Archive for the ‘Community Management’ Category

Konsequenzen aus der vorgestellten Arbeitsorganisation im E-Business

Dienstag, September 14th, 2010

Bevor ich näher auf die im vorhergehenden Beitrag beschriebenen Phasen Attention, Interest, Action und Satisfaction beschreibe, möchte ich einige Konsequenzen aus dem vorgestellten Strukturmodell vorwegnehmen.

Eine ganzheitliche Sicht auf die Dinge! Was ist damit gemeint? Ganz einfach: Es macht zum Beispiel keinen Sinn, über Onlinemarketingmaßnahmen eine große Reichweite zu erzeugen, wenn im Nachgang die Prozesse wie die Abarbeitung der eingehenden Kontakte oder die Logistik eines Onlineshops nicht funktionieren. Im schlimmsten Fall ist das nicht nur rausgeschmissenes Geld, sondern man vergrätzt auch nachhaltig potentielle Neukunden. Übrigens oft ein Problem großer Firmen wo einzelne Abteilungen wie Marketing, Vertrieb und Support nicht Hand in Hand arbeiten.

Genauso wenig macht es Sinn, sich Traffic, also Besucher auf eigene Webseite einzukaufen, wenn dort die Technik nicht funktioniert oder die Usability so miserabel ist, dass die eingekauften Besucher meine Webseite unverrichteter Dinge wieder verlassen.  Aus meiner Erfahrung heraus konzentrieren sich die meisten Firmen auf den Marketingteil. Klar, der macht auch am meisten Spaß.

Social Media. Der Einsatz von sozialen Medien bietet sich für zwei Dinge an:

  • Entweder zur plumpen Erzeugung von Reichweite. Dies lässt sich durch die Streuung von Backlinks auf die eigene Webseite auch schön für die Suchmaschinenoptimierung (SEO, Search Engine Optimization) nutzen, die sogenannten Offpage-Faktoren. Stichwort “Twitter als Linkschleuder”.
  • Oder ich trete über die (nicht mehr ganz) Neuen Medien in einen echten Dialog mit Interessenten oder Kunden. Diese recht neue Marketingdisziplin des Community Managements stellt für mich derzeit die Königsklasse im Onlinemarketing dar. Sie ist die Basis für einen nachhaltigen Auf- oder Ausbau eines Onlinekanals. Ob man den älteren Begriff des CRM, also Customer Relationship Management eher als Synonym oder als Oberbegriff für Community Management sieht, ist schon wieder persönlicher Geschmack.

Webanalyse. Bei meinen Betrachtungen wird deutlich, das die Webanalyse eine enorme Rolle spielt. Keine Maßnahme, die nicht über die Methoden der Webanalyse nachverfolgt und gemessen werden sollte. Um unseren Altkanzler Helmut Kohl zu zitieren “Wichtig ist, was hinten rauskommt”. Aber um zu wissen was hinten rauskommt sollte man nicht nur wissen, was man vorne reingesteckt hat, sondern auch wie sich die Umwandlungsquote oder Conversionrate bei verschiedenen Maßnahmen unterscheidet. Über die ganzen Phasen hinweg ergibt das dann den Return On Invest oder kurz ROI. Die Gestaltung bzw. Optimierung einer einzelnen Kampagne oder meines gesamten Webauftritts darf demnach nicht von persönlichen Geschmack Einzelner abhängen, sondern sollte soweit wie möglich auf harten Fakten beruhen. Ich weiß, das ist die Idealvorstellung, aber wie sagt man so schön: der Weg ist das Ziel.

Also von hinten nach vorne arbeiten: Erst die Prozesse zur Bearbeitung der Anfragen aufräumen oder aufsetzen. Dann die Onlineplattformen zumindest soweit optimieren, dass das Angebotene vom Besucher auch gefunden oder genutzt werden kann (Das Feintuning der Webseite oder einzelner Landingpages kann natürlich später erfolgen, denn dazu ist entsprechender Traffic notwendig). Dann erst Reichweite aufbauen. Ob mit “klassischem” Onlinemarketing oder Social Media-Kampagnen hängt dann eher von den verfügbaren personellen Ressourcen und / oder dem Budget ab. Und dann messen, messen, messen!

Weiter Postings zu dem Thema:

http://www.virtual-commerce.de/2010/09/arbeitsorganisation-im-e-business.html

Nettes Zitat zum Wesen von Online Communities

Donnerstag, März 18th, 2010

Zur Frage, ob Online-Communities realen Gemeinschaften gleichwertig sind, bin ich über folgendes Zitat gestolpert: Die Cybergemeinschaft verhält sich zur realen Gemeinschaft wie die Gummipuppe zur lebendige Frau. Das Zitat stammt von Joseph Lockard (Progressive Politics, Electronic Individualism and the Myth of Virtual Community, 1997). Gelesen habe ich es in der Studie “Erfolgreicher Aufbau von Online-Communitys: Konzepte, Szenarien und Handlungsempfehlungen” von Sandra Schaffert und Diana Wieden-Bischoff.

