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Gelesen: Die große Fotoschule – Digitale Fotopraxis von Christian Westphalen

Donnerstag, April 28th, 2011

In meiner Schulzeit habe ich noch in einer improvisierten Dunkelkammer mit allerlei Chemikalien herumgepanscht, um meine Schwarzweiß-Aufnahmen selbst zu entwickeln. Später ist das Hobby Fotografie dann etwas in den Hintergrund geraten. Geblieben ist mir neben einer ganz guten Ausrüstung auf Basis einer Spiegelreflex-Kamera eine größere Sammlung an Negativen und Tausende von Dias.

Irgendwann einmal habe ich mir dann beim Discounter eine billige Digiknipse gekauft und habe dann nach ungefähr zwei Jahren festgestellt, dass ich seit diesem Moment meine analoge Fotoausrüstung nie wieder in die Hand genommen habe. Also habe ich mich dann doch durchgerungen, einen digitalen Body für meine Objektive anzuschaffen. So musste ich erst einmal feststellen, dass es die Kameramarke Minolta gar nicht mehr existierte. Ich hatte schon Sorge, es gibt überhaupt keine Gehäuse für meine Minolta-Objektive mehr, aber Minoltas Kameraproduktion ging komplett auf Sony über.

Aber auch mit dieser digitalen Ausrüstung der Einsteigerklasse habe ich nicht mehr gemacht als mehr oder weniger drauflos zu knipsen. Mit den Ergebnissen war und bin ich allerdings immer unzufrieden. Grund genug, mich doch einmal etwas eingehender mit digitaler Fototechnik zu beschäftigen. Den Auftakt bildete die Lektüre von Christian Westphalens Buch “Die große Fotoschule”.

Westphalen beschreibt in dem Buch erst einmal die Technik digitaler Kameras und hebt dabei die Unterschiede zur analogen Spiegelreflextechnik besonders hervor. Das Buch ist also vor allem für diejenigen interessant, die bereits Kenntnisse in der analogen Fotografie sammeln konnten. Ausgehend von der Technik leitet er dann die Möglichkeiten zur Beeinflussung verschiedener Gestaltungsmöglichkeiten wie Blenden- und Zeitvorwahl zur Steuerung von Belichtung, Schärfe, Tiefenschärfe, Farbigkeit sowie die Nachbearbeitung der rohen Fotos im “Raw”-Format ab. Während ich es mit meiner analogen Ausrüstung gewöhnt war, Parameter wie Blende oder Belichtungszeit bewusst zu wählen, habe ich mich bis jetzt bei meiner digitalen Kamera auf allerlei Automatismen verlassen. Damit ist erst einmal Schluss!

Einige meiner Aha-Erlebnisse, die ich bereits beim Lesen des hatte:

  • Brennweite der Objektive verlängert sich angeblich um Faktor 1,5
    Als ich das digitale Gehäuse für meine Objektive gekauft habe, erklärte mir der Verkäufer, dass sich die Brennweite ungefähr um den Faktor 1,5 verlängert (ja, ich habe die Kamera im stationären Handel tatsächlich günstiger bekommen als im Internet!). Warum das so sein soll, habe ich zuerst nicht ganz kapiert, es liegt aber an dem Sensor in der Kamera, der kleiner als Filmformat 36 x 24 mm ist. Damit ist der Bildausschnitt bei einer gegebenen Brennweite kleiner als bei einem analogen Gehäuse. Man hat den Eindruck einer längeren Brennweite.
  • Fotografieren im Raw-Format, digitale Dunktelkammer
    Die Option, Bilder im Raw-Format habe ich erst mal ignoriert, um Platz auf der Speicehrkarte zu sparen hatte ich nur das JPG-Format verwendet. Das Raw-Format entspricht aber so ungefähr einem Negativ ist ist Ausgangsprodukt für die digitale Dukelkammer.
  • Wechselnde ISO-Werte als Gestaltungsmittel
    Die Vorgabe von Blende und/oder Belichtungszeit kennt man ja noch aus analoger Zeit. Die Lichtempfindlichkeit des Films stand fest, zumindest solange, wie man einen Film mit festem ISO-Wert eingelegt hatte. Nun lässt sich die Lichtempfindlichkeit pro Aufnahme einstellen und damit wird die ISO-Zahl neben Blende und Zeit zu einem dritten Parameter, der variiert werden kann.
  • Kaputter Filter auf dem Objektiv
    Westphalen ist kein Ausrüstungsfetischist, er vermittelt mehr die Ansicht, dass der Fotograf das Bild macht, nicht die Kamera. Er gibt aber Tipps, wie man seine Ausrüstung sinnvoll ergänzt, z.B. um gebrauchte Objektive. Dazu liefert eine Checkliste, mit der man relativ schnell erkennt, ob man ein echtes Schnäppchen oder doch nur Schrott in der Hand hält. Ich habe jedenfalls ein altes Minolta Tele-Zoomobjektiv, mit dem ich gar nicht mehr gerne fotografierte, weil die Bilder ziemlich Farb- und Kontrastarm sind. Dieses O bjektiv habe ich mir dann anhand der Checkliste vorgenommen, um zu sehen, was genau an dem Obbjektiv eigentlich so schlecht ist. Und siehe da, es war einfach nur der Skylightfilter, der über die Jahre völlig eingetrübt ist. Alleine dafür, dass ich dieses Objektiv mal wieder in die Hand genommen habe, hat sich die Anschaffung des Buches gelohnt. Der Filter flog umgehend in die Mülltonne.
  • Lust am Experimentieren
    Dank der “Großen Fotoschule” habe ich wieder richtig Lust mit der Kamera zu experimentieren und die diversen Automatismen an der Kamera Schritt für Schritt zu deaktivieren. Der große Vorteil der digitalen Technik: man bekommt die Ergebnisse sofort zu sehen.

