutzersegmenten (endlich mal ein Beispiel einer angewandten Segmentierung) war die Einführung sogenannter nonfloraler Geschenke für die männliche Zielgruppe. Der Erfolg des Angebots von Bier mit personalisierten Etiketten führte zu eigener eigenen Plattform für diese Art von (männlichen) Geschenken.

Bemerkenswert noch die Tatsache, dass man sich bei Valentins anstatt auf Neukundengewinnung deutlich stärker auf die Bestandskunden konzentriert. Findet sich übrigens auch in Seth Godins Buch “Permission Marketing”, in dem er die These aufstellt, dass die Gewinnung eines Neukunden mit deutlich mehr Aufwand verbunden ist, als einen Bestandskunden zu halten.

Weiterhin ist erwähnenswert, dass der Verkauf von Blumen über mobile Endgeräte erstaunlich erfolgreich läuft. Eine eigene App mit Erinnerungsfunktion für Festtage oder Geburtstage hilft zudem, Kunden zu binden. Diese Kundenbindungsmaßnahmen werden dann noch durch ein sehr ausgeklügeltes Newsletter-Konzept unterstützt. Newsletter sind ein inzwischen oft vernachlässigtes Werkzeug, um sich bei Kunden in Erinnerung zu rufen.

Strukturiertes Vorgehen in der Webanalyse

Der nächste Vortrag wurde von Andreas Rembow und Michael Buschmann von der Deutschen Telekom bestritten. Die Internetauftritte innerhalb eines so großen Konzerns auch nur annähernd auf eine Linie zu bringen, ist vermutlich eine Herkulesaufgabe. Ich arbeite in einem sehr viel kleineren und überschaubareren Umfeld und da funktioniert es schon nicht immer. Marketing- und Vertriebsleute sind mit ihren Aktionen oft sehr kreativ und noch öfter ungeduldig. Kein Wunder also, dass die beiden ein sehr strukturiertes Vorgehen präsentierten, was mich sehr stark an die Prozesse im Projektmanagement erinnert.

So stellen sie jeder Aktivität eine IST-Analyse voran, zu der auch eine Stakeholder-Analyse gehört. Stakeholder sind alle diejenigen, die direkt oder indirekt ein Interesse an einer Maßnahme haben. Der allgegenwärtige Datenschutz (bzw. der jeweilige Datenschutzbeauftragte in Person) ist ein solcher, sehr starker Stakeholder.

Ansonsten stellten auch die Kollegen von der Deutschen Telekom eine Strukturierung vor, die auf einer Dreiteilung beruht: Traffic, Conversion und Retention. Auch hier findet sich wieder die Einteilung in Reichweite (= Traffic), Interesse und Aktion (Conversion) und Kundenbindung (= Retention). Im AIDA-Modell trennt sich lediglich die hier bezeichnete Conversion in Interest und Action.

Im Hinblick auf Webanalyse interessant ist diese Einteilung, weil jedem dieser Bereiche die entsprechenden Tools und KPI’s zugeteilt werden. Webanalysetools werden hauptsächlich für das Controlling der Conversion eingesetzt, in der Kundenbindung sind dies dann eher CRM-Systeme (CRM = Customer Relationship Management).

Zur Sprache kam auch das Abmanagement (für mich ein neuer Begriff) bestehender Systeme. Die Empfehlung war hier ganz klar, nicht zu viel Wert auf historische Daten zu legen. Für aktuelle Optimierungen spielen diese überhaupt keine Rolle und sind auf CD oder DVD im Regal am Besten aufgehoben.

Webanalyse als interne Dienstleistung bei IBM

Einblicke in die Webanalyse, wie sie ein Weltkonzern wie IBM betreibt, gab Klaus Johannes Rusch, Mitarbeiter der Global Services im Bereich Webanalyse des Konzerns. Im Gedächtnis hat man sicher noch die Übernahmen der Toolanbieter Coremetrics und UNICA durch IBM. In diesem Vortrag ging es aber darum, wie ein weltweit arbeitender Konzern für sich selbst Webanalyse einsetzt und welchen Nutzen er daraus zieht.

