Bevor ich näher auf die im vorhergehenden Beitrag beschriebenen Phasen Attention, Interest, Action und Satisfaction beschreibe, möchte ich einige Konsequenzen aus dem vorgestellten Strukturmodell vorwegnehmen.
Eine ganzheitliche Sicht auf die Dinge! Was ist damit gemeint? Ganz einfach: Es macht zum Beispiel keinen Sinn, über Onlinemarketingmaßnahmen eine große Reichweite zu erzeugen, wenn im Nachgang die Prozesse wie die Abarbeitung der eingehenden Kontakte oder die Logistik eines Onlineshops nicht funktionieren. Im schlimmsten Fall ist das nicht nur rausgeschmissenes Geld, sondern man vergrätzt auch nachhaltig potentielle Neukunden. Übrigens oft ein Problem großer Firmen wo einzelne Abteilungen wie Marketing, Vertrieb und Support nicht Hand in Hand arbeiten.
Genauso wenig macht es Sinn, sich Traffic, also Besucher auf eigene Webseite einzukaufen, wenn dort die Technik nicht funktioniert oder die Usability so miserabel ist, dass die eingekauften Besucher meine Webseite unverrichteter Dinge wieder verlassen. Aus meiner Erfahrung heraus konzentrieren sich die meisten Firmen auf den Marketingteil. Klar, der macht auch am meisten Spaß.
Social Media. Der Einsatz von sozialen Medien bietet sich für zwei Dinge an:
- Entweder zur plumpen Erzeugung von Reichweite. Dies lässt sich durch die Streuung von Backlinks auf die eigene Webseite auch schön für die Suchmaschinenoptimierung (SEO, Search Engine Optimization) nutzen, die sogenannten Offpage-Faktoren. Stichwort “Twitter als Linkschleuder”.
- Oder ich trete über die (nicht mehr ganz) Neuen Medien in einen echten Dialog mit Interessenten oder Kunden. Diese recht neue Marketingdisziplin des Community Managements stellt für mich derzeit die Königsklasse im Onlinemarketing dar. Sie ist die Basis für einen nachhaltigen Auf- oder Ausbau eines Onlinekanals. Ob man den älteren Begriff des CRM, also Customer Relationship Management eher als Synonym oder als Oberbegriff für Community Management sieht, ist schon wieder persönlicher Geschmack.
Webanalyse. Bei meinen Betrachtungen wird deutlich, das die Webanalyse eine enorme Rolle spielt. Keine Maßnahme, die nicht über die Methoden der Webanalyse nachverfolgt und gemessen werden sollte. Um unseren Altkanzler Helmut Kohl zu zitieren “Wichtig ist, was hinten rauskommt”. Aber um zu wissen was hinten rauskommt sollte man nicht nur wissen, was man vorne reingesteckt hat, sondern auch wie sich die Umwandlungsquote oder Conversionrate bei verschiedenen Maßnahmen unterscheidet. Über die ganzen Phasen hinweg ergibt das dann den Return On Invest oder kurz ROI. Die Gestaltung bzw. Optimierung einer einzelnen Kampagne oder meines gesamten Webauftritts darf demnach nicht von persönlichen Geschmack Einzelner abhängen, sondern sollte soweit wie möglich auf harten Fakten beruhen. Ich weiß, das ist die Idealvorstellung, aber wie sagt man so schön: der Weg ist das Ziel.
Also von hinten nach vorne arbeiten: Erst die Prozesse zur Bearbeitung der Anfragen aufräumen oder aufsetzen. Dann die Onlineplattformen zumindest soweit optimieren, dass das Angebotene vom Besucher auch gefunden oder genutzt werden kann (Das Feintuning der Webseite oder einzelner Landingpages kann natürlich später erfolgen, denn dazu ist entsprechender Traffic notwendig). Dann erst Reichweite aufbauen. Ob mit “klassischem” Onlinemarketing oder Social Media-Kampagnen hängt dann eher von den verfügbaren personellen Ressourcen und / oder dem Budget ab. Und dann messen, messen, messen!
Weiter Postings zu dem Thema:
http://www.virtual-commerce.de/2010/09/arbeitsorganisation-im-e-business.html