Weiter Infos zu Christian Westphalen und seiner Arbeit wie Fotoarbeiten, Bücher und Seminare finden sich auf seinem Blog www.westbild.de.

Gelesen: Don’t make me think! Web Usability von Steve Krug

Mittwoch, April 20th, 2011

Endlich bin ich mal dazu gekommen, das hochgelobte Buch zum Thema Web Usability von Steve Krug zu lesen. Dabei ist selbst die zweite Auflage der deutschen Ausgabe von 2005 nicht mehr ganz taufrisch. Viele Beispiele und Screenshots sind noch aus den Neunzigern. Auch inhaltlich gibt es nicht viel Neues, eine Aneinanderreihung von Binsenweisheiten. Man neigt dazu, über seine Erkenntnisse und Empfehlungen mit einem müden Lächeln hinweg zu lesen.

Schaut man dann aber ins Web, ist das Buch dann doch aktueller denn je. Kaum eine Webseite, die nicht zu verbessern wäre. Usability- und Gestaltungsregeln werden allerorten missachtet. Die meisten Seiten strotzen nur so vor dem berüchtigten “Happy Talk” und üblichen Marketing-Blabla. Im Gegenzug werden wichtige Information – absichtlich oder unabsichtlich – vor dem Benutzer versteckt. Die wichtigste Empfehlung von Krug lautet dabei: testen, testen, testen.

Angenehm übrerrascht war ich vom überschaubaren Umfang des Buches, mit gut 180 Seiten ist es recht schnell gelesen. Krug beherzigt selbst was er predigt: Kein unnötiger “Happy Talk”, kein Marketing-Blabla Er konzentriert sich immer auf das Wesentliche und erzeugt gerade dadurch einen kurzweiligen, fast schon unterhaltsamen Schreibstil, bei Fachbüchern eher selten. Bei diesen schrecken mich die dicken Wälzer, die sich per Kilopreis anbieten, eh’ schon lange ab.

Magento User Group Meeting in München

Freitag, April 15th, 2011

Vor einiger Zeit hatte ich für einen Bekannten einen Onlineshop auf Basis der Community Edition von Magento gebaut. Dieser Shop ist zwar so gut wie fertig, aber leider noch nicht online. Jedenfalls habe ich mich damals in verschiedene Magento-Gruppen eingetragen, so z.B. auf Xing.

Dies brachte mir nun eine Einladung zum 2. Magento User Group Meeting im Zoozies ein. Es ist zwar schon wieder ein paar Monate her, dass ich mich mit der Software auseinander gesetzt habe, trotzdem war ich gespannt darauf, die Meinung anderer zu dem Open Source Tool zu hören. Von den angemeldeten 16 Leuten kamen allerdings nur knapp die Hälfte, interessante Diskussionen gab es aber allemal. Die Gespräche drehten sich nicht nur um Magento-spezifischen Themen, sondern auch um e-Commerce im Allgemeinen.

Wer Interesse an einer Teilnahme für zukünftige Treffen hat, kann sich gerne bei mir melden, ich stelle dann gerne den Kontakt zum Organisator dieser Meetings her.

Piwik als Alternative zu Google Analytics?

Donnerstag, April 14th, 2011

Auf dem vergangenen emetrics summit (Zusammenfassung von Tag 1 und Tag 2) in München zog sich das Thema Datenschutz wie ein roter Faden durch die gesamte Konferenz. Bei Datenschützern besonders umstritten ist dabei das Webanalysetool von Google: Google Analytics. Allerdings kommen auch die Tools anderer Anbieter bei den Datenschützern nicht unbedingt gut weg.

In einem Vortrag einer Vertreterin vom ULD (Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein) wurde lediglich ein Tool für den Einsatz in der Webanalyse empfohlen: Piwik. Der Einsatz von Piwik ist aber nicht per se datenschutzkonform, auch in diesem Fall gibt es einiges zu beachten.

In seinem Blogpost “Webanalyse mit Piwik datenschutzkonform” fasst Markus Vollmert (www.econtrolling.de) die Vor- und Nachteile eines Einsatz von Piwik zusammen. Weiterhin beschreibt er, wie Piwik anzupassen ist, damit die Anforderungen des Datenschutzes auch erfüllt werden. Ein lesenswerter Artikel für alle, die darüber nachdenken, Piwik einzusetzen.

Review des 2. Tages des emetrics summit 2011

Freitag, April 8th, 2011

Verbindung Offline-Kampagnen mit der Online-Welt

Den zweiten Konferenztag eröffnete Alessandro Agostini mit einen Vortrag über den Einfluss von Offline-Kampagnen auf die Online-Medien. Klassische Radio- oder TV-Werbung kann – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – einen erheblichen Einfluss auf die Online-Medien haben.

Einleitendes Beispiel war Vodafon Italien, die über 5 Jahre hinweg ihren TV-Spot mit dem Claim „Life is now“ schalteten. Den Ausführungen von Agostini nach hatte Vodafone allerdings versäumt, ihre Webseiten für Suchmaschinen auf diesen Claim hin auszurichten. Die Kampgane erzeugte allerdings ein recht großes Suchvolumen für diesen Claim, den dann aber ein sehr kleiner Anbieter für sich nutzen konnte. Er optimierte seine Webseiten auf diesen Claim. Sozusagen ein erfolgreicher Trittbrettfahrer.