Rusch ging dabei nicht auf die von IBM selbst genutzten Tools ein, sondern skizzierte eher die Organistion der Einheit, die als interner Dienstleister die aus den Analysen gewonnen Erkenntnisse anderen Geschäftseinheiten zur Verfügung stellt. Erwähnenswert finde ich, dass die Kosten dieser Analysen intern verrechnet werden. Das beugt der häufigen Neigung vor, einfach mal alles an Daten anzufordern und provoziert die oft vernachlässigte Frage nach dem Warum.

Neue Version von Google Analytics

Den Platz eines Sponsorenvortrags nutzte Google für die Präsentation der anstehenden neuen Version von Google Analytics. Da wird sich vor allem im Dashboard einigs tun und die Möglichkeiten zur personalisierten Anpassung pro Account werden deutlich gesteigert. Clancy Childs ging auch kurz auf die in Deutschland stattfindende Diskussion mit offiziellen Datenschützern ein. Er versprach, mit deutschen Behörden weiterhin im Dialog zu bleiben und Anforderungen seitens des Datenschutzes zu erfüllen. Mit einem Bundesbeuaftragten und 16 Landesbeauftragten sicherlich kein einfaches Unterfangen.

hej! Community von Ikea

Nicht weniger interessant war die Präsentation der hej! Community von Ikea (Martin Ivanovs) gemeisam mit OgilvyOne (Martin Feldkircher). Die hej! Community ist eine Produkt-Community und dient der Kundenbindung. Ikea hat es in relativ kurzer Zeit geschafft, für diese Community 50.000 Nutzer zu gewinnen, die dort ihre Profile und mit Ikea-Möbeln eingerichteten virtuellen Räume anlegen.

Als Hauptmotivation der Nutzer identifizierte Ikea das Bedürfnis ihrer Kunden die Inspiration und die Informationssuche, zu einem gewissen Teil aber auch einen gewissen Anteil an Exhibitionismus. Ergänzt wird die Community durch “Kirstens Coaching”, eine Funktion, über die Community-Mitglieder Beratung in Sachen Einrichtung erfahren.

Der Registrierungsprozess ist erstaunlich aufwendig und die Menge persönlicher Daten, die dabei abgefragt werden, hätten mich ehrlichweise von einer Mitgliedschaft abgehalten. Weiterhin erstaunlich, dass der Zugang zur Community sehr stark auf Flash setzt, was zu einer recht hohen Abbrecherrate im Neuregistrierungsprozess führt. Da gibt es wohl Pläne, dies zu ändern und verstärkt auf HTML5 zu setzen. Flash wird gerade in der Einrichtungs- und Modebranche sehr viel eingestetzt, auch wenn dadurch ein recht großer Teil von Nutzern (und damit potentiellen Kunden) von der Nutzung der Webseite ausgeschlossen wird.

Was hat Ikea nun von seiner Community? Laut Auswertung sind die Community-Nutzer wohl tastsächlich die besseren Kunden. Sie kaufen öfter und mehr als der Durchschnittskunde. Nachdem Ikea die Aktivitäten in Ihrer Community in Zukunft weiter betreiben wird, kann man wohl davon ausgehen, das da was dran ist.

Mobile Marketing und Webanalyse

Oliver von Welsch von G+J gab eine Überblick über den aktuelle Status im Mobile Marketing. Mobil Marketing basiert entweder auf für mobile Endgeräte optimierte Webseiten oder auf Apps. Die Einheit PI (Page Impression) funktioniert bei den webbasierten Lösungen vielleicht noch, aber nicht mehr bei Apps. Gerade bei Apps fällt die Messung der User-Interaction sehr schwer.

Trotzdem waren einige der präsentierten Fakten sehr interessant: Im Prinzip ist in Deutschland jede Person mobil unterwegs, es gibt über 100 Mio. Mobiltelefone, also mehr als Deutschland Einwohner hat. Ca. 20% dieser Geräte sind inzwischen sogenannte Smartphones. Geräte, die mehr einem Mulitmedia-Computer im Kleinformat als einem Telefon gleichen. In spätestens 2 bis 3 Jahren wird es genau so viele Smartphones wie derzeit internetfähige Computer geben, also die klassische Kiste unterm Schreibtisch.

