Posts Tagged ‘social media’

Social Media und Versicherungen, passt das?

Dienstag, November 23rd, 2010

Social Media ist das Thema unserer Zeit, Versicherungen dagegen ungefähr das Langsweiligste, was man sich vorstellen kann. Das gilt für die Unternehmen wie auch für deren Produkte. Keiner will sie, jeder braucht sie (zumindest einige davon).

Wie die Themen Versicherungen und Social Media doch zusammenpassen erklärten gestern Vertreter der Allianz Deutschland und der R+V bzw. deren Tochter, der R+V24. Das Engagement der Allianz in Sozialen Medien lässt sich aus deren Vertriebsmodell erklären: die Allianz-Vertreter waren schon seit jeher Teil einer lokalen Community. Das Unternehmensmodell der R+V dagegen basiert auf Genossenschaften, also einer Gemeinschaft aus Gleichgesinnten. Was liegt also näher als dieses Modell in das Web 2.0 zu übertragen.

Beide Vertreter der Unternehmen präsentierten gestern weder best practises noch imponierten sie die rund 200 Gäste mit tollen Kampagnen. Statt dessen schilderten beide den steinigen Weg in Richtung Sozialer Medien durch die internen Entscheidungsgremien ihrer Firmen. Die Erkenntnis, dass es den Kollegen in anderen Firmen auch nicht besser geht als einem selbst hat durchaus etwas Beruhigendes.

Die Zielplattformen, mit denen beide Firmen am aktivsten experimentieren sind derzeit Facebook und Twitter. Wobei zumindest die Allianz Deutschland die Plattformen je nach Zielsetzung trennt: Facebook für den Bereich Marketing und Twitter als Kommunikationskanal für die Unternehmenskommunikation.

Das Event wurde vom Social Media Club München (SMCMUC) organisiert und fand im angenehmen Ambiente des zentral gelegenen Restaurants Moccar Pompidou statt. An dieser Stelle einen Dank an die Organisatoren! Weitere Veranstaltungen des Social Media Clubs München werden entweder über die entsprechende Xing-Gruppe, die Facebookseite oder über Twitter bekannt gegeben. Soll also keiner sagen, er hätte nichts mitbekommen!

Social Media Club München im Netz:

Einen ausführlichen Bericht vom Abend (mit Bildern) findet sich unter:
http://smcmuc.posterous.com/social-media-in-der-versicherungsbranche-smcm

Wie wichtig ist eigentlich noch die eigene Webseite?

Mittwoch, November 3rd, 2010
Auf dem Weg zur Arbeit habe ich mir heute die aktuellste Folge des Podcasts Brouhaha zum Chefticket der Bahn von Alexander Wunschel und Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach angehört. Die beiden analysieren sehr nüchtern und sachlich – was ich sehr angenehm finde – die Patzer von Firmen in Sozialen Medien. Aber keine Sorge, ich werde jetzt nicht auch noch in die Diskussion um die Bahn einfallen. Aber in einem kleinen Nebensatz erwähnten die beiden, dass die von der Bahn geschalteten Werbemaßnahmen nicht wie üblich auf eine eigene Landingpage der Kampagne führt, sondern auf die zur Kampagne gehörende Facebook-Seite.
Das bringt mich zu der eigentlichen Frage, die mich bereits ein wenig länger beschäftigt: Wie wichtig ist eigentlich noch der eigene Webauftritt? Die Zahl der möglichen Kommunikationskanäle nimmt dank Social Media rapide zu und auf all diesen Kanälen möchten oder sollen Firmen aktiv und präsent sein. Wozu dann noch die eigene Webseite? Genügt z.B. nicht die Facebook-Seite als zentrale Anlaufstelle für Kampagnen? Beispiel eben die Bahn mit Ihrer Kampagnenseite zum Chefticket.
Die Idee ist verlockend, sind die Kosten im Vergleich mit dem Betrieb einer eigenen Webseite auf den ersten Blick sehr überschaubar. Besonders Microsites oder Landingspages für Kampagnen können auf vielen dieser Plattformen kostenfrei eingerichtet werden. Ein weiteres Argument ist, dass man mit seiner Kampagne dort ist, wo die Nutzer sind bzw. die Zielgruppe ist, gerade bei Facebook ein oft gehörtes Argument. Und außerdem hört man in Bezug auf Facebook wieder sehr oft, dass diese Plattform das Internet als Ganzes ablösen könnte (Ich höre noch die Stimmen, die 2007 ähnliches von Second Life behaupteten).

Warum also trotzdem noch die eigene Webseite? Ich sammle einfach mal ein paar Argumente, warum ich glaube, dass der Einsatz einer eigenen Webseite immer noch Sinn macht:
  • Der überwiegende Teil der Internetnutzer sucht seine Informationen immer noch über die gängigen Suchmaschinen. Eine darauf optimierte Webpräsenz bekommt demnach über das organic listing der Suchmaschinen eine große Zahl an Besuchern.
  • Nur auf der eigenen Webseite hat man die Möglichkeit, das Verhalten der Nutzer zu beobachten und zu analysieren. Nur so kann man das eigene Angebot im Netz auf die Bedürfnisse der Nutzer optimieren.
  • Hinsichtlich des Datenschutzes ergeben sich neue Fragen, denn im Gegensatz zur eigenen Webseite muss man bei der Nutzung Sozialer Medien die Daten mit der entsprechenden Plattform teilen bzw. ist gezwungen, mit den Daten für eine Analyse zu leben, die einem das System zur Verfügung stellt. Weiterführende Auswertungen dürften kaum möglich sein.
  • Die verschiedenen Plattformen bieten oft nur eingeschränkte Möglichkeiten bei der Gestaltung und damit kaum Einfluss auf Design und Usability, und damit auch auf die Markenbotschaft.
  • Viele Firmen haben ein auf dem Internet basierendes Geschäftsmodell oder nutzen dieses wenigstens als einen von mehreren Vertriebswegen. Gibt man seine eigene Webpräsenz zugunsten einer Präsenz in einer Social Media Plattformen auf, liefert man sich dieser aus. Das könnten nachteilige Änderungen der AGB’s sein oder aber die Plattform verliert plötzlich die Gunst des Publikums.
Eine eigene Webseite macht also auch weiterhin Sinn. Sie wird aber in ihrer Bedeutung verlieren und nur noch ein Kommunikationkanal unter mehreren sein. Für einzelne Kampagnen macht es unter Umständen Sinn, ob nicht auch eine Seite bei Facebook als Kampagnenseite dienen kann. Allerdings mit den oben genannten Nachteilen.

Kleiner Ort ganz groß: Oberstaufen im Allgäu

Dienstag, November 2nd, 2010

Auf dem diesjährigen emetrics summit in München präsentierte sich der Allgäuer Urlaubsort Oberstaufen bzw. dessen Tourismusbüro als äußerst kreativ im Umgang mit Sozialen Medien. Beeindruckt hatte mich nicht nur die Mashup-Anwendung unter www.oberstaufen-plus.de, sondern vor allem die Bereitschaft des Ortes, sich den neuen Medien zu öffnen. Eine kurze Zusammenfassung des Vortrags findet sich in dem Beitrag Die Highlights des emetrics summit 2010 (Tag 2).

Mit der Idee, die dank des Sommerlochs in den (klassischen) Medien hochkochende Diskussion um Google Street View  für sich zu nutzen und Google mit einer Torte willkommen zu heißen, hat der kleine Ort sich allerdings selbst übertroffen. Dieser Mut wurde von Google nun belohnt: neben einiger ausgewählter Sehenswürdigkeiten deutscher Großstädte ist seit heute  Oberstaufen als erster Ort vollständig über Google Street View zu besichtigen. Nach dem großen Medienecho im Sommer hat es Oberstaufen nun nochmals in alle Kanäle der klassischen Medien, von Print bis TV, geschafft.

Zu finden ist der Ort unter http://www.google.de/intl/de/help/maps/streetview/gallery/#deutschlandreise&oberstaufen-allgau

Langsam werde ich neugierig und muss mir den Ort auch mal im echten Leben ansehen :-)

Suche in sozialen Medien

Dienstag, Oktober 26th, 2010

Möchte man Nennungen der eigenen Person oder der eigenen Firma in sozialen Medien (Social Media) überwachen, kann man die auf soziale Medien spezialisierte Suchmaschine Social Mention nutzen. Der einfachste Weg ist zwar immer noch das Einrichten eines Google Alerts, aber Social Mention bietet darüberhinaus einige sinnvolle Funktionen. Zumindest ist das Tool ganz nützlich, wenn man beginnt, sich mit Social Media Monitoring zu beschäftigen.

Natürlich gibt es auch in diesem Umfeld professionelle Tools wie z.B. Buzzient, deren Nutzung ist aber kostenpflichtig (und vermutlich nicht ganz billig). Allerdings kann man sich einen 30-tägigen Testaccount einrichten lassen. Möchte man die Meinungen zur eigenen Firma in sozialen Medien überwachen, wäre das sicherlich einen Versuch wert.

Konsequenzen aus der vorgestellten Arbeitsorganisation im E-Business

Dienstag, September 14th, 2010

Bevor ich näher auf die im vorhergehenden Beitrag beschriebenen Phasen Attention, Interest, Action und Satisfaction beschreibe, möchte ich einige Konsequenzen aus dem vorgestellten Strukturmodell vorwegnehmen.

Eine ganzheitliche Sicht auf die Dinge! Was ist damit gemeint? Ganz einfach: Es macht zum Beispiel keinen Sinn, über Onlinemarketingmaßnahmen eine große Reichweite zu erzeugen, wenn im Nachgang die Prozesse wie die Abarbeitung der eingehenden Kontakte oder die Logistik eines Onlineshops nicht funktionieren. Im schlimmsten Fall ist das nicht nur rausgeschmissenes Geld, sondern man vergrätzt auch nachhaltig potentielle Neukunden. Übrigens oft ein Problem großer Firmen wo einzelne Abteilungen wie Marketing, Vertrieb und Support nicht Hand in Hand arbeiten.

Genauso wenig macht es Sinn, sich Traffic, also Besucher auf eigene Webseite einzukaufen, wenn dort die Technik nicht funktioniert oder die Usability so miserabel ist, dass die eingekauften Besucher meine Webseite unverrichteter Dinge wieder verlassen.  Aus meiner Erfahrung heraus konzentrieren sich die meisten Firmen auf den Marketingteil. Klar, der macht auch am meisten Spaß.

Social Media. Der Einsatz von sozialen Medien bietet sich für zwei Dinge an:

  • Entweder zur plumpen Erzeugung von Reichweite. Dies lässt sich durch die Streuung von Backlinks auf die eigene Webseite auch schön für die Suchmaschinenoptimierung (SEO, Search Engine Optimization) nutzen, die sogenannten Offpage-Faktoren. Stichwort “Twitter als Linkschleuder”.
  • Oder ich trete über die (nicht mehr ganz) Neuen Medien in einen echten Dialog mit Interessenten oder Kunden. Diese recht neue Marketingdisziplin des Community Managements stellt für mich derzeit die Königsklasse im Onlinemarketing dar. Sie ist die Basis für einen nachhaltigen Auf- oder Ausbau eines Onlinekanals. Ob man den älteren Begriff des CRM, also Customer Relationship Management eher als Synonym oder als Oberbegriff für Community Management sieht, ist schon wieder persönlicher Geschmack.

Webanalyse. Bei meinen Betrachtungen wird deutlich, das die Webanalyse eine enorme Rolle spielt. Keine Maßnahme, die nicht über die Methoden der Webanalyse nachverfolgt und gemessen werden sollte. Um unseren Altkanzler Helmut Kohl zu zitieren “Wichtig ist, was hinten rauskommt”. Aber um zu wissen was hinten rauskommt sollte man nicht nur wissen, was man vorne reingesteckt hat, sondern auch wie sich die Umwandlungsquote oder Conversionrate bei verschiedenen Maßnahmen unterscheidet. Über die ganzen Phasen hinweg ergibt das dann den Return On Invest oder kurz ROI. Die Gestaltung bzw. Optimierung einer einzelnen Kampagne oder meines gesamten Webauftritts darf demnach nicht von persönlichen Geschmack Einzelner abhängen, sondern sollte soweit wie möglich auf harten Fakten beruhen. Ich weiß, das ist die Idealvorstellung, aber wie sagt man so schön: der Weg ist das Ziel.

Also von hinten nach vorne arbeiten: Erst die Prozesse zur Bearbeitung der Anfragen aufräumen oder aufsetzen. Dann die Onlineplattformen zumindest soweit optimieren, dass das Angebotene vom Besucher auch gefunden oder genutzt werden kann (Das Feintuning der Webseite oder einzelner Landingpages kann natürlich später erfolgen, denn dazu ist entsprechender Traffic notwendig). Dann erst Reichweite aufbauen. Ob mit “klassischem” Onlinemarketing oder Social Media-Kampagnen hängt dann eher von den verfügbaren personellen Ressourcen und / oder dem Budget ab. Und dann messen, messen, messen!

Weiter Postings zu dem Thema:

http://www.virtual-commerce.de/2010/09/arbeitsorganisation-im-e-business.html

Werden die Kunden wiederentdeckt?

Mittwoch, September 8th, 2010

Ich bin gerade auf dem Presseportal über eine Pressemitteilung des Wettbewerbs Deutschlands kundenorientiertester Dienstleister gestolpert. Demnach entdecken viele Firmen den Kunden, und zwar branchenübergreifend. Der Mitteilung nach analysieren und erfassen inzwischen drei von vier Unternehmen verstärkt die Kundenwünsche und -meinungen.

Ich frage mich, ist das eventuell eine Konsequenz der Sozialen Medien? Firmen können es sich immer weniger leisten, ihre Kunden zu ignorieren, denn diesen stehen inzwischen zahlreiche Foren und Plattformen zur Verfügung, ihre Meinung über und Erfahrungen mit Firmen einer große Öffentlichkeit kundzutun.

Der Link auf die Pressemitteilung:

http://www.presseportal.de/pm/63684/1677984/deutschlands_kundenorientierteste_dienstleister

Sollten in der Schul- oder Berufsausbildung spezifische Kenntnisse über Soziale Medien vermittelt werden?

Montag, März 1st, 2010

Diese Frage haben sich die Teilnehmer des Forschungsprojekts Zukünftige Qualifikationserfordernisse bei beruflichen Tätigkeiten auf mittlerer Qualifikationsebene aufgrund der Auswirkungen von Web 2.0, kurz web2skills (www.web2skills.de) gestellt. Auftraggeber dieses Projekts ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Im Rahmen dieses Projekts wurden nun verschiedene Thesen aufgestellt, die mit Experten aus der Praxis überprüft werden sollten.

Wie komme ich nun zu der Ehre, gemeinsam mit den Wissenschaftlern deren Ergebnisse diskutieren zu dürfen? Vor inzwischen mehr als 2 Jahren habe ich hier auf meinem Blog eine etwas umfangreichere Themensammlung zum Thema Web 2.0 unter der Namen Was ist Web 2.0 oder The Good, the Bad and the Ugly veröffentlicht. Auf dieses Dokument wurden nun einige der Mitglieder der oben genannten Forschungsgruppe aufmerksam und fanden das Dokument wohl so interessant, dass sie mich als Experten zu einem Workshop einluden. Das schmeichelt natürlich dem eigenen Ego. In diesem Workshop ging es dann um die Validierung der von der Forschungsgruppe aufgestellten Thesen. Dieses Angebot habe ich gerne angenommen, denn wann hat man schon einmal die Chance, die akademische Aufarbeitung aktueller Phänomene wie Web 2.0 oder Soziale Medien zu diskutieren. Gespannt war ich außerdem auf die anderen eingeladenen “Experten” der Runde.

Von den diskutierten Inhalten möchte ich hier nichts mitteilen, dazu findet sich allerhand auf der begleitenden Webseite des Projekts unter www.web2skills.de sowie der des übergeordneten Programms unter www.frequenz.net. Dort finden sich auch die wissenschaftlichen Teilnehmer der Studie. Sobald ich Informationen darüber erhalten habe, wo die Ergebnisse der Forschung veröffentlicht wurden und gegebenenfalls abrufbar sind, werde ich das natürlich hier über meinen Blog kundtun.

Allerdings möchte ich einige persönliche Eindrücke von der Veranstaltung schildern. Denn die Dimension, welche die Sozialen Medien für jeden von uns einnehmen werden, war mir selbst nicht so bewusst. Und zwar unabh?ngig davon, ob wir aktiv daran teilnehmen oder nicht. So kennt uns die inzwischen weltgr??te Online-Community Facebook auch, wenn wir dort selbst keinen Account haben. So erstaunlich das klingt, aber über den Import z.B. unserer Email-Adressbücher werden auch die Daten von Nichtmitgliedern importiert und in Beziehung zu anderen Personen gesetzt (siehe auch Artikel in der ct 5/2010). Anderes Beispiel: Als Dienstleister (oder Lehrer) wird die Leistung auf Portalen bewertet, von denen wir unter Umst?nden nie gehört haben. So ergibt sich in Zukunft für jeden von uns die Notwendigkeit, mehr oder weniger regelmäßig das Netz nach Daten ?ber uns abzusuchen (Social Media Monitoring).

Auf alle Fälle spielen das Web2.0 eine zunehmend große Rolle bei der Jobsuche, denn Firmen pr?fen Kandidaten nicht mehr nur auf ihre Eignung (Background Checking) sondern gehen ganz gezielt im Netz auf Suche nach Ihrem Wunsch-Mitarbeiter. Daher kann man die Effekte auch umkehren und die Mechanismen des Web 2.0 für seine eigenen Zwecke, sprich für seine Reputation zu nutzen. Es ist allemal besser, selbst aktiv zu werden und seine digitale Identität selbst verwalten und steuern. Das setzt natürlich einige Kenntnisse über die Neuen Medien vorraus. Ob diese geforderte Medienkompetenz allerdings Teil einer schulischen oder beruflichen Qualifikation werden kann, möchte ich bezweifeln, denn die Bedingungen ändern sich so rasant, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass der Umgang mit dem sich ständig weiter entwickelnden Internet als statischer Lerninhalt vermittelt werden kann. Die Frage, wer für die Medienkompetenz von Jugendlichen zuständig sein soll, die Lehrer oder die Eltern, ist immer noch offen, denn meist verfügen die Jugendlichen selbst in diesem Bereich über deutlich mehr Wissen als ihre Vorgängergeneration.

Was bleibt ist Eigeninitiative und ein gewisses Maß Neugier, denn wer in Zukunft diese Werkzeuge für sich und seine Interessen zu nutzen weiß, wird klar im Vorteil sein.

Der social media Aggregator friendfeed

Dienstag, April 14th, 2009

Jeder von uns hat ja nicht nur seinen Blog, sondern ist noch Mitglied bei diversen Communities, sammelt und veröffentlicht Bilder oder Videos über die bekannten Plattformen und in letzter Zeit wird noch auf Teufel komm raus’ getwittert. Würde man alle Kanäle einigermaßen regelmäßig mit neuen Inhalten versorgen, die auch noch irgendeinen anderen Menschen interessieren sollen außer einem selbst, bliebe kaum mehr Zeit für das echte Leben.

Mit FriendFeed wird nun aber alles anders. Mit diesem Online-Dienst kann man nun alle seine digitalen Kanäle zusammenfassen. Das digitale Alter ego lässt sich so auf einen Blick erfassen (und natürlich wieder weiterverbreiten). Es lassen sich über 50 Dienste importieren. Dazu zählen natürlich so gut wie alle bekannten Plattformen wie Facebook, Flickr, LinkedIn, Twitter, Delicious, … .News-Aggregatoren wie Google Reader oder Netvibes werden nochmals weiter aggregiert. Und man kann natürlich auch auf FriendFeed Freunde sammeln. Für alle, die in den anderen Netzwerken nicht schon genug Freunde gefunden haben.

Das schöne aber, man veröffentlicht seine Beiträge wie gewohnt wo immer man will und FriendFeed aktualisiert sich von selbst. Schon so eine Art Meta-Aggregator. Wer sich anschauen möchte, wie das dann aussieht, hier mein FriendFeed: http://friendfeed.com/virtualcommerce.

Podcasting ist tot, lang lebe Podcasting

Mittwoch, Januar 16th, 2008

In den letzten Wochen habe ich öfters gehört, dass das Ende der Podcasts nahe ist. Zum Beispiel berichtete Jason van Orden in seiner Show Podcast Underground in der Episode Why are people saying podcasting is dead über das Ende des “Yahoo Podcast Verzeichnisses” und einer abnehmenden Bedeutung von Podcasts auf der letzten New Media Expo in Ontario, Kalifornien. Doris Hammerschmidt, Moderatorin des deutschen Podcast Journals hatte verschiedene Interviews in ihrer Show zum Beispiel über das Ende des deutschen Podcast Clubs und damit verbunden die Absage der Verleihung des Deutschen Podcast Awards in 2007.

Andererseits finde ich aber mehr und mehr sehr gute Podcasts! Ich verbringe mehr als zwei Stunden pro Tag in öffentlichen Verkehrsmitteln und die Zeit wird mir langsam knapp um all die guten Shows zu hören. Ich denke, dass Podcasts nie zu diesem Massenphänomen wie Blogs werden, und zwar wegen des Unterschieds in der Produktion: Technisch zwar einfach stellen sie doch sehr hohe Ansprüche an ein gutes Konzept und noch besseren Inhalten. Ein schnell und schludrig produzierter Podcast wird keine Hörer finden.

Eine anderer Frage ist die, wie sich Podcast in der Zukunft entwickeln. Cornelius Fichtner, Chris Holohan und Shawn Futterer – alle drei produzieren Shows zum Thema Projekt Management in sehr hoher Qualität – diskutieren dies in der letzten Shows von pm411.org (Project Management Web Ressources). Alle drei stimmen mit ihrer Meinung überein, das Viodeocasting nicht der nächste Schritt sein wird, dass ist schlicht und einfach ein eigenes Medium. Ich bin mir allerdings sicher, dass Podcasts in ihrer jetzigen Form in den nächsten Jahren weiter existieren werden. Für ambitionierte Leute sind sie doch recht einfach mit wenig Geld zu produzieren. Und für die Hörer gibt so viele Gelegenheiten die Shows zu hören: Sei es in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Joggen – wie ich das mache – sind nur zwei davon. Und außerdem, Podcasts sind eine klasse Sache, um für sich selbst oder die eigenen Firma zu werben.

Am Ende möchte ich noch eine Liste meiner Lieblings-Shows anfügen. Mit einer Ausnahmen sind alle auf Englisch weil ich Podcasts unter anderem zum Englisch lernen verwende. Ich denke, alle der unten genannten Showes sind außerordentlich gut produziert inklusive einer Menge nützlicher Inhalte.

  1. Ich beginne einfach mit der Ausnahme, dem Podcast Journal mit Doris Hammerschmidt als Moderatorin. Dies eine Show über die Podcast-Szene in Deutschland. This one is the one in German language.
  2. Mit diesem Podcast hat 2005 bei mir alles begonnen: Cornelius Fichtner’s ThePMPodcast. Wer sich für Projekt Management als Beruf interestiert sollte sich auch diese mal anhören: Controlling Chaos von Dina Scott und 411pm.org von Ron Holohan.
  3. Ich schätze, dies ist seit langer Zeit mein absoluter Favorit: The Words Nerds aus Washington DC mit allem zum Thema Wörter und Sprache … and why we say the things we do. Für alle die Englisch lernen möchten ein echtes Muss, aber ein sehr unterhaltsames.
  4. Die beiden Shows von Jason von Orden: The Podcast Underground und Internet Business Mastery, letzteren produziert er zusammen mit Sterling Frandsen. Wer irgendwie mit Onlinemarketing zu tun hat findet hier eine Menge nützlicher Informationen.
  5. Dies ist die einzige Show zum Thema virtuelle Welten: Virtual Words BusinessCast. Hier gibt normalerweise Interviews mit Leuten, die in oder mit virtuellen Welten – wie Second Life – bereits ihr Geld verdienen.
  6. Ich fand diese Podcasts kürzlich über die Website der New Media Expo, welche in den US stattfindet.Die Podcasts die fand sind Tips From The Top Flor und Up To The Top Floor. Beide Shows von einen Deutschen – Christoph Marquardt aus Tübingen – in englischer Sprache produziert, hauptsächlich über Digitale Fotografie. Christoph Marquardt wurde zwei Jahre nacheinander auf New Media Expo ein Preis verliehen.

Wer sagt, dass Podcasts tot sind, sollte sich einige dieser Shows anhören!

Gruppen in Second Life

Dienstag, November 13th, 2007

Vergangenen Samstag fand ein Treffen der Project Management Individuals statt, einer kleinen Gruppe von Menschen / Avataren, die im realen Leben Mitglieder des PMI sind (zumindest die meisten). PMI steht für Project Management Institute, einer Art internationaler Berufsverband der Projektmanager. Ziel soll es sein, ein virtuelles Chapter – auf deutsch eine Art Ortsverband – zu gründen sowie in den nächsten Monaten eine eigene PM-Insel als Treffpunkt für Projektmanager aufzubauen. Die offizielle Anerkennung des Chapters durch das PMI steht allerdings noch aus.

Mit solchen Aktivitäten wird sich zeigen, ob Second Life als Plattform für virtuelle Zusammenarbeit taugt. Die Anfänge sind zumindest vielversprechend! Wo kann man sich sonst ohne großen Aufwand am Samstag Abend für ein, zwei Stunden mit Leuten aus Kalifornien, Kanada, Florida und Kolumbien treffen? Bei Interesse einfach nach der Gruppe Project Management Individuals suchen.