Weitere Beispiele von fehlgeleiteten Suchanfragen bezogen sich auf Ähnlichkeiten bei Firmennamen oder fehlerhafte Schreibweisen. Über Jahre antrainiertes Verhalten bei den Nutzern führt vor allem bei Ähnlichkeiten im Firmennamen dazu, dass die Suchergebnisse in die Irre führen können. Agostini ging in seinen Besipielen sehr tief ins Detail und wertete das Verhalten der Websitebesucher ja nach Keyword bis auf die jeweiligen Bouncerates oder Conversionrates aus.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich aber, dass eine optimale Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Abteilungen eines Hauses nicht immer einfach ist. Die Abstimmung zwischen klassischem Marketing und Onlinemarketing hört sich einfacher an als sie ist.

Was bringt ein Like?

Der nächste Vortrag versuchte die Frage zu beantworten, was ein Like, ein Fan oder ein Follower wert ist. Die ernüchternde Antwort von Markus Pohlmann (Mavens) auf diese Frage lautete erst mal: nichts. Damit war er mir ja gleich sympathisch. Pohlmann ist eindeutig ein Profi und seine kritische Haltung einem blinden Engagement von Firmen in Sozialen Medien gegenüber schien seiner Faszination diesen Medien gegenüber aber keinen Abbruch zu tun.

Er warnte davor, die Kommunikation einer Firma völlig aus der Hand zu geben und Plattformen anzuvertrauen, die sehr starken Modeschwankungen unterliegen. Facebook wird zwar nicht gleich wieder verschwinden, aber der Markt ist schnelllebig und die Karawane auch schnell wieder weitergezogen. Er plädierte auf eine sehr direkte Art („Was soll der ganze Scheiß?“) dafür, sich von der reinen Toolsicht zu lösen. Statt dessen empfiehlt er die Entwicklung von Kommunikationskonzepten, die die jeweiligen Tools für die eigenen Zwecken nutzen, ohne sich davon abhängig zu machen. Denn was ihn an all diesen Tools und Plattformen fasziniert ist eine Standardisierung der Kommunikation. Und genau darin sieht er für Unternehmen die riesen Chance.

Auch er ging im Laufe seines Vortrags sehr ins Detail und stellte ein Modell vor, auf Basis von eines TKP einen monetären Wert eines Kontakts in Facebook, Twitter oder sonst wo abzuleiten. Es lässt sich natürlich trefflich darüber streiten, ob das Modell so funktioniert, es gibt aber immerhin einen Anhaltspunkt, das Engagement in Sozialen Medien überhaupt zu bewerten. Seine Herleitung erschien zumindest plausibel.

Teilnehmerdiskussion zum Reifegradmodell der Webanalyse

Der nächste Programmpunkt war die für die emetrics typische Teilnehmerdiskussion. Die Konferenzteilnehmer sollten unter sich darüber diskutieren, auf welchen Level im Reifegradmodell der Webanalyse sich ihr Unternehmen befindet.  Ich habe mir diesen Teil ehrlicherweise verkniffen und wie viele andere auch den Saal verlassen. Dafür haben wir aber auch ordentlich vom Moderator Ossi Urchs geschimpft bekommen.

Ich halte das Reifegradmodell für sehr sinnvoll, eine Diskussion im deutschsprachigen Raum aber noch für verfrüht. Der Wert der Webanalyse als eigenständige Disziplin im Online-Marketing wird von vielen Unternehmen gerade erst erkannt, da passt eine Diskussion über das Reifegradmodell meines Erachtens noch gar nicht. Im englischsprachigen Raum mag das sicherlich anders sein.

Meiner Erfahrung nach befinden sich die meisten Firmen im ersten Level, dem Reporting. Die weiteren Level des Reifegradmodells in der Webanalyse lauten Benchmarking, Site Optimierung, Dynamische Promotion und Marketing Optimierung. Das Reifegradmodell ist allerdings einen eigenen Beitrag wert.

Wie sieht unsere Zielgruppe überhaupt aus?

Die Diskrepanz zwischen einer Zielgruppe aus Marketingsicht und der vermutlich völlig anders erscheinenden Realtität arbeiteten Claus Eulgem von der Asstel Versicherung und Andre Morys von der Firma WebArts heraus. Wer sich zu sehr von seinen eigenen Vorstellungen leiten lässt und die Realitäten außer Acht lässt, wir kaum Erfolg haben. Ein weiteres Problem: wir können nur die Besucher messen, die zu uns kommen. Über die Menschen, die  nicht zu uns auf die Webseite kommen, können wir dagegen nichts in Erfahrung bringen und deren (fehlende) Motivation ist mindestens genauso interessant. Andre Morys stellte die streitbare These auf, dass  die Vorstellungen der Marketingexperten der größte Conversion-Killer im Netz ist.

Als konkretes Beispiel wurde ein vertonter Beitragsrechner vorgestellt, den die Asstel auf ihrer Webseite einsetzt. Das Ergebnis eines Usability-Tests ergab eindeutig, dass die Nutzer die sofort startende Unterstützung  per Ton störte.  Völlig entgegengesetzt das Ergebnis der Webanalyse: Dies zeigt bei dwer vertonten Variante eine deutlich höhere Conversionsrate. Wie der Kollege von der Asstel so nett meinte, aufgrund dieses Ergebnisses hätten sie den Ton lauter machen müssen.

