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E-Business Modell Attention (Awareness, Aufmerksamkeit, Reichweite)

Donnerstag, Oktober 21st, 2010

In meiner kleinen Reihe möchte ich als erstes die Stufe beschreiben, die uns Reichweite bringt, das eigentliche Onlinemarketing. Je nach Modell mit den Begriffen Attention (AIDA), Awareness oder Catch (5C) umschrieben. Im engeren Sinne bezieht sich das auf die Anzahl an Besuchern auf meiner Webseite. Man kann das Prinzip aber auch auf einzelne Aktionen oder Kampagnen beziehen. In diesem Fall kann die Reichweite die Anzahl an Abonnenten pro Newsletter oder die Anzahl an Impressions (= Einblendungen) einer Textanzeige einer PayPerClick-Kampagne bedeuten.

e-Business: Attention, Awareness, Aufmerksamkeit, Reichweite

Die Liste der Einzelaktivitäten im Onlinemarketing umfasst unter anderem:

  • Die einfachste und meiner Ansicht effektivste Form der Erzeugung von Reichweiten ist eine gute Sichtbarkeit der eigenen Webseite im Netz für Suchmaschinen. Eine Suchmaschinenoptimierte (SEO, Search Engine Optimization) Webseite ist Pflicht, denn günstiger kommt man kaum an Besucher. Diese sind selbst aktiv im Internet unterwegs und suchen ja nach der entsprechenden Information. Eine Positionierung, vielleicht sogar auf der ersten Position auf der ersten Seite einer der gängigen Suchmaschinen ist Gold wert!
  • Neben einer guten Position im organic listing (Bei Google z.B. die linke Spalte) einer Suchmaschine ist das Schalten von Textanzeigen im paid listing (rechte Spalte bei Google). Diese Werbeform wird Suchmaschinenmarketing (SEM, Search Engine Marketing) genannt. Da auch dort die Positionierung nicht gekauft, sondern per Bieterverfahren ersteigert werden muss, hat ähnlich zu SEO rund um SEM eine eigene Branche entwickelt. Je nach Aktivität von Mitbewerbern kann SEM eine zusätzliche, günstige Quelle für Traffic sein.
  • Bannerwerbung: die bekannten und ungeliebten Banner in, über oder um eine Inhaltsseite herum. Da diese Werbeformen von Benutzern kaum mehr wahrgenommen werden (Stichwort Banner Blindness), gibt es schon sehr lange Banner, die sich über die Inhalte schieben, sogenannte LayerAds. Störer im wahrsten Sinne des Wortes. Die Klickraten dieser Werbeformen sind bekanntermaßen sehr gering. Die Werbebranche kontert gerne damit, dass die Einblendung des Werbemittels auch schon wirken würde und rechnet gerne mit mit der klassischen Größe TKP ab, also dem Tausender Kontaktpreis (wohlgemerkt: bezogen auf die Einblendung, nicht auf den Klick!).
  • Affiliatemarketing. Ist zwar auch eine Form von Bannerwerbung. Die Nachteile der klassischen Banner werden aber dadurch gemindert, dass die Banner extrem weit gestreut werden. Durch eine geschickte, themenbezogene Auswahl der anbietenden Plattformen können relevante Zielgruppen sehr genau angesprochen werden. Verschiedene Abrechnungsmodelle unabhängig von Adimpressions und Klickraten machen diese Werbeform für kleine Webseitenbetreiber als auch für das E-Business attraktiv. Problematisch sind die Möglichkeiten, die Abrechnungsmodelle dieser Werbeform zu manipulieren, ein Beispiel ist das Cookie Dropping (wird noch mal gesondert erklärt).
  • Emailmarketing. immer hart an der Grenze zu Spam. Es ist kaum möglich, Emailadressen zu erhalten, bei denen das Einverständnis des Empfängers zur Kontaktaufnahme besteht. Die bessere Variante sind Newsletter mit anständigen, interessanten Inhalten. Die gehören für mich allerdings weniger in den Bereich Reichweite, sondern sind für mich eher ein Kundenbindungsinstrument (siehe Loyality).
  • Kooperationen: Ob bezahlt oder unbezahlt, Kooperation mit anderen Webseiten oder Portalen bieten eine gute Möglichkeit, sich im Internet im entsprechenden Umfeld zu präsentieren. In einer einfachen Form geschieht dies per Linktausch, aufwendigere Formen können auch den Tausch von Inhalten betreffen (Content Integration). Nicht zu verachten ist auch die Chance, die nötige Verlinkung im Netz, also Backlinks aufzubauen.
  • Virale Kampagnen werden meines Erachtens derzeit etwas gehypt. Bekannt sind vor allem Videoclips, die sich wie eine Infektion von alleine über den Erdball verbreiten. Die bekannten Stilmittel sind seit eh und je Sex, Ekel, Humor, oft auch Gewalt. Zwei Anmerkungen dazu: erstens ist sehr schwer (auch teuer), eine erfolgreiche virale Kampagne zu starten. Zweitens ist die Frage, wie relevant die Reichweite tatsächlich ist, soll die Kampagne konkrete Geschäftsziele erreichen.
  • Social Media: Wie sich die sozialen Medien zur Generierung von Reichweite nutzen lassen, wird sich noch zeigen. Aktuell reichen die Versuche vom schlichten Spammen der neu entstehenden Plattformen bis hin zur Generierung wertvoller Kontakte durch Empfehlungsmarketing. Viele Werbeformen in sozialen Medien entwickeln sich derzeit oder sind noch nicht einmal erfunden.
  • Aggregatoren/Vergleichsportale: Chance und Risiko zugleich. Vergleichsportale liefern unter Umständen sehr viel Traffic, allerdings nur, wenn der Preis stimmt. Wer auf diesem Feld mitspielen möchte, ist oft gezwungen, seine Preise unter denen der Mitbewerber zu drücken. Das setzt natürlich eine abwärtsgerichtete Spirale in Gang.

