Archive for the ‘e-Commerce’ Category

Arbeitsorganisation im E-Business

Montag, September 6th, 2010

Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit der Methodik im Projektmanagement. Glaubt man dem jährlich erscheinenden Chaos-Report der Standish Group scheinen vor allem in der IT erfolgreiche Abschlüsse von Projekten eher Glücksfall als die Norm zu sein. Jedenfalls haben mich vor Jahren schon eigene, leidvolle Erfahrungen dazu bewogen, mich ernsthafter mit Methoden des Projektmanagements auseinanderzusetzen. Ein guter Ort, dies zu tun, ist das Project Management Institute (PMI), eininternationaler Berufsverband für Projektmanager.

Aber was hat Projektmanagement nun mit E-Business zu tun? Klar, IT-Projekte gehören im E-Business zum Tagesgeschäft. Ich möchte aber auf etwas anderes hinaus. Die unterschiedlichen Methoden des Projektmanagements versuchen, alle anfallenden Aktivitäten und Prozesse zu identifizieren und in eine gewisse Ordnung zu bringen. Das Ziel ist es, dem Projektmanager einen Satz erprobter und standardisierter Handlungsanweisungen an die Hand zu geben, mit dem sich die Erfolgsaussichten für ein zu bearbeitendes Projekt deutlich steigern lassen.

Innerhalb des PMI gibt (besser geschrieben gab) es nun sogenannte Special Interest Groups, so auch die E-Business Special Interest Group (PMI EBSIG). In dieser Gruppierung gab es vor Jahren die Bestrebung, eine spezifische Methodik für Projekte im E-Business zu entwickeln. Daraus ist, zumindest meines Wissens, nie etwas geworden, aber, die Idee hat mich nicht mehr losgelassen. Seit dieser Zeit versuche ich für mich, ein wenig Ordnung in den Tätigkeitsbereich des E-Business zu bringen. Praktisch gesehen geht es mir einfach darum, meinen Arbeitsalltag möglichst effizient zu organisieren.

Die Berufs- und Tätigkeitsfelder im E-Business sind alles andere als eindeutig definiert. Es werden permanent neue Tools, Technologien und Trends auf den Markt geworfen und wir alle, die in dieser Branche tätig sind, müssen fast täglich entscheiden, wem zu folgen lohnt oder wer sich später als Rattenfänger entpuppt. Derzeit dominieren die Social Media oder Sozialen Medien die Diskussion (die wörtliche Übersetzung aus dem Englischen funktioniert meines Erachtens nicht, da social im Englischen eine etwas andere Bedeutung hat als uns deutsches sozial). Glaubt man jedenfalls den plötzlich allerorten auftauchenden Social Media Experten müsste man alles stehen und liegen lassen und nur noch twittern oder facebooken. Aber muss man das wirklich?

Die Antwort lautet wie so oft im Leben: Das hängt davon ab! Aber wovon? Um das zu klären möchte ich ein wenig weiter ausholen. Ein nützliches Modell zur Strukturierung meiner Arbeit ist das Marketingmodell AIDA. Das hat nichts mit Verdis Oper zu tun, ist aber erstaunlicherweise fast genauso alt. Bereits im Jahr 1898 entwickelte Elmo Lewis das Modell, mit dem er versuchte, die einzelnen Schritte eines Verkaufsprozesses zu beschreiben. Dabei steht AIDA für:

A = Attention: Die Aufmerksamkeit, die ich z.B. mit Werbung für ein bestimmtes Produkt erzeugen möchte.
I = Interest: Das Interesse, dass ich im Idealfall mit der Werbung auslöse …
D = Desire: … sowie den Wunsch, das beworbene Produkt auch besitzen zu wollen.
A = Action: Letztendlich der Kauf des Produkts.
S = Satisfaction: Kam später als Ergänzung zu dem Modell hinzu und beschreibt die Befriedigung, die der Kauf des Produkts (hoffentlich) auslöst. Dieses S spielt meiner Ansicht eine große Rolle.

Für alle echten Marketingfachleute olle Kammellen. Ob das Modell nun so in dieser Form korrekt ist und funktioniert, möchte ich an dieser Stelle nicht auch diskutieren, denn es gibt durchaus andere, modernere Sichtweisen auf den Prozess des Verkaufens.