Bemerkenswert fand ich, dass mir auf einem Webanalyse-Kongress nun mehrfach Verweise auf die Methodik und Prozesse des Projektmanagements und der Qualitätssicherung auffielen. Um die Irrwege durch eigene Vorstellungen zu vermeiden griff Morys auf eine bereits 25 Jahre alte Methode zurück, die scheinbar dem six sigma Konzept entstammt: dem DMAIC-Zyklus.

Der DMAIC-Zyklus beschreibt ein sehr strukturiertes Vorgehen in fünf Schritten:

  • Define, das Problem definieren
  • Measure, den IST-Zustand messen
  • Analyse, Die Ursachen verstehen
  • Improve, eine Lösung für das Problem finden
  • Control, die Verbesserung (oder Verschlechterung) messen

Es scheint so zu sein, dass sich eine gewisse Methodik und Prozess-Orientierung im Onlnemarketing und der Webanalyse herausbildet.

Der Dauerbrenner schlechthin: Datenschutz

Den Abschluss der Konferenz bildete ein Vortrag zum Thema Datenschutz. Eine Einführung in das nicht ganz einfache Thema bot Martin Schirmbacher, Fachanwalt für IT-Recht. Datenschutz aus Sicht einer zuständigen Behörde erklärte Kirsten Bock vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) aus Schleswig Holstein.

Auf die einzelnen vorgestellten Punkte möchte an dieser Stelle gar nicht eingehen, mehr meinen Eindruck schildern. Erwartungsgemäß beharkten sich in der nach dem Vortrag stattfindenden Diskussion die unterschiedlichsten Interessensgruppen. Dazu zählen die Toolhersteller (etwas isoliert die Vertreter von Google Analytics), die Vertreterin der Datenschutzbehörde sowie der Anwalt. Man stritt zum Schluss ur noch darüber, wer wann mit wem was besprochen bzw. was gesagt hatte. Dauerstreitpunkt ist und bleibt zum Beispiel die Frage, ob eine IP-Adresse ein personenbezogenes Datum ist oder nicht.

Auf der Strecke bleiben meiner Ansicht die Anwender, sprich die Unternehmen, die eigentlich nur Webanalyse zugunsten ihres Geschäfts einsetzen möchten. Die Wenigsten dürften durch kriminelle Energie angetrieben sein, sondern sie wollen nichts weiter, als einen rechtssicheren Rahmen. Einen großen Vorteil haben meines Erachtens große Firmen oder Konzerne, die sich dank ihrer eigenen Rechtsabteilungen zu helfen wissen. Kleine und mittlere Unterrnehmen (vor allem Existenzgründer) dagegen sind den unklaren Rahmenbedingungen ausgeliefert. Frau Bock ließ keinen Zweifel daran, gegen wen sich die Behörden richten werden, sollten der Rechtsrahmen ihnen die Möglichkeiten dazu an die Hand geben: gegen Webseitenbetreiber und Anwender.

Ergebnis der Diskussion also weiterhin offen.

Soviel zu 2 Tagen Online-Marketing und Webanalyse auf dem emetrics summit 2011 in München. Ich werde schauen, dass ich noch einen deutlcih kürzer Beitrag mit einer Art Fazit veröffentlichen werde.

Review des ersten Tages des emetrics summit 2011

Ausführliches Review des ersten Tages des emetrics summit 2011

Donnerstag, April 7th, 2011

Am 5. und 6. April fand in München der emetrics summit statt, die jährliche Konferenz zum Thema Webanalyse. Wie jedes Jahr parallel zur SMX, der Konferenz der Suchmaschinenoptimierer. Auch wenn die Zahl der Besucher der emetrics stetig steigt, grob geschätzt waren es 200 Teilnehmer, erscheint der emetrics summit immer noch als Anhängsel der SMX. Das Interesse an SEO ist ungebrochen, für Webanalysten aber nur ein zu überwachender Kanal von vielen. Ich bin mir sicher, das Verhältnis wird sich in den kommenden Jahren umkehren ;-)

Am ersten Tag zeichnete sich bereits ab, das es keine grundlegenden Neuerungen oder neue Trends in der Webanalyse gibt. Die Diskussionen drehen sich um die bekannten Themen wie das Reifegrad-Modell (vom Reporting zu einer echten Analyse der Daten) sowie dem stets presenten Datenschutz.

Keynote von Jim Sterne

Eröffnet wurde die Konferenz wie üblich von Jim Sterne, dem Godfather of Webanalytics. Er zeichnete das große Bild und stellte den Menschen in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen (The Human Side of Analytics). Er bot einen historischen Abriss der technischen Entwicklung der Webanalyse, vom linux-basierten grep-Tool zur Analyse von Server-Logfiles bis hin zu den modernen Lösungen. Diese Entwicklung ging einher von einer reinen datenzentrierten Sicht hin zu Fragestellungen, die sich vom jeweiligen Geschäftsmodell und der damit verbunden Zielsetzung ableiten. Diesen Idealzustand nennt er schließlich Integrated Marketing. Im Grundgerüst seines Marketingmodells erkennt man unschwer das altbekannte AIDA-Modell, bei ihm Awareness, Interest, Evaluation und Negotiation (siehe auch den Beitrag ).