Eine Kampagne durchzuführen ist eine Sache. Zu erkennen, ob sie auch erfolgreich war bzw. ob sie sich bezahlt geamcht hat eine andere. Die Webanalyse bzw. die entsprechenden Tools liefern uns dafür zahlreiche Werte oder auch Kennzahlen (KPI, Key Performance Indicator. Ich liste einfach mal die gängigsten KPI’s auf, je nach Kampagnenart gibt es zahlreiche weitere, die Aussagen über den Erfolg einer Marketingmaßnahme liefern.

  • (Ad)Impressions Bei den eingesetzten Werbemitteln wurden bereits die Einblendungen oder auch Impressions genannt.
  • Klickrate Im Onlinemarketing wichtiger ist allerdings die Klickrate (CTR, Clickthroughrate). Sie gibt an, auf wieviele der eingeblendeten Werbemittel wie Banner tatsächlich geklickt wurde.
  • Cost per View Wurde ein Abrechnungsmodell auf Basis der Einblendung gewählt, bezahlt man eben nach Anzahl der Einblendungen. Normalerweise wird das per 1.000 Einblendungen abgerechnet, der bereits erwähnte Tausender Kontaktpreis (TKP).
  • Cost per Click. Da die Werbewirksamkeit auf Basis von Einblendungen eine sehr schwammige Sache ist, hat sich im Onlinemarketing eher die Abrechnung per tatsächlich getätigtem Klick durchgesetzt. Selbstredend, dass dieser Preis natürlich deutlich über dem TKP liegt. Mit diesem Wert lassen sich verschiedene Kampagnen miteinander vergleichen, sie liefern uns einen ersten Hinweis darauf, in welchen Maßnahmen wir unser verfügbares Werbebudget am sinnvollsten einsetzen sollten.

Auf unserer Webseite, der Zielseite unserer Kampagne, liefern die eingesetzten Webanalytics-Tools wichtige Zahlen. So z.B.