Immer noch die alte Frage: Wie verdient man mit Social Communities Geld?

Dienstag, November 3rd, 2009

Referenten und Beschreibung des Inhalts:
http://www.medientage.de/kongress/programm/programmdetail.html?panel=406

Seit Jahren werden Geschäftsmodelle diskutiert, wie man mit Social Communities Geld verdienen kann. So ganz klar scheint das in Deutschland noch nicht zu sein. Neben der offensichtlichen Einnahmequelle Werbung zeichnen sich Möglichkeiten sowohl für E-Commerce als auch im Handel mit virtuellen Gütern ab. Vor allem letzteres spielt vor allem im asiatischen Raum eine große Rolle. Eine Sonderrolle nimmt in Deutschland das Business-Netzwerk Xing ein. Xing hat es entgegen dem Trend geschafft, mit einem Abo-Modell schwarze Zahlen zu schreiben (und das fast von Anfang an!). Ein weiterer Erfolgsfaktor von Xing liegt wohl auch in der hervorragenden Verbindung der On- zur Offline-Welt. Ein Aspekt, den andere Netzwerke immer noch vernachlässigen.

Vor allem bei den virtuellen Gütern hinken die deutschen Communities den internationalen Mitbewerbern hinter her. Neben digitalen Schwertern des Spiels World of Warcraft oder die neueste Mode in Second Life zählen zu den virtuellen Gütern übrigens auch Services und Anwendungen (neudeutsch Apps), welche in oder über die sozialen Netze eingekauft werden können. Einige der Referenten vertraten in der Diskussion deutsche Netzwerke wie StudiVZ oder Wer kennt wen?. Sie gaben unumwunden zu, die Entwicklung offener Schnittstellen zu ihren Netzen vernachlässigt zu haben und verloren so Boden (sprich Marktanteile) gegenüber den ausländischen Mitbewerbern, allen voran Facebook.

Kurze Erwähnung fand übrigens auch Second Life. Aktuell in den Medien kaum zu finden wächst die 3D-Community langsam aber sicher weiter. Es nehmen nicht nur die Nutzerzahlen zu , sondern vor allem der Umsatz der Linden Dollars. Totgesagte leben länger!

Äußerst bemerkenswert finde ich übrigens die Rolle, die Communities für ihre Nutzer zur Informationssuche spielen. Im Rahmen der Diskussion wurde die Zahl von 40% Anteil an der Informationsbeschaffung im Netz genannt, den Social Networks bereits heute haben. Und dieser Anteil wird wachsen, ganz klar zu Lasten der Suchmaschinen. Hier wird dürfte es in den nächsten Jahren ein Wechsel vom Suchmaschinenmarketing (inklusive des großen Marktes der Suchmaschinenoptimierer) hin zum Aufmerksamkeits- und Empfehlungsmarketing geben. Wie immer dieses aussehen mag, vielleicht eine Art Affiliatemarketing im kleinen Kreis? Nichts ist mehr wert als eine Empfehlung aus dem Bekanntenkreis. Ich in gespannt, welche Konzepte sich in den einzelnen Communities entwickeln bzw. sich durchsetzen werden. So nutzen einige Firmen bereits Fanseiten auf Facebook oder Myspace, um Subcommunities um ihre Produkte herum aufzubauen. Als Beispiele wurden Brands4Friends oder Haribo genannt. Das Einrichten solcher Firmen-Fanseiten lassen sich die Community-Betreiber natürlich bezahlen und haben so tatsächlich eine neue Einnahmequelle entdeckt.

Ich bin da ja etwas altbacken und glaube, dass gute Produkte oder gute Dienstleistungen die größten Vorteile in sozialen Netzen haben werden. Ganz im Sinne des Cluetrain Manifesto und damit auch im Sinne des Kunden.

Ein weiteres Problem für Communities d?rfte die schwache Bindung der Mitglieder zu ihrer Community sein. Viele von uns haben ihr Profil bereits bei mehreren Netzwerken hinterlegt und wechseln zwischen diesen Welten. Bestes Beispiel sind die Business-Netzwerke Xing und LinkedIn. Nicht wenige meiner Bekannten pflegen auf Xing ihr deutsches und auf LinkedIn ihr englisches Profil. Damit werden die Plattformen beliebig austauschbar und sind der Gunst ihrer Mitglieder ausgeliefert. (Warum gibt es eigentlich nicht die Möglichkeit, sein Profil gliech in mehreren Sprachen zu pflegen?)

Ein Aspekt, der in der Diskussion zu Tage kam und mir bisher so nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass mit dem Erfolg meist nordamerikanischer Unternehmen im Markt der Suchmaschinen und Communities ein nicht unbeträchtlicher Teil der Werbeausgaben (auch Spendings genannt, die Werbeleute sind was die Verwurstelung der Sprache angeht nicht weniger grausam als IT-ler) ins Ausland abfließt, statt wie bisher der einheimischen Werbewirtschaft zu Gute kommt. Daher auch der Aufruf einiger Diskussionsteilnehmer an Verleger und Investoren, weiterhin im Markt der einheimischen Communities aktiv zu bleiben und damit einem weiteren Abwandern von Kapital ins Ausland entgegenzuwirken. Bekanntere Beispiele sind unter anderem StudiVZ, SchülerVZ, Lokalisten oder Wer-kennt-wen.

Was ich nicht ganz nachvollziehen konnte, war die Aussage, dass die Communities in direkter Konkurrenz zu den klassischen Medien und dem professionellen Journalismus stehen sollen. Ich sehe eher das Gegenteil, denn Communities erg?nzen meiner Ansicht nach die klassischen Medien hervorragend. Aber da überwiegen wohl noch die Berührungsängste. Mehr zu dem Thema in meiner Zusammenfassung zum Onlinegipfel.

Übrigens hatte ich hier vor fast zwei Jahren schon einmal einen Beitrag zu dem Thema gepostet: Wie verdient man mit einer Social Community Geld?

Der social media Aggregator friendfeed

Dienstag, April 14th, 2009

Jeder von uns hat ja nicht nur seinen Blog, sondern ist noch Mitglied bei diversen Communities, sammelt und veröffentlicht Bilder oder Videos über die bekannten Plattformen und in letzter Zeit wird noch auf Teufel komm raus’ getwittert. Würde man alle Kanäle einigermaßen regelmäßig mit neuen Inhalten versorgen, die auch noch irgendeinen anderen Menschen interessieren sollen außer einem selbst, bliebe kaum mehr Zeit für das echte Leben.

Mit FriendFeed wird nun aber alles anders. Mit diesem Online-Dienst kann man nun alle seine digitalen Kanäle zusammenfassen. Das digitale Alter ego lässt sich so auf einen Blick erfassen (und natürlich wieder weiterverbreiten). Es lassen sich über 50 Dienste importieren. Dazu zählen natürlich so gut wie alle bekannten Plattformen wie Facebook, Flickr, LinkedIn, Twitter, Delicious, … .News-Aggregatoren wie Google Reader oder Netvibes werden nochmals weiter aggregiert. Und man kann natürlich auch auf FriendFeed Freunde sammeln. Für alle, die in den anderen Netzwerken nicht schon genug Freunde gefunden haben.

Das schöne aber, man veröffentlicht seine Beiträge wie gewohnt wo immer man will und FriendFeed aktualisiert sich von selbst. Schon so eine Art Meta-Aggregator. Wer sich anschauen möchte, wie das dann aussieht, hier mein FriendFeed: http://friendfeed.com/virtualcommerce.

Communities für Jeden

Mittwoch, November 21st, 2007

Microsoft möchte scheinbar einen größeren Anteil am social internet. Nach ihrem Engagement an der Community Facebook stellt Microsoft nun einen neuen Service bereit: Jede(r) kann nun seine oder ihre eigene Community aufbauen und zwar mit einem Tool namens Community Builder. Erstaunlich ist dabei, dass der Dienst kostenlos ist. Für mich zeigt dies den Druck durch Open Source Projekte auf Software Hersteller. Wird eine solche Software von der Internet Gemeinde gebraucht, ist es meist nur eine Frage der Zeit, bis es eine solche Software auch frei verfügbar gibt. Microsoft scheint dies zu wissen und verlangt daher nichts für den Dienst. Sogar der Source Code scheint frei verfügbar zu sein. Weitere Informationen finden sich unter http://dev.live.com/.

Gruppen in Second Life

Dienstag, November 13th, 2007

Vergangenen Samstag fand ein Treffen der Project Management Individuals statt, einer kleinen Gruppe von Menschen / Avataren, die im realen Leben Mitglieder des PMI sind (zumindest die meisten). PMI steht für Project Management Institute, einer Art internationaler Berufsverband der Projektmanager. Ziel soll es sein, ein virtuelles Chapter – auf deutsch eine Art Ortsverband – zu gründen sowie in den nächsten Monaten eine eigene PM-Insel als Treffpunkt für Projektmanager aufzubauen. Die offizielle Anerkennung des Chapters durch das PMI steht allerdings noch aus.

Mit solchen Aktivitäten wird sich zeigen, ob Second Life als Plattform für virtuelle Zusammenarbeit taugt. Die Anfänge sind zumindest vielversprechend! Wo kann man sich sonst ohne großen Aufwand am Samstag Abend für ein, zwei Stunden mit Leuten aus Kalifornien, Kanada, Florida und Kolumbien treffen? Bei Interesse einfach nach der Gruppe Project Management Individuals suchen.