Aktivitäten der Webanalytics Association (WAA) in Deutschland

Im Anschluss daran gab Matthias Bettag als Vorsitzender des deutschen Ablegers der Webanalytics Association (WAA) einen Überblick über die Aktivitäten des letzten Jahres. Die Webanalytics Association ist eine Art internationaler Berufsverband der Webanalysten. Einer der Mitgbegründer des Verbands ist unter anderem Jim Sterne.

Webanalyse im Online-Blumenhandel

Nach einem kurzen Sponsorenvortrag folgte eine um so spannendere Präsentation des Online-Blumenversands Valentins, eine geschäftliche Aktivität aus dem Hause Burda. Manchen Branchen traut man nicht zu, dass dort richtig Geld zu verdienen ist. Aber der Blumenhandel ist in Deutschland ein Markt von immerhin 3,2 Mrd. Euro, dabei fallen 10 % auf den Onlinehandel.

Die beiden VortragendenMichael Witzenleiter und Dominik Multhaupt zeigten anschaulich, wie die Daten aus der Webanalyse halfen, die Bestandskunden und ihr Verhalten besser zu verstehen. Das Geschäft ist extrem Anlassgetrieben und die Webanalyse half zum Beispiel, einen Anlass zu identifizieren, den die Betreiber nicht auf dem Radar hatten: den Weltfrauentag in Ostdeutschland (der Valentinstag ist dagegen in den neuen Bundesländern nicht so wichtig). Ein weiteres Ergebnis der Analyse auf Basis von Nutzersegmenten (endlich mal ein Beispiel einer angewandten Segmentierung) war die Einführung sogenannter nonfloraler Geschenke für die männliche Zielgruppe. Der Erfolg des Angebots von Bier mit personalisierten Etiketten führte zu eigener eigenen Plattform für diese Art von (männlichen) Geschenken.

Bemerkenswert noch die Tatsache, dass man sich bei Valentins anstatt auf Neukundengewinnung deutlich stärker auf die Bestandskunden konzentriert. Findet sich übrigens auch in Seth Godins Buch “Permission Marketing”, in dem er die These aufstellt, dass die Gewinnung eines Neukunden mit deutlich mehr Aufwand verbunden ist, als einen Bestandskunden zu halten.

Weiterhin ist erwähnenswert, dass der Verkauf von Blumen über mobile Endgeräte erstaunlich erfolgreich läuft. Eine eigene App mit Erinnerungsfunktion für Festtage oder Geburtstage hilft zudem, Kunden zu binden. Diese Kundenbindungsmaßnahmen werden dann noch durch ein sehr ausgeklügeltes Newsletter-Konzept unterstützt. Newsletter sind ein inzwischen oft vernachlässigtes Werkzeug, um sich bei Kunden in Erinnerung zu rufen.

Strukturiertes Vorgehen in der Webanalyse

Der nächste Vortrag wurde von Andreas Rembow und Michael Buschmann von der Deutschen Telekom bestritten. Die Internetauftritte innerhalb eines so großen Konzerns auch nur annähernd auf eine Linie zu bringen, ist vermutlich eine Herkulesaufgabe. Ich arbeite in einem sehr viel kleineren und überschaubareren Umfeld und da funktioniert es schon nicht immer. Marketing- und Vertriebsleute sind mit ihren Aktionen oft sehr kreativ und noch öfter ungeduldig. Kein Wunder also, dass die beiden ein sehr strukturiertes Vorgehen präsentierten, was mich sehr stark an die Prozesse im Projektmanagement erinnert.

So stellen sie jeder Aktivität eine IST-Analyse voran, zu der auch eine Stakeholder-Analyse gehört. Stakeholder sind alle diejenigen, die direkt oder indirekt ein Interesse an einer Maßnahme haben. Der allgegenwärtige Datenschutz (bzw. der jeweilige Datenschutzbeauftragte in Person) ist ein solcher, sehr starker Stakeholder.

Ansonsten stellten auch die Kollegen von der Deutschen Telekom eine Strukturierung vor, die auf einer Dreiteilung beruht: Traffic, Conversion und Retention. Auch hier findet sich wieder die Einteilung in Reichweite (= Traffic), Interesse und Aktion (Conversion) und Kundenbindung (= Retention). Im AIDA-Modell trennt sich lediglich die hier bezeichnete Conversion in Interest und Action.

Im Hinblick auf Webanalyse interessant ist diese Einteilung, weil jedem dieser Bereiche die entsprechenden Tools und KPI’s zugeteilt werden. Webanalysetools werden hauptsächlich für das Controlling der Conversion eingesetzt, in der Kundenbindung sind dies dann eher CRM-Systeme (CRM = Customer Relationship Management).

Zur Sprache kam auch das Abmanagement (für mich ein neuer Begriff) bestehender Systeme. Die Empfehlung war hier ganz klar, nicht zu viel Wert auf historische Daten zu legen. Für aktuelle Optimierungen spielen diese überhaupt keine Rolle und sind auf CD oder DVD im Regal am Besten aufgehoben.

Webanalyse als interne Dienstleistung bei IBM

Einblicke in die Webanalyse, wie sie ein Weltkonzern wie IBM betreibt, gab Klaus Johannes Rusch, Mitarbeiter der Global Services im Bereich Webanalyse des Konzerns. Im Gedächtnis hat man sicher noch die Übernahmen der Toolanbieter Coremetrics und UNICA durch IBM. In diesem Vortrag ging es aber darum, wie ein weltweit arbeitender Konzern für sich selbst Webanalyse einsetzt und welchen Nutzen er daraus zieht.