Diese Entwicklung der Verbreitung der Endgräte führte z.B. bei den Medien aus Hause G+J zu einer Verdopplung der Reichweite, ohne weitere Onlinemarketing-Maßnahmen. Wenn ich die Zahlen richtige notiert habe, wurde die iPhone-App von stern.de im letzten Jahr 900.000 mal heruntergeladen. Spannend auch, dass es kaum Überschneidungen zwischen den Nutzergruppen des traditionellen Online-Angebots und den Angeboten für mobile Endgeräte gibt. Laut xyz gerademal 15%.

Die AGOF (Arbeitsgemeinschaft Online Forschung) ist derzeit dabei, eine Standardiseirung von Parametern zur Bewertung von Reichweite mit mobilen Endgeräten voranzutreiben. Das aktuelle Ergebnis ist in der Studie mobile facts zu finden. Eine Größe sind z.B. die UMU’s, Unique Mobile User. Selbstredend, dass es sich bei der rasanten Entwiclung in diesem Markt nur um work in progress handelt. Ich kannte diese Studie bzw. den Standard bisher nicht, werde ihn mir wohl aber demnächst mal etwas genauer anschauen.

Podiumsdiskussion

Den Abschluss des Tages bildete eine Podiumsdiskussion mit einigen der Referenten des Tages. Der Kreis setzte sich zusammen aus Vertreter von Vermarktern, Beratern, Anwendern und Verbandsrepräsentanten.

Richtig wertvoll war die Diskussion – zumindest für mich – nicht. Es ging um die Standardiserung bzw. Normierung des Taggens. Letztendlich war weder die Zielsetzung einer solchen Inititiative klar, noch die Frage, von wem sie letztendlich angestoßen werden sollte. Und immer wieder kam das Thema Datenschutz hoch.

Kurzes Fazit des ersten Tages

Mein Beitrag ist mal wieder ziemlich lang geworden und doch nur ein Überflug über den ersten Konferenztag. Was mich gefreut hat, dass sich meine Idee zur Struktuierung von E-Business-Aktivitäten nach dem AIDA-Modell in zahlreichen Vorträgen diverser Firmen wieder findet. Meist zwar in der ein oder anderen Form abgewandelt und den eigenen Bedürfnissen angepasst, aber das Grundmuster bleibt erhalten.

Review des emetrics summit 2010 (Tag 1)

Review des emetrics summit 2010 (Tag 2)

 

Gelesen: Advanced Web Metrics mit Google Analytics vom Brian Clifton

Dienstag, Februar 8th, 2011

Vor einiger Zeit hatte ich das Buch Web Analytics von Marco Hassler gelesen. Eine Rezension zu dem Buch hatte auf diesem Bolog veröffentlicht: Gelesen: Web Analytics von Marco Hassler. Hasslers gibt eine Einführung in die Webanalyse, und versucht, nicht zu sehr auf einzelne Tools einzugehen. Wegen der einfachen Verfügbarkeit bezieht er sich mit seinen Beispielen allerdings öfters auf Google Analytics und widmet dem Tool gemeinsam mit dem Analysetool von Yahoo ein eigenes Kapitel. Dank Hasslers Buch habe ich erst angefangen, mich näher mit Google Analytics zu beschäftigen. Da kam mir das Angebot vom mitp-Verlag gerade Recht, für ein Freiexemplar von Brian Cliftons Advanced Web Metrics mit Google Analytics eine weitere Rezension zu schreiben.

Google Analytics ist von seinem Funktionsumfang, wenn man ihn ausreizt, vielen kommerziellen Analysetools ebenbürtig. Das Tool selbst steht jedem Webseiten-Betreiber kostenfrei zur Verfügung. Die freie Verfügbarkeit ist auch ein Grund dafür, dass es zahlreiche Quellen zur Benutzung des Tools gibt. Dazu zählen zum Beispiel Blogs oder Bücher wie z.B. Timo Adens Google Analytics oder eben Brian Cliftons Advanced Web Metrics mit Google Analytics. Ein riesengroßer Vorteil gegenüber den Tools der Mitbewerber, und wohl mit ein Grund für die Beliebtheit und starke Verbreitung des Werkzeugs. Viele Hersteller kommerzieller Analysetool konzentrieren sich meiner Ansicht nach zu sehr auf Großkunden und vernachlässigen kleine und mittelständische Firmen zu sehr. Neben Google Analytics stehen diesen kaum eine kostengünstige, intuitiv bedienbare Lösungen zur Verfügung.