In verschiedenen Publikation und Vorträgen sind mir übrigens auch andere Begriffe untergekommen, die sich aber ganz gut mit dem AIDA-Modell abbilden lassen. Für Attention findet sich des öfteren der Begriff Awareness, statt Interest Evaluation und statt Desire wird Engagement verwendet. Für Action bin ich auf den für Onlinethemen eigentlich besser passenden Begriff Conversion gestoßen und Satisfaction kann auch als Loyality bezeichnet werden, welche die Kundenbindung beschreibt.

Wie ich diese Begriffe nun zur Strukturierung der Tätigkeiten im E-Business verwende zeigen die beiden nachfolgenden Grafiken.

e-business overview

Ich mache übrigens keine Trennung zwischen I und D, Interest und Desire. Man kann es beliebig oft hin und her diskutieren, ob der Kaufwunsch sich nicht doch noch als Interesse an einem Produkt einordnen lässt bzw. ob Engagement nicht schon eine vom Nutzer gewünschte Aktion ist. Dafür erhält die Loyalität von mir eine höhere Gewichtung, den Kundenbindung ist ein hoher Wert an sich. Seth Godin wertet in seinem Buch Permission Marketing einen bestehenden Kunden deutlich höher als einen noch zu gewinnenden Kunden. Wachstum (also mehr Geschäft) lässt sich seiner Meinung nach nicht nur aus der Gewinnung von Neukunden heraus erzielen, sondern vor allem aus dem Kreis bestehender Kunden. Er vertritt sogar die Ansicht, das Kosten und Aufwand zur Gewinnung eines Neukunden deutlich über der Pflege eines Bestandskunden liegen.

Weiterhin steht es inzwischen außer Zweifel, dass alle Offline-Aktivitäten einen enormen Einfluss auf den Onlinebereich haben. Dazu zählen Branding-, Image-, Marketing- sowie Werbekampagnen. Im Gegenzug sind natürlich alle traditionellen Verkaufs- und Kommunikationskanäle zu beachten, auf die wiederum die Online-Aktivitäten einen erheblichen Einfluss haben.

e-business disciplines

In der zweiten Grafik komme ich dahin, worauf ich ursprünglich hinaus wollte. Aus der beschrieben Struktur lassen sich die einzelnen Disziplinen ableiten, die im E-Business zu bedienen sind:

Aufmerksamkeit (Attention/Awareness): Das Spielfeld des Onlinemarketings. Eigentlich alles, was dazu dient, Reichweite zu erzeugen.

Interesse (Interest/Evaluation): Alles, was sich auf den eigenen Internetplattformen abspielt. Hier spielen die dargebotenen Inhalte die größte Rolle. Technisch gesehen geht es um Contentmanagement. Eine weitere Rolle spielt die Art der Darstellung sowie die Strukturierung der Inhalte, also die Disziplinen Webdesign, Usability und Accessebility.

Kaufwunsch auslösen (Desire/Engagement): fällt (bei mir) wie im Text beschrieben weg.

Aktion (Action/Conversion): Um aus Besuchern meiner Onlineangebote Kunden oder zumindest Interessenten zu machen, die ihre Kontaktdaten hinterlassen, spielt die Usability eine zunehmend größere Rolle. Alles, was an dieser Stelle nicht funktioniert führt zwangsläufig zu Abbrüchen im Kaufprozess. Und damit zu niedrigeren Konversionsraten.

Kundenbindung (Satisfaction/Loyality): In diese Phase fällt alles, was dazu dient, aus einem einmaligen Kunden einen treuen Kunden zu machen. Dazu zählen alle Maßnahmen des Customer Relationsship Managements (CRM). In den letzten Jahren etabliert sich zunehmend das Community Management als eigene Displin im E-Business. Natürlich zählen auch alle nicht Internetbasierten Aktivitäten dazu.

Mit diesem Modell wird nun auch die wichtige Funktion der Webanalyse nachvollziehbar, die den gesamten Ablauf vom Onlinemarketing bis hin zur einzelnen Kundenbindungsmaßnahme überprüft und somit auch dokumentiert. Ein nützlicher Nebeneffekt: Webanalyse zwingt mich dazu, für jede geplante Maßnahme vorab die entsprechenden Ziele zu definieren, die ich erreichen möchte.

Jedenfalls wird so aus dem wohlklingenden AIDA-Modell ein weniger gut klingendes ADAS-Modell. Das soll es aber erst einmal gewesen sein. Die einzelnen Schritte werde ich in zukünftigen Postings weiter ausführen. Mein Blog gehört zwar nicht zu den hochfrequentierten Blogs dieser Welt, aber vielleicht stolpert ja doch der ein oder die andere über meine Ausführungen und beteiligt sich an einer Diskussion.

An

Mittwoch, Juni 10th, 2009

In meinem Beitrag von letzter Woche hatte ich mich ja noch ziemlich ?ber ein Magento-Buch (http://www.virtual-commerce.de/2009/06/was-ich-gerade-lese-webshops-mit-magento.html) ausgelassen, diese Woche m?chte ich aber ein Dokument empfehlen, dass ich allen angehenden Betreibern eines Webshops ans Herz legen m?chte: der E-Commerce-Leitfaden des ibi research der Universit?t Regensburg (was sich hinter dem K?rzel ibi verbirgt, konnte ich nicht herausfinden, aber egal). Unglaublich aber wahr: das Buch wird als PDF-Datei kostenfrei zum Download angeboten!

Dieses Dokument fasst auf mehr als 300 Seiten so ziemlich alles zusammen, an was man beim Aufbau und Betrieb eines Webshops denken muss. Ein kleine, unvollst?ndige Liste der behandelten Themen:

  • Verschiedene Shopsysteme und deren Auswahl
  • Wie man sein Angebot im Internet bekannt macht (Onlinemarketing)
  • Sinn und Zweck der Webanalyse, um einerseits die Gestaltung des Shops als auch die Marketing-Kampagnen zu optimieren
  • Alles zum Thema Datenschutz
  • Ganz wichtig: die rechtssichere Gestaltung eines Webshops zur Minderung der Gefahr von Abmahnungen
  • Nicht minder wichtig: die verschiedenen Zahlungsverfahren sowie deren jeweiligen Vor- und Nachteile

Das gesamte Dokument ist sehr sch?n aufgemacht, ?bersichtlich gegliedert und trotz der zum Teil trockenen Materie gut lesbar geschrieben. Dabei wird jedes Kapitel durch Infoboxen mit n?tzlichen Zusatzinformationen sowie Experteninterviews erg?nzt.

Zum Schluss m?chte ich noch erw?hnen, dass dieser Leitfaden nicht nur als frei verf?gbares PDF-Dokument angeboten wird, sondern es wird auch als Hardcover zum Preis von ca. 60.- € angeboten. Als Nachschlagewerk f?r sp?ter vielleicht gar keine so schlechte Anschaffung. Das Buch kann unter der oben schon verlinkten Webadresse der Uni Regensburg bestellt werden. Zus?tzlich kann man sich noch f?r einen alle zwei Wochen erscheinenden Newsletter zum Thema E-Commerce registieren.

Trotz vieler Risiken macht dieses Buch richtig Mut f?r das Betreiben eines eigenen Internet-Ladens. Die Lekt?re sei also w?rmstens empfohlen.

Internet

Donnerstag, Januar 8th, 2009

Zumindest in der Gruppe der 25 bis 34-J?hrigen Europ?er. Laut der Studie Mediascope Europe 2008 der EIAA (European Interactive Advertising Association) ist damit das Internet auch zum Leitmedium dieser Altersgruppe geworden. F?r die J?ngeren ist es das bereits schon. Au?erdem erw?hnenswert: die gestiegene Nuztung des Internets geht ganz klar zu Lasten des Fernsehens (Wer einen Blick auf das Programm der deutschen Fernsehsender wirft, wei? auch warum ;-) ).

Klar sein d?rfte auch, dass sp?testens in 10 Jahren das Internet das Leitmedium in der Altersgruppe der 35 bis 44-J?hrigen sein wird.

Link auf die Pressemeldung zur Studie (deutsche Version).

Neue

Freitag, Juli 11th, 2008

Sebastian St?cker ver?ffentlicht heute eine neue Episode seines Podcasts PMPOD. In diesem Podcast spricht er ?ber verschiedene Aspekte des Projekt Managements. F?r diese Episode hatte ich die Ehre der Gast der Show zu sein. Wir reden ?ber:

  • negative und positive Einfl?sse des Web 2.0 auf Firmen und Personen
  • in diesem Zusammenhang auch ?ber meinen Artikel Was ist Web 2.0, der ?ber diese Website kostenfrei verf?gbar ist
  • spezifische Eigenschaften des Projektmanagements im E-Business
  • und ?ber die E-Business Special Interest Group des PMI (sowie dem Versuch, hier in M?nchen eine lokale Gruppe zu gr?nden)
  • (eine zus?tzliche ?berraschung: wir hatten einen weiteren Gast in der Show)

Mehr Informationen gibt es nat?rlcibh im Podcast selbst, der so nebenbei eine gute Informationsquelle f?r Projektmanager ist. Wer dar?berhinaus Interesse an einer lokalen Gruppe zum ETham E-Business hat, darf sich gerne bei mir melden.

Old

Mittwoch, Februar 6th, 2008

Nach dem B?rsencrash und dem Tod vieler Dotcom-Unternehmen um das Jahr 2001 herum h?rt man den Ausdruck der Old Economy und New Economy nur noch sehr selten. Aber beide Arten von Firmen existieren immer noch. Der Unterschied zwischen ihnen liegt allerdings nicht mehr darin, ob das Gesch?ftsmodell Internet-basiert ist oder nicht, oder ob der CEO Turnschuhe und Jeans anstatt von Anzug und Krawatte tr?gt.

Der Unterschied liegt inzwischen mehr darin, wie eine Firma mit ihren Kunden, Gesch?ftspartnern und Angestellten umgeht. Kurz gesagt, ob sich eine Firma nach au?en hin ?ffnet oder bildlich gesprochen eine Firewall um ihre Grenzen zieht. Ein Weg f?r dieses ?ffnen ist das Internet und das , was wir heute Web 2.0 nennen.

Nachdem ich einige B?cher wie The Long Tail, Wikinomics oder aktuell das Cluetrain Manifest gelesen habe bzw. gerade lese, bin ich mehr und mehr davon ?berzeugt, dass die Art der Kommunikation und Zusammenarbeit einer Firma mit ihrer Au?enwelt sich dramatisch ?ndern wird. Viele Firmen, die diesen Ver?nderungen nicht folgen k?nnen oder wollen, werden sterben. Und alle werden aus der Kategorie der sogenannten Old Economy stammen. Die Gr?nde und viele Beispiele finden sich in den genannten B?chern.

Uns stehen interessante Zeiten bevor!

Web

Donnerstag, Januar 10th, 2008

Normally is user generated content, the fuel of web 2.0 applications, for all others for free. In Germany started these days a new portal from the GD-Verlag from Berlin, which works a different way: you have to pay for the content. On Xinxii you can download documents of all kinds of topics if you pay for it. But whoever wants to offer content can use the platform without paying for the service to distribute his or her documents.

I’m excited how this business model will work in the future.

Web

Donnerstag, Januar 10th, 2008

Normalerweise sind von Benutzern erzeugte Inhalte (user generated content), der Grundstoff von Web 2.0 Anwendungen, f?r alle anderen kostenlos zu haben. In Deutschland startete dieser Tage ein Portal des Berliner GD-Verlages, dass anders arbeitet. Man muss f?r die Inhalte bezahlen. ?ber Xinxii kann man Dokumente zu allen m?glichen Themen herunterladen – wenn man daf?r bezahlt. Allerdings kann jeder der m?chte, seine Inhalte dort kostenfrei bereitstellen.

Ich bin gespannt, wie sich das Gesch?ftsmodell in Zukunft entwicklet.

Online-Werbung boomt

Freitag, Juni 29th, 2007

Laut Pressemitteilung vom 29. Juni 2007 der W&V (Werben & Verkaufen; Fachblatt der Werbewirtschaft) boomt der Markt der Online-Werbung weiterhin. Die Budgets f?r das kommende Quartal steigen demnach um 19% gegen?ber dem gleichen Vorjahreszeitraum.
Skeptisch bleiben die Marketingfachleute allerdings gegen?ber Themen wie Web 2.0 oder Second Life. Die Entwicklungen dieser Technologien werden zwar aufmerksam verfolgt. Ein Engagement in diesen Bereichen lehnen allerdings 90% der Fachleute ab.

Originaltext auf www.presseportal.de

Werbung

Freitag, Juni 29th, 2007

Wie bekommt man Menschen, die noch gar keinen Account f?r Second Life haben, vielleicht doch dazu, sich das neue Werk vor Ort anzusehen? Eine Idee daf?r sind Videoclips. In dem auf Youtube.com gefundenen Clip pr?sentiert sich der Apple Store, der im Real Life in der Fifth Avenue in New York residiert. Vielleicht bekommt man auf diesem Weg einige derjenigen Mensche, die sich bisher nur einmal im Spiel angemeldet haben, doch noch einmal dazu, sich Second Life genauer anzusehen?

Link zu Video