Rusch ging dabei nicht auf die von IBM selbst genutzten Tools ein, sondern skizzierte eher die Organistion der Einheit, die als interner Dienstleister die aus den Analysen gewonnen Erkenntnisse anderen Geschäftseinheiten zur Verfügung stellt. Erwähnenswert finde ich, dass die Kosten dieser Analysen intern verrechnet werden. Das beugt der häufigen Neigung vor, einfach mal alles an Daten anzufordern und provoziert die oft vernachlässigte Frage nach dem Warum.

Neue Version von Google Analytics

Den Platz eines Sponsorenvortrags nutzte Google für die Präsentation der anstehenden neuen Version von Google Analytics. Da wird sich vor allem im Dashboard einigs tun und die Möglichkeiten zur personalisierten Anpassung pro Account werden deutlich gesteigert. Clancy Childs ging auch kurz auf die in Deutschland stattfindende Diskussion mit offiziellen Datenschützern ein. Er versprach, mit deutschen Behörden weiterhin im Dialog zu bleiben und Anforderungen seitens des Datenschutzes zu erfüllen. Mit einem Bundesbeuaftragten und 16 Landesbeauftragten sicherlich kein einfaches Unterfangen.

hej! Community von Ikea

Nicht weniger interessant war die Präsentation der hej! Community von Ikea (Martin Ivanovs) gemeisam mit OgilvyOne (Martin Feldkircher). Die hej! Community ist eine Produkt-Community und dient der Kundenbindung. Ikea hat es in relativ kurzer Zeit geschafft, für diese Community 50.000 Nutzer zu gewinnen, die dort ihre Profile und mit Ikea-Möbeln eingerichteten virtuellen Räume anlegen.

Als Hauptmotivation der Nutzer identifizierte Ikea das Bedürfnis ihrer Kunden die Inspiration und die Informationssuche, zu einem gewissen Teil aber auch einen gewissen Anteil an Exhibitionismus. Ergänzt wird die Community durch “Kirstens Coaching”, eine Funktion, über die Community-Mitglieder Beratung in Sachen Einrichtung erfahren.

Der Registrierungsprozess ist erstaunlich aufwendig und die Menge persönlicher Daten, die dabei abgefragt werden, hätten mich ehrlichweise von einer Mitgliedschaft abgehalten. Weiterhin erstaunlich, dass der Zugang zur Community sehr stark auf Flash setzt, was zu einer recht hohen Abbrecherrate im Neuregistrierungsprozess führt. Da gibt es wohl Pläne, dies zu ändern und verstärkt auf HTML5 zu setzen. Flash wird gerade in der Einrichtungs- und Modebranche sehr viel eingestetzt, auch wenn dadurch ein recht großer Teil von Nutzern (und damit potentiellen Kunden) von der Nutzung der Webseite ausgeschlossen wird.

Was hat Ikea nun von seiner Community? Laut Auswertung sind die Community-Nutzer wohl tastsächlich die besseren Kunden. Sie kaufen öfter und mehr als der Durchschnittskunde. Nachdem Ikea die Aktivitäten in Ihrer Community in Zukunft weiter betreiben wird, kann man wohl davon ausgehen, das da was dran ist.

Mobile Marketing und Webanalyse

Oliver von Welsch von G+J gab eine Überblick über den aktuelle Status im Mobile Marketing. Mobil Marketing basiert entweder auf für mobile Endgeräte optimierte Webseiten oder auf Apps. Die Einheit PI (Page Impression) funktioniert bei den webbasierten Lösungen vielleicht noch, aber nicht mehr bei Apps. Gerade bei Apps fällt die Messung der User-Interaction sehr schwer.

Trotzdem waren einige der präsentierten Fakten sehr interessant: Im Prinzip ist in Deutschland jede Person mobil unterwegs, es gibt über 100 Mio. Mobiltelefone, also mehr als Deutschland Einwohner hat. Ca. 20% dieser Geräte sind inzwischen sogenannte Smartphones. Geräte, die mehr einem Mulitmedia-Computer im Kleinformat als einem Telefon gleichen. In spätestens 2 bis 3 Jahren wird es genau so viele Smartphones wie derzeit internetfähige Computer geben, also die klassische Kiste unterm Schreibtisch.

Diese Entwicklung der Verbreitung der Endgräte führte z.B. bei den Medien aus Hause G+J zu einer Verdopplung der Reichweite, ohne weitere Onlinemarketing-Maßnahmen. Wenn ich die Zahlen richtige notiert habe, wurde die iPhone-App von stern.de im letzten Jahr 900.000 mal heruntergeladen. Spannend auch, dass es kaum Überschneidungen zwischen den Nutzergruppen des traditionellen Online-Angebots und den Angeboten für mobile Endgeräte gibt. Laut xyz gerademal 15%.

Die AGOF (Arbeitsgemeinschaft Online Forschung) ist derzeit dabei, eine Standardiseirung von Parametern zur Bewertung von Reichweite mit mobilen Endgeräten voranzutreiben. Das aktuelle Ergebnis ist in der Studie mobile facts zu finden. Eine Größe sind z.B. die UMU’s, Unique Mobile User. Selbstredend, dass es sich bei der rasanten Entwiclung in diesem Markt nur um work in progress handelt. Ich kannte diese Studie bzw. den Standard bisher nicht, werde ihn mir wohl aber demnächst mal etwas genauer anschauen.