Allerdings steht Google Analytics seit Jahren unter Beschuss deutscher Datenschützer. Auf die jüngste, sehr öffentlichkeitswirksame Debatte um abgebrochene Verhandlungen zwischen dem Hamburger Datenschutzbeauftragten und Google gehe ich hier nicht ein, näher dazu findet sich auf dem Blog eControlling von Markus Vollmert (z.B. Artikel Google Analytics und Datenschutz in 2011). Um so interessanter, dass Clifton sehr stark auf die Thematik Datenschutz eingeht. Clifton zufolge ist der Datenschutz eines der zentralen Anliegen der Firma Google. Eine gute Portion gesunder Skepsis dürfte trotzdem angebracht sein. Man sollte die laufende Diskussion schon alleine aus dem Grund verfolgen, um eventuelle juristische Konsequenzen durch den Einsatz des Tools zu vermeiden. Andererseits reagiert Google immer sehr schnell mit technischen Lösungen wie das Opt-out-Plugin für diverse Browser oder die Anonymisierung der gespeicherten IP-Adressen.

Was mir immer ein Rätsel war, warum Google ein solch mächtiges Tool überhaupt kostenfrei anbietet, während andere Softwarehersteller für gleichwertige Tools recht hohe Lizenzgebühren verlangen. Auch dafütr findet Clifton eine Erklärung, denn Google  verdient sein Geld eben nicht mit dem Verkauf von Software, sondern mit Werbung. Google gibt mit seinem Analysetool Webseitenbetreibern ein Werkzeug an die Hand, mit dem sie die Nutzung ihrer Webseiten verbessern können. Letztendlich verdient auch Google über diesen Umweg wieder mehr, zum Beispiel mit seinem äußerst erfolgreichen Werbenetzwerk Google Adwords.

Clifton geht in diesem ersten Teil des Buches sehr ausführlich auf diese Diskussionen ein. Er erklärt sehr detailiert die zum Einsatz kommende Technik, bevor er sich dem Tool und seiner Nutzung widmet. Ich persönlich finde die sehr ausführliche Einführung in das Thema recht spannend, für andere Leser, die sich vielleicht gleich mit dem Einsatz von Google Analytics beschäftigen möchten, mag dieser Vorspann eventuell ein wenig zu lang sein. Aber man kann ja weiterblättern.

Die folgenden drei Teile des Buches beschäftigen sich dann mit der Software an sich. Dem Streifzug durch die zahlreichen Benutzeroberflächen und Funktionen folgt eine detailierte Anleitung zur Implementierung von Goolge Analytics bzw. des sogenannten Tracking Codes. Im vierten und letzten Teil des Buches widmet sich der Autor der Interpretation der Daten. Dass sich Clifton so ausführlich mit der Auswertung der Daten beschäftigt, kommt nicht von ungefähr, denn Webanalyse ist deutlich mehr als das Sammeln von Daten. Mit dem reinen Sammeln und Horten von Daten ist nämlich erst einmal gar nichts gewonnen! Nur wer diese Daten auch sinnvoll auswertet und die richtigen Schlüsse aus den Messungen zieht, kann für die Optimierung  seiner Webseite wertvolle Hinweise gewinnen und die Nutzung steigern. Und wie so oft im Leben: weniger ist oft mehr. Denn wer bei dem Funktionsumfamg seines Analysetools – und das gilt wieder für alle Tools – nicht in Lage ist, sich auf die wesentlichen Daten zu konzentrieren, wird den Wald vor lauter Bäumen nicht erkennen.

Unter diesem Aspekt ist “Advanced Web Metrics mit Google Analytics” nicht nur ein reines Anwenderhandbuch für Google Analytics, sondern liefert eine Menge Grundlagenwissen zum Einsatz von Webanalyse zur Optimierung der eigenen Webseite.

Die ersten WAA-Zertifizierungen in Deutschland

Dienstag, Februar 1st, 2011

Markus Vollmert von der Firma luna-park berichtet auf seinem Webanalyse Blog eControlling über das Ergebnis der ersten in Deutschland durchgeführten Zertifizierung zum Webanalysten der WAA (Web Analytics Association). Der Termin fand am 14. Dezember 2010 in Berlin statt.

Von den 14 Teilnehmern haben nur 9 die Prüfung bestanden, darunter auch Markus Vollmert. Gratulation! Die doch recht hoch erscheinende Durchfallquote lässt erahnen, dass die Prüfung einiges an Wissen verlangt und man das Zertifikat nicht geschenkt bekommt. Näheres dazu im Blogpost von Markus Vollmert:

http://www.econtrolling.de/201101/waa-zertifiziert-deutsche-web-analysten/

Ich hatte letzten Dezember ehrlicherweise gekniffen, aber die Anreise nach Berlin war mir dann  doch zu aufwendig. Markus Vollmert schreibt aber, dass evtl. geplant sei, einen weiteren Zertifizierungstermin im Rahmen des anstehenden emetrics summit 2011 Anfang April hier in München anzubieten. Das wäre doch die Gelegenheit!

e-Commerce und Webanalyse studieren

Montag, Januar 10th, 2011

Ralf Haberich berichtet auf seinem Blog webanalyticsblog über den für das kommende Wintersemester 2011/2012 an der Fachhochschule Wedel geplanten Studiengang eCommerce. Die Fachhochschule bietet den neuen Studiengang in Kooperation mit der Otto Group an und wird laut Ralf Haberich auch das Thema Webanalyse abdecken.

Weitere Infos zum Studiengang finen sich direkt auf der Webseite der FH Wedel.

Google Analytics anonymisieren oder gleich ganz blocken

Dienstag, Dezember 14th, 2010

Das kostenfrei verfügbare Webanalysetool Google Analytics ist bei vielen Webseitenbetreibern sehr beliebt. Es bietet eine Fülle von Möglichkeiten zur Messung des Benutzerverhaltens auf einer Webseite und kann mit seinem Funktionsumfang kommerziellen Tools durchaus das Wasser reichen. Klar, dass nicht nur private Webseiten den tracking code von Google Analytics enthalten, sondern auch viele Firmen dieses Werkzeug einsetzen.

Im Gegenzug ist Google Analytics deutschen Datenschützern seit einiger Zeit ein Dorn im Auge. So steht Google immer wieder im Verdacht, die gesammelten Daten der Nutzer mit anderen Diensten aus dem eigenen Haus zusammenzuführen und soll so angeblich in der Lage sein, sehr detailierte Nutzerprofile zu erstellen. Streitpunkt in dieser Diskussion ist immer wieder die Frage, ob die IP-Adresse des Rechners, mit dem auf eine Webseite zugegriffen wird, zu den personenbezogenen Daten zählt, oder nicht. Ein Zuordnung dieser IP-Nummer zu einem Computers, nicht zu einer Person, ist theoretisch denkbar. Dazu benötigt man allerdings nicht nur die IP-Adresse, sondern auch den Zugriff auf die Verbindungsdaten z.B. eines Providers. Diesen Zugriff hat weder Google, noch ein Webseitenbetreiber.

Google hat aber auf die Bedenken der deutschen Datenschützer reagiert und bietet zwei Möglichkeiten, sich dem Datensammeln über Google Analytics zu entziehen:

  • Einmal hat der Surfer im Netz selbst die Möglichkeit, das Datensammeln durch Google Analytics pauschal zu unterbinden. Nutzt man die gängigeren Browser kann man mit Hilfe eines installierbaren Browser-Plugins die Google Analytics Scripte deaktivieren. Das Plugin gibt es unter http://tools.google.com/dlpage/gaoptout.
  • Eine andere, smartere Variante bietet Google den Webseitenbetreibern an. Mit einer im tracking code zusätzlich eingefügten Javascript-Funktion ‘_anonymizeIp()‘ lässt sich die IP-Adresse anonymisieren. Wie das geht beschreibt Markus Vollmert (sein Blog über Webanalyse: eControlling) in dem Artikel Webanalyse datenschutzkonform betreiben: Google Analytics anonymisieren des Printmagazins t3n. Mit der Funktion wird der letzte Nummernblock einer IP-Adresse nicht mehr gespeichert. Eine Zuordnung der verbleibenden IP-Nummer zu einem Rechner ist damit nicht mehr möglich.

Eins muss man Google lassen, die Firma reagiert sehr schnell mit praktikablen Lösungen auf die Kritik der Datenschützer. Nun liegt es vor allem an den Webseitenbetreibern, dieses Angebot auch zu nutzen.

Gelesen: Web Analytics von Marco Hassler

Donnerstag, November 25th, 2010

Der Buchmarkt zum Thema Webanalyse ist im deutschsprachigen Raum noch recht überschaubar. Eines der ersten Fachbücher zu Webanalytics stammt von Marco Hassler, dessen zweite und überarbeitete Auflage im Frühjahr diesen Jahres erschien “Web Analyse: Metriken auswerten, Besucherverhalten verstehen, Website optimieren“.

Hassler bietet auf über 500 Seiten eine grundlegende Einführung in das Thema. Mit einem gewissen Maß an Vorwissen ist das immer etwas problematisch, denn so gestaltete sich die Lektüre zeitweise etwas zäh. Ich habe mich trotzdem durchgebissen und konnte dann doch noch die ein oder andere neue Erkenntnis gewinnen.

Gefallen hat mir vor allem sein Ansatz, dass Webanalyse nicht zum Zählen von Seitenaufrufen oder Besuchen dient, sondern zur Nachverfolgung ganz konkreter Geschäftsziele. Um diese zu ermitteln beschreibt er sehr ausführlich die Methodik und gibt sehr detailierte Anleitungen für Workshops mit den relevanten Kollegen der verschiedensten Abteilungen. Mit der Definiton der Ziele geht die Entwicklung der Kennzahlen einher, mit denen später die Erreichung der Ziel überprüft wird. Ein Vorgehen, für das ich selbst auch immer gerne Werbung mache.

Ein (ganz klein) wenig inhaltliche Kritik zum Buch:

  • Zur Optimierung von Webseiten favorisiert Hassler den Einsatz von multivariaten Tests gegenüber A/B-Tests (auch A/B Splittests genannt). Für mich sind diese beiden Methoden aber nicht beliebig austauschbar, denn multivariates Testing setzt sehr viel Traffic auf der Webseite voraus. Nur so kommt man zu statistisch sauberen Ergebnissen. Für viele Webseitenbetreiber ist damit zwangsläufig der A/B-Test das Mittel der Wahl (siehe auch mein Posting zu Tim Ash’s Buch Landing Pages oder Rückblick auf den emetrics summit).
  • Eine ähnliche Problematik ergibt sich mit den von Hassler emfohlenen Tools, um Webseiten von Mitbewerbern zu analysieren. Mit Google Trends, Compete oder Alexa lassen sich z.B. die Anzahl an Besuchern fremder Webseiten zumindest schätzen. Aber auch hier nur unter der Voraussetzung, dass die Webseiten genügend Traffic aufweisen. Aber wer von uns betreut schon eine Webseite wie die von BMW oder vom ZDF?
  • Auch wenn die neue Auflage des Buches erst in diesem Jahr erschien, die Beipsiele des tracking codes für die Messung virtueller Seitenaufrufe und von Events in Google Analytics scheinen nicht mehr aktuell zu sein. Bei mir hier auf dem Blog virtual-commerce.de haben sie jedenfalls nicht funktioniert und ich musste mir erst die neue Syntax auf der offiziellen Supportseite zu Google Analytics raussuchen (http://code.google.com/intl/en/apis/analytics/docs/tracking/home.html). Aber auch das ist ja ein generelles Problem von Printmedien im Internetzeitalter.

Für mich ganz nützlich war der praktische Teil zu Google Analytics. Ich gehör(t)e auch zu den 0815-Usern des freien Webanalyse-Tools. Mit der Anleitung von Marco Hassler habe ich nun aber einige zusätzliche Auswertungen mithilfe von virtuellen Seitenaufrufen und dem Event-Tracking einrichten können wie z.B. die Messung der PDF-Downloads und Outbound-Links. Jedenfalls hat der interessierte Leser so die Chance, viele Fragestellungen der Webanalyse in der Praxis auszutesten, vorausgesetzt natürlich, er betreibt eine eigene Webseite oder einen eigenen Blog.

Als Fazit: für jeden, der sich in Webanalyse einarbeiten möchte oder mehr davon verstehen möchte liefert das Buch eine gute Grundlage. Für Praktiker im Marketing bzw. Onlinemarketing sollte es Pflichtlektüre werden. Für praxiserprobte Webanalysten bietet es jedoch nicht viel neues.

Analyse der Webseiten von Mitbewerbern

Freitag, November 19th, 2010

Neben der Analyse der eigenen Webseite gehört die Beobachtung der Mitbewerber zum Onlinemarketing. So erkennt man, welcher Konkurrent aktiv und mit welchem Erfolg Onlinemarketing betreibt.

Folgende externe Parameter können einfach von fremden Webseiten ermittelt werden.

  • Anzahl indexierter Seiten über Google (site:www.mywebsite.tld)
  • Google Pagerank (z.B. über den Google Toolbar)
  • Alexa Rank (www.alexa.com)
  • Anzahl indexierter Seiten über Yahoo (über Yahoo-Siteexplorer)
  • Backlinks über Yahoo (über Yahoo-Siteexplorer)
  • Anzahl indexierter Seiten über Google (site:www.mywebsite.tld)
  • Backlinks über Google (link:www.mywebsite.tld)
  • Positionierung von Keywords (z.B. über Firefox-Plugin Rank Checker)

Einige der Parameter lassen sich zusammengefasst über den sogenannten Seitwert ermitteln. Der Seitwert ist eine aus verschiedenen Parametern zusammengesetzte Kennzahl (ich weiß, es ist kein Profitool, aber für einen ersten Überblick doch ganz hilfreich).

Möchte man sehen, wer von seinen Mitbewerbern im Onlinemarketing aktiv ist, der sollte eine Landingpage-Bibliothek anlegen. Schaut man sich die Landingpages von SEM-Kampganen der Konkurrenz in regelmäßigen Abständen an und sammelt die deren Screenshots, sieht man sehr schön, wer ernsthaft dabei ist, sein Geschäft durch optimierte Kampagnen (A/B-Testing, Multivariates Testing) zu steigern. Die ein oder andere Idee zur Gestaltung der eigenen Landingpages bekommt man so zudem auch mit. Ein wenig bei der Kokurrenz abkupfern gehört bekanntlich zum Geschäft ;-) .

Aussagen über den Traffic fremder Webseiten zu bekommen, ist sehr schwierig. Die dafür oft genannten Tools wie Google Trends, Alexa oder compete liefern, wenn überhaupt, nur sehr grobe Werte. Die zu überprüfenden Webseiten müssen schon sehr gut besucht sein, um in den Tools gelistet zu werden. Außerdem beziehen sich die Werte dann vor allem auf Nordamerika bzw. auf englischsprachige Webseiten. Die Analyse der Webseite eines deutschen Mittelständlers kann man damit vergessen. Dann schon besser einen Stammtisch mit den Kollegen aus anderen Firmen organisieren und sich auf diesem Wege austauschen!

Darüber hinaus gibt es zahlreiche kommerzielle, sehr mächtige Tools zur Beobachtung der Mitbewerber wie zum Beispiel Sistrix (dort findet sich auch ein lesenswerter SEO-Blog) oder Xovi, mit denen ich bisher aber keine Erfahrung habe. Wer SEO ernsthaft betreiben möchte  (zum Beispiel im Auftrag für Kunden), wird um Tools dieser Art nicht herumkommen. Weitere Infos findet man auf dem Blog http://www.konkurrenzanalyse.net/

Einmalige Chance zur WAA-Zertifizierung in Deutschland

Donnerstag, November 4th, 2010

Seit diesem Jahr bietet die WAA (Webanalytics Association) die Möglichkeit zur Zertifizierung an. Das Zertifikat soll für Einzelpersonen den Nachweis über Wissen und Kompetenz im Bereich der Webanalyse dienen.

Bisher gibt es in Deutschland allerdings kein Testcenter, das die Zertifizierung im Auftrag der WAA anbietet. Trotzdem gibt es nun die Chance, das Zertifikat auch in Deutschland abzulegen, nämlich einmalig am 14. Dezember 2010 in Berlin.  Schnellentschlossene (bis zum 15. November 2010) und WAA-Mitglieder erhalten einen Bonus. Wer Interesse hat, kann sich auf der Website der WAA informieren:

http://www.webanalyticsassociation.org/?page=certification