Besucher Die Anzahl der Menschen, die über die Kampagne zu unserer Webseite gefunden haben. Dieser Wert sollte näherungsweise mit der Klickrate der Marketingmaßnahme übereinstimmen (100%ige Übereinstimmung wird es allerdings nie geben). Da ein Mensch in einem gegebenen Zeitraum durchaus mehrfach die Webseite besuchen kann, er aber immer noch ein und der selbe Mensch bleibt, hat die Kennzahl der Besuche inzwischen an Wichtigkeit verloren.

Zugriffsquelle Normalerweise laufen mehrere Kampagnen parallel, die unser Webseite zum Ziel haben. Diesen Traffic sollten wir dort also trennen können, um so die unterschiedlichen Zugriffsquellen auf ihren Erfolg hin gesondert auszuwerten.

Keywords Bei allen Kampagnen mit Bezug zu Suchmaschinen interessiert natürlich sehr stark, mit welchen Suchbegriffen oder Keywords die Menschen zu uns auf die Website gefunden haben. Daraus lassen sich zahlreiche Schlüsse für den inhaltlichen Ausbau oder die Optimierung unserer Webseite ziehen.

,Eine Anmerkung zum Schluss: Bei der Reichweite geht es nicht nur um Quantität, sondern – meiner Meinung nach – vor allem um Qualität. Es ist relativ einfach, sich eine Menge Traffic für die Webseite einzukaufen. Stimmt die Zielgruppe oder die Tonalität der Ansprache nicht, wird man kaum in der Lage sein, mit diesem Traffic seine angestrebten Geschäftsziele zu erreichen. Weniger ist manchmal mehr, oft auch auch billiger. Außer man möchte mit hohen Zugriffszahlen seinem Chef imponieren.

Das soll es aber erst mal zum Thema Reichweite gewesen sein. Auch an dieser Stelle nochmals der Hinweis, dass es viele weitere Kennzahlen für die unterschiedlichsten Kampagnen gibt. So liefern uns derzeit vor allem die Sozialen Medien viele neue Metriken zur Aufmerksamkeitsmessung wie Kontakte, Freunde oder Follower. Dazu später mehr:

Vorhergehende Beiträge zu diesem Thema:

Arbeitsorganisation im e-Business

Konsequenzen aus der vorgestellten Arbeitsorganisation im e-Business

Noch ein Marketingmodell die 5C’s im e-Business

Noch ein Marketingmodell: die 5C’s im E-Business

Freitag, September 24th, 2010

Auf einem Workshop habe ich letztens eine weitere Variante des vorgestellten Marketingmodells AIDA kennengelernt: das 5C-Modell. Die 5 C’s stehen dabei für Catch, Conduct, Convince, Convert und Connect. Neuer Wein in alten Schläuchen, denn die 5C’s lassen sich eins zu eins auf das AIDA(S) Modell übertragen.

  • Catch enspricht der Erzeugung von Reichweite (Awareness, Attention)
  • Conduct, wörtlich übersetzt leiten oder dirigieren, lässt sich mit dem Interesse gleichsetzen (Interest, Evaluation), das man beim Besucher auslösen möchte.
  • Convince soll den Interessenten / Besucher vom Produkt überzeugen und den Wunsch (Desire, Engagement) auslösen, das Produkt zu kaufen.
  • Convert macht aus einem Interessenten oder Besucher einen Kunden (Action, Conversion)
  • Connect ist die Beziehung (Satisfaction, Loyality), die man zum gewonnen Kunden aufbauen möchte, um aus ihm einen treuen Kunden zu machen.

Auch wenn das 5C Modell aufgrund der gewählten Begrifflichkeit etwas aktiver anmutet als das AIDA-Modell, die Einordung der einzelnen Stufen des Verkaufsprozesses ist in beiden Modellen gleich.

Weitere Beiträge zu dem Thema:
Konsequenzen aus der vorgestellten Arbeitsorganisation im e-Business
Arbeitsorganisation im E-Business

Konsequenzen aus der vorgestellten Arbeitsorganisation im E-Business

Dienstag, September 14th, 2010

Bevor ich näher auf die im vorhergehenden Beitrag beschriebenen Phasen Attention, Interest, Action und Satisfaction beschreibe, möchte ich einige Konsequenzen aus dem vorgestellten Strukturmodell vorwegnehmen.

Eine ganzheitliche Sicht auf die Dinge! Was ist damit gemeint? Ganz einfach: Es macht zum Beispiel keinen Sinn, über Onlinemarketingmaßnahmen eine große Reichweite zu erzeugen, wenn im Nachgang die Prozesse wie die Abarbeitung der eingehenden Kontakte oder die Logistik eines Onlineshops nicht funktionieren. Im schlimmsten Fall ist das nicht nur rausgeschmissenes Geld, sondern man vergrätzt auch nachhaltig potentielle Neukunden. Übrigens oft ein Problem großer Firmen wo einzelne Abteilungen wie Marketing, Vertrieb und Support nicht Hand in Hand arbeiten.

Genauso wenig macht es Sinn, sich Traffic, also Besucher auf eigene Webseite einzukaufen, wenn dort die Technik nicht funktioniert oder die Usability so miserabel ist, dass die eingekauften Besucher meine Webseite unverrichteter Dinge wieder verlassen.  Aus meiner Erfahrung heraus konzentrieren sich die meisten Firmen auf den Marketingteil. Klar, der macht auch am meisten Spaß.

Social Media. Der Einsatz von sozialen Medien bietet sich für zwei Dinge an:

  • Entweder zur plumpen Erzeugung von Reichweite. Dies lässt sich durch die Streuung von Backlinks auf die eigene Webseite auch schön für die Suchmaschinenoptimierung (SEO, Search Engine Optimization) nutzen, die sogenannten Offpage-Faktoren. Stichwort “Twitter als Linkschleuder”.
  • Oder ich trete über die (nicht mehr ganz) Neuen Medien in einen echten Dialog mit Interessenten oder Kunden. Diese recht neue Marketingdisziplin des Community Managements stellt für mich derzeit die Königsklasse im Onlinemarketing dar. Sie ist die Basis für einen nachhaltigen Auf- oder Ausbau eines Onlinekanals. Ob man den älteren Begriff des CRM, also Customer Relationship Management eher als Synonym oder als Oberbegriff für Community Management sieht, ist schon wieder persönlicher Geschmack.

Webanalyse. Bei meinen Betrachtungen wird deutlich, das die Webanalyse eine enorme Rolle spielt. Keine Maßnahme, die nicht über die Methoden der Webanalyse nachverfolgt und gemessen werden sollte. Um unseren Altkanzler Helmut Kohl zu zitieren “Wichtig ist, was hinten rauskommt”. Aber um zu wissen was hinten rauskommt sollte man nicht nur wissen, was man vorne reingesteckt hat, sondern auch wie sich die Umwandlungsquote oder Conversionrate bei verschiedenen Maßnahmen unterscheidet. Über die ganzen Phasen hinweg ergibt das dann den Return On Invest oder kurz ROI. Die Gestaltung bzw. Optimierung einer einzelnen Kampagne oder meines gesamten Webauftritts darf demnach nicht von persönlichen Geschmack Einzelner abhängen, sondern sollte soweit wie möglich auf harten Fakten beruhen. Ich weiß, das ist die Idealvorstellung, aber wie sagt man so schön: der Weg ist das Ziel.

Also von hinten nach vorne arbeiten: Erst die Prozesse zur Bearbeitung der Anfragen aufräumen oder aufsetzen. Dann die Onlineplattformen zumindest soweit optimieren, dass das Angebotene vom Besucher auch gefunden oder genutzt werden kann (Das Feintuning der Webseite oder einzelner Landingpages kann natürlich später erfolgen, denn dazu ist entsprechender Traffic notwendig). Dann erst Reichweite aufbauen. Ob mit “klassischem” Onlinemarketing oder Social Media-Kampagnen hängt dann eher von den verfügbaren personellen Ressourcen und / oder dem Budget ab. Und dann messen, messen, messen!

Weiter Postings zu dem Thema:

http://www.virtual-commerce.de/2010/09/arbeitsorganisation-im-e-business.html

Arbeitsorganisation im E-Business

Montag, September 6th, 2010

Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit der Methodik im Projektmanagement. Glaubt man dem jährlich erscheinenden Chaos-Report der Standish Group scheinen vor allem in der IT erfolgreiche Abschlüsse von Projekten eher Glücksfall als die Norm zu sein. Jedenfalls haben mich vor Jahren schon eigene, leidvolle Erfahrungen dazu bewogen, mich ernsthafter mit Methoden des Projektmanagements auseinanderzusetzen. Ein guter Ort, dies zu tun, ist das Project Management Institute (PMI), eininternationaler Berufsverband für Projektmanager.

Aber was hat Projektmanagement nun mit E-Business zu tun? Klar, IT-Projekte gehören im E-Business zum Tagesgeschäft. Ich möchte aber auf etwas anderes hinaus. Die unterschiedlichen Methoden des Projektmanagements versuchen, alle anfallenden Aktivitäten und Prozesse zu identifizieren und in eine gewisse Ordnung zu bringen. Das Ziel ist es, dem Projektmanager einen Satz erprobter und standardisierter Handlungsanweisungen an die Hand zu geben, mit dem sich die Erfolgsaussichten für ein zu bearbeitendes Projekt deutlich steigern lassen.

Innerhalb des PMI gibt (besser geschrieben gab) es nun sogenannte Special Interest Groups, so auch die E-Business Special Interest Group (PMI EBSIG). In dieser Gruppierung gab es vor Jahren die Bestrebung, eine spezifische Methodik für Projekte im E-Business zu entwickeln. Daraus ist, zumindest meines Wissens, nie etwas geworden, aber, die Idee hat mich nicht mehr losgelassen. Seit dieser Zeit versuche ich für mich, ein wenig Ordnung in den Tätigkeitsbereich des E-Business zu bringen. Praktisch gesehen geht es mir einfach darum, meinen Arbeitsalltag möglichst effizient zu organisieren.

Die Berufs- und Tätigkeitsfelder im E-Business sind alles andere als eindeutig definiert. Es werden permanent neue Tools, Technologien und Trends auf den Markt geworfen und wir alle, die in dieser Branche tätig sind, müssen fast täglich entscheiden, wem zu folgen lohnt oder wer sich später als Rattenfänger entpuppt. Derzeit dominieren die Social Media oder Sozialen Medien die Diskussion (die wörtliche Übersetzung aus dem Englischen funktioniert meines Erachtens nicht, da social im Englischen eine etwas andere Bedeutung hat als uns deutsches sozial). Glaubt man jedenfalls den plötzlich allerorten auftauchenden Social Media Experten müsste man alles stehen und liegen lassen und nur noch twittern oder facebooken. Aber muss man das wirklich?

Die Antwort lautet wie so oft im Leben: Das hängt davon ab! Aber wovon? Um das zu klären möchte ich ein wenig weiter ausholen. Ein nützliches Modell zur Strukturierung meiner Arbeit ist das Marketingmodell AIDA. Das hat nichts mit Verdis Oper zu tun, ist aber erstaunlicherweise fast genauso alt. Bereits im Jahr 1898 entwickelte Elmo Lewis das Modell, mit dem er versuchte, die einzelnen Schritte eines Verkaufsprozesses zu beschreiben. Dabei steht AIDA für:

A = Attention: Die Aufmerksamkeit, die ich z.B. mit Werbung für ein bestimmtes Produkt erzeugen möchte.
I = Interest: Das Interesse, dass ich im Idealfall mit der Werbung auslöse …
D = Desire: … sowie den Wunsch, das beworbene Produkt auch besitzen zu wollen.
A = Action: Letztendlich der Kauf des Produkts.
S = Satisfaction: Kam später als Ergänzung zu dem Modell hinzu und beschreibt die Befriedigung, die der Kauf des Produkts (hoffentlich) auslöst. Dieses S spielt meiner Ansicht eine große Rolle.

Für alle echten Marketingfachleute olle Kammellen. Ob das Modell nun so in dieser Form korrekt ist und funktioniert, möchte ich an dieser Stelle nicht auch diskutieren, denn es gibt durchaus andere, modernere Sichtweisen auf den Prozess des Verkaufens.

In verschiedenen Publikation und Vorträgen sind mir übrigens auch andere Begriffe untergekommen, die sich aber ganz gut mit dem AIDA-Modell abbilden lassen. Für Attention findet sich des öfteren der Begriff Awareness, statt Interest Evaluation und statt Desire wird Engagement verwendet. Für Action bin ich auf den für Onlinethemen eigentlich besser passenden Begriff Conversion gestoßen und Satisfaction kann auch als Loyality bezeichnet werden, welche die Kundenbindung beschreibt.

Wie ich diese Begriffe nun zur Strukturierung der Tätigkeiten im E-Business verwende zeigen die beiden nachfolgenden Grafiken.

e-business overview

Ich mache übrigens keine Trennung zwischen I und D, Interest und Desire. Man kann es beliebig oft hin und her diskutieren, ob der Kaufwunsch sich nicht doch noch als Interesse an einem Produkt einordnen lässt bzw. ob Engagement nicht schon eine vom Nutzer gewünschte Aktion ist. Dafür erhält die Loyalität von mir eine höhere Gewichtung, den Kundenbindung ist ein hoher Wert an sich. Seth Godin wertet in seinem Buch Permission Marketing einen bestehenden Kunden deutlich höher als einen noch zu gewinnenden Kunden. Wachstum (also mehr Geschäft) lässt sich seiner Meinung nach nicht nur aus der Gewinnung von Neukunden heraus erzielen, sondern vor allem aus dem Kreis bestehender Kunden. Er vertritt sogar die Ansicht, das Kosten und Aufwand zur Gewinnung eines Neukunden deutlich über der Pflege eines Bestandskunden liegen.

Weiterhin steht es inzwischen außer Zweifel, dass alle Offline-Aktivitäten einen enormen Einfluss auf den Onlinebereich haben. Dazu zählen Branding-, Image-, Marketing- sowie Werbekampagnen. Im Gegenzug sind natürlich alle traditionellen Verkaufs- und Kommunikationskanäle zu beachten, auf die wiederum die Online-Aktivitäten einen erheblichen Einfluss haben.

e-business disciplines

In der zweiten Grafik komme ich dahin, worauf ich ursprünglich hinaus wollte. Aus der beschrieben Struktur lassen sich die einzelnen Disziplinen ableiten, die im E-Business zu bedienen sind:

Aufmerksamkeit (Attention/Awareness): Das Spielfeld des Onlinemarketings. Eigentlich alles, was dazu dient, Reichweite zu erzeugen.

Interesse (Interest/Evaluation): Alles, was sich auf den eigenen Internetplattformen abspielt. Hier spielen die dargebotenen Inhalte die größte Rolle. Technisch gesehen geht es um Contentmanagement. Eine weitere Rolle spielt die Art der Darstellung sowie die Strukturierung der Inhalte, also die Disziplinen Webdesign, Usability und Accessebility.

Kaufwunsch auslösen (Desire/Engagement): fällt (bei mir) wie im Text beschrieben weg.

Aktion (Action/Conversion): Um aus Besuchern meiner Onlineangebote Kunden oder zumindest Interessenten zu machen, die ihre Kontaktdaten hinterlassen, spielt die Usability eine zunehmend größere Rolle. Alles, was an dieser Stelle nicht funktioniert führt zwangsläufig zu Abbrüchen im Kaufprozess. Und damit zu niedrigeren Konversionsraten.

Kundenbindung (Satisfaction/Loyality): In diese Phase fällt alles, was dazu dient, aus einem einmaligen Kunden einen treuen Kunden zu machen. Dazu zählen alle Maßnahmen des Customer Relationsship Managements (CRM). In den letzten Jahren etabliert sich zunehmend das Community Management als eigene Displin im E-Business. Natürlich zählen auch alle nicht Internetbasierten Aktivitäten dazu.

Mit diesem Modell wird nun auch die wichtige Funktion der Webanalyse nachvollziehbar, die den gesamten Ablauf vom Onlinemarketing bis hin zur einzelnen Kundenbindungsmaßnahme überprüft und somit auch dokumentiert. Ein nützlicher Nebeneffekt: Webanalyse zwingt mich dazu, für jede geplante Maßnahme vorab die entsprechenden Ziele zu definieren, die ich erreichen möchte.

Jedenfalls wird so aus dem wohlklingenden AIDA-Modell ein weniger gut klingendes AIAS-Modell. Das soll es aber erst einmal gewesen sein. Die einzelnen Schritte werde ich in zukünftigen Postings weiter ausführen. Mein Blog gehört zwar nicht zu den hochfrequentierten Blogs dieser Welt, aber vielleicht stolpert ja doch der ein oder die andere über meine Ausführungen und beteiligt sich an einer Diskussion.

Weitere Postings zu diesem Thema:

http://www.virtual-commerce.de/2010/09/konsequenzen-aus-der-vorgestellten-arbeitsorganisation-im-e-business.html

Strafe muss sein!

Mittwoch, August 25th, 2010

Das Update meiner 2.5er Version von WordPress als Basis meines Blogs virtual-commerce.de habe ich immer weiter hinausgezögert. Zu weit! Denn Ende Juli wurde mein Blog gehackt. Die Angreifer haben es bis in die Datenbank geschafft und die Texte der Posts mit Schadcode verhunzt.

Inzwischen läuft der Blog (viele schreiben auch das Blog, hört sich für mich aber komisch an) auf der neuesten Version von WordPress und den eingeschleusten Code konnte ich auch aus den einzelnen Beiträgen entfernen. Aber so ganz habe ich den ursprünglichen Zustand nicht mehr herstellen können. So sind leider alle Titel meiner Postings zerstümmelt worden und durch mein Gefummel an der Datenbank sind alle Beziehungen zwischen Artikel und Kommentaren verloren gegangen. Nicht dass sich das wieder herstellen ließe, aber ich werte es einfach mal als ZEICHEN (obwohl ich normal überhaupt nicht esoterisch veranlagt bin) und mache einen harten Schnitt.

Meinen Blog begann ich 2007 mit dem Hype um virtuelle Welten wie Second Life. Ich glaube zwar immer noch, dass diese Art von Internetanwendungen eine Zukunft haben werden, aber die Themen meines Blogs haben sich über die Zeit trotzdem immer mehr von den 3D-Welten entfernt und sich mehr und mehr auf den Bereich e-Business konzentriert. Mit e-Business beschäftige ich mich seit ca. 15 Jahren, also fast seit dem (kommerziellen) Anbeginn des Internets Mitte der 90er.

An dieser Stelle mache ich also einen Schnitt und werde die alten Postings einfach löschen. Einige der Postings, die ich für gelungen oder ganz interessant halte, werde ich über die nächsten Wochen wieder herstellen. Da waren doch einige dabei, mit denen ich mir sehr viel Mühe gegeben hatte.

Mit diesem Schnitt möchte ich auch eine gewisse Neuausrichtung meines Blogs vollziehen und mich ausschließlich dem Thema e-Business widmen. Dazu werden Themen zählen wie:

  • Onlinekollaboration
  • Onlinemarketing
  • Open Source
  • Projektmanagement (im E-Business)
  • E-Commerce (Shopsysteme wie z.B. Magento, Paymentprovider, etc. )
  • Social Media (inkl. den wunderschönen Buzzwörten Social Media Marketing und Social Media Monitoring)
  • Webanalyse

Neben meinem Job bei einem mittelständischen Unternehmen, für das ich die Internet- und Intranetauftritte betreue, engagiere ich mich auch in diversen Organisationen und Verbänden zu den oben genannten Themen, wie dem Project Management Institute (PMI) und der Webanalytics Association (WAA). Vor allem die Webanalyse scheint sich als eigenständige Disziplin zur Erfolgsmessung im Onlinemarketing zu etablieren.