Podiumsdiskussion

Den Abschluss des Tages bildete eine Podiumsdiskussion mit einigen der Referenten des Tages. Der Kreis setzte sich zusammen aus Vertreter von Vermarktern, Beratern, Anwendern und Verbandsrepräsentanten.

Richtig wertvoll war die Diskussion – zumindest für mich – nicht. Es ging um die Standardiserung bzw. Normierung des Taggens. Letztendlich war weder die Zielsetzung einer solchen Inititiative klar, noch die Frage, von wem sie letztendlich angestoßen werden sollte. Und immer wieder kam das Thema Datenschutz hoch.

Kurzes Fazit des ersten Tages

Mein Beitrag ist mal wieder ziemlich lang geworden und doch nur ein Überflug über den ersten Konferenztag. Was mich gefreut hat, dass sich meine Idee zur Struktuierung von E-Business-Aktivitäten nach dem AIDA-Modell in zahlreichen Vorträgen diverser Firmen wieder findet. Meist zwar in der ein oder anderen Form abgewandelt und den eigenen Bedürfnissen angepasst, aber das Grundmuster bleibt erhalten.

Review des emetrics summit 2010 (Tag 1)

Review des emetrics summit 2010 (Tag 2)

 

Fehlgeschlagenes WordPress-Update, Grund war das Theme Atahualpa

Dienstag, März 29th, 2011

Auf einem anderen Blog (florilegium.de) hatte ich eine ältere Version des Theme Atahualpa installiert. Nach der Durchführung des automatischen Updates von WordPress auf die Version 3.1 konnte ich das Backend nicht mehr aufrufen. Das Frontend des Blogs funktionierte zwar noch einwandfrei, aber das Backend war eine komplett leere Seite, nicht mehr zugreifbar.

Jedenfalls habe ich mich schon wieder dabei gesehen, WordPress komplett neu aufzusetzen. Zum Glück hatte ich aber vorher im Internet nach Problemen mit WordPress-Updates im Zusammenhang mit Themes recherchiert. Benennt man per FTP den Ordner des aktuellen Themes um, findet WordPress nach einem Reload sein Theme nicht mehr und weicht automatisch auf das Default-Theme aus. Nachdem dieses mit der neuen Version der Blogsoftware keine Probleme hat, konnte ich auch wieder problemlos auf das Backend zugreifen. Der kleine aber nützliche Tipp hat mir dann doch einiges an Arbeit erspart.

Wie ich gesehen habe, gibt es auch für das Theme Atahualpa eine neue Version. Ich gehe mal davon aus, dass diese auch wieder mit der neuesten Version von WordPress funktioniert, habe es aber selbst noch nicht wieder probiert.

Panorama-Fotografie aus digitalen Einzelbildern

Dienstag, März 8th, 2011

Seit Jahren habe ich eine digitale Spiegelreflex-Kamera (DSLR). Aber so wirklich mehr als drauflos zu knipsen habe ich damit eigentlich nicht gemacht. Dabei bieten diese Kameras eine Menge Möglichkeiten, mehr aus den Bildern rauszuholen. Zum Beispiel Panaroma-Fotografie. Statt wie in der analogen Fotografie mit teuerer Hardware kann sich seine Panoramen aus mehreren Einzelbildern zusammensetzen.

Panorama Sella, Colfosco

Mein erster Versuch: Blick von Colfosco, Südtirol auf die Sella. Zusammengesetzt aus 4 Einzelbildern im Querformat. Ohne Stativ, mit der Hand gehalten. Sieht ja schon einmal ganz gut aus.

Panorama Colfosco Alta Badia

Der zweite Versuch. Blick auf den Naturpark “Puez Geißler” aus 3 Einzelbildern.  Auch Querformat und ohne Stativ aufgenommen.

Panorama Marmolata (schwarzweiß)

Ein dritter Versuch. Blick auf den Marmolata Gletscher aus 3 Einzelbildern.  Auch Querformat und ohne Stativ aufgenommen. Das Panorama habe ich dann noch in GIMP in ein Schwarzweißblid umgewandelt-

Die Einzelbilder habe ich mit dem frei verfügbaren Tool Microsoft ICE (Image Composite Editor) zusammengesetzt. Die Geschwindigkeit des Tools und die Qualität der Ergebnisse finde ich beeindruckend. Ich kann jedenfalls keine Übergänge zwischen den Einzelbildern entdecken.

Ergänzung zum Beitrag E-Business Modell, Teil ‘Attention’

Dienstag, Februar 15th, 2011

In dem Beitrag E-Business Modell, Teil Attention (Reichweite, Aufmerksamkeit, Awareness) hatte ich eine Liste mit Einzelaktivitäten aufgeführt, mit denen man Reichweite oder Aufmerksamkeit im E-Business erzeugen kann. Als Nachtrag möchte ich die Liste um zwei Punkte ergänzen, die meiner Ansicht nach in meiner ursprünglichen Aufzählung fehlen:

  • Fast vergessen, die ganze Welt der Offline-Aktivitäten. Dazu zählt alles, was außerhalb des Internets geschieht, um die Aufmerksamkeit auf eine Onlinekampagne zu lenken (früher war das ja mal andersherum). Konkret geht es meist um klassische Werbung, die heutzutage Onlinemarketing-Maßnahmen ergänzen. Einige Beispiele sind Werbeschaltungen in Printmedien oder in Radio- und Fernsehwerbung. Sinnvollerweise werden über diese Kampagnen eigene, eingängige Webadressen kommunziert, sodass der Traffic, der über eine solche Kampagne gewonnen wird, messbar und verfolgbar ist. Gängig sind eigene Kamapagnen-URLs oder Landingpages im bestehenden Webauftritt.
  • RSS-Feeds werden an Wichtigkeit gewinnen. Diese Feeds sind nichts weiter als auf News optimierte XML-Datei in einem standardisierten Format. Durch diese Standardisierung sind sie nicht nur menschen- sondern auch maschinenlesbar sind. Damit können Informationen automatisiert weitergeleitet und gestreut werden oder von sogenannten Newsreadern abonniert werden. Außerdem kann man seine Feeds in entsprechende RSS-Verzeichnisse eintragen und so nebenbei auch noch zahlreiche Backlinks auf seine Webseite erzeugen (SEO: Offpagefaktoren, Backlink-Strategie). Für RSS-Feeds eigenen sich z.B. News aller Art (wie z.B. Beiträge eines Blogs), Pressemitteilungen oder Newsletter.

Beitrag, auf den sich die Ergänzung bezieht:

http://www.virtual-commerce.de/2010/10/e-business-modell-attention-awareness-aufmerksamkeit-reichweite.html

Weitere Beiträge zu dem Thema:

http://www.virtual-commerce.de/2010/09/arbeitsorganisation-im-e-business.html

http://www.virtual-commerce.de/2010/09/konsequenzen-aus-der-vorgestellten-arbeitsorganisation-im-e-business.html

Gelesen: Advanced Web Metrics mit Google Analytics vom Brian Clifton

Dienstag, Februar 8th, 2011

Vor einiger Zeit hatte ich das Buch Web Analytics von Marco Hassler gelesen. Eine Rezension zu dem Buch hatte auf diesem Bolog veröffentlicht: Gelesen: Web Analytics von Marco Hassler. Hasslers gibt eine Einführung in die Webanalyse, und versucht, nicht zu sehr auf einzelne Tools einzugehen. Wegen der einfachen Verfügbarkeit bezieht er sich mit seinen Beispielen allerdings öfters auf Google Analytics und widmet dem Tool gemeinsam mit dem Analysetool von Yahoo ein eigenes Kapitel. Dank Hasslers Buch habe ich erst angefangen, mich näher mit Google Analytics zu beschäftigen. Da kam mir das Angebot vom mitp-Verlag gerade Recht, für ein Freiexemplar von Brian Cliftons Advanced Web Metrics mit Google Analytics eine weitere Rezension zu schreiben.

Google Analytics ist von seinem Funktionsumfang, wenn man ihn ausreizt, vielen kommerziellen Analysetools ebenbürtig. Das Tool selbst steht jedem Webseiten-Betreiber kostenfrei zur Verfügung. Die freie Verfügbarkeit ist auch ein Grund dafür, dass es zahlreiche Quellen zur Benutzung des Tools gibt. Dazu zählen zum Beispiel Blogs oder Bücher wie z.B. Timo Adens Google Analytics oder eben Brian Cliftons Advanced Web Metrics mit Google Analytics. Ein riesengroßer Vorteil gegenüber den Tools der Mitbewerber, und wohl mit ein Grund für die Beliebtheit und starke Verbreitung des Werkzeugs. Viele Hersteller kommerzieller Analysetool konzentrieren sich meiner Ansicht nach zu sehr auf Großkunden und vernachlässigen kleine und mittelständische Firmen zu sehr. Neben Google Analytics stehen diesen kaum eine kostengünstige, intuitiv bedienbare Lösungen zur Verfügung.

Allerdings steht Google Analytics seit Jahren unter Beschuss deutscher Datenschützer. Auf die jüngste, sehr öffentlichkeitswirksame Debatte um abgebrochene Verhandlungen zwischen dem Hamburger Datenschutzbeauftragten und Google gehe ich hier nicht ein, näher dazu findet sich auf dem Blog eControlling von Markus Vollmert (z.B. Artikel Google Analytics und Datenschutz in 2011). Um so interessanter, dass Clifton sehr stark auf die Thematik Datenschutz eingeht. Clifton zufolge ist der Datenschutz eines der zentralen Anliegen der Firma Google. Eine gute Portion gesunder Skepsis dürfte trotzdem angebracht sein. Man sollte die laufende Diskussion schon alleine aus dem Grund verfolgen, um eventuelle juristische Konsequenzen durch den Einsatz des Tools zu vermeiden. Andererseits reagiert Google immer sehr schnell mit technischen Lösungen wie das Opt-out-Plugin für diverse Browser oder die Anonymisierung der gespeicherten IP-Adressen.

Was mir immer ein Rätsel war, warum Google ein solch mächtiges Tool überhaupt kostenfrei anbietet, während andere Softwarehersteller für gleichwertige Tools recht hohe Lizenzgebühren verlangen. Auch dafütr findet Clifton eine Erklärung, denn Google  verdient sein Geld eben nicht mit dem Verkauf von Software, sondern mit Werbung. Google gibt mit seinem Analysetool Webseitenbetreibern ein Werkzeug an die Hand, mit dem sie die Nutzung ihrer Webseiten verbessern können. Letztendlich verdient auch Google über diesen Umweg wieder mehr, zum Beispiel mit seinem äußerst erfolgreichen Werbenetzwerk Google Adwords.

Clifton geht in diesem ersten Teil des Buches sehr ausführlich auf diese Diskussionen ein. Er erklärt sehr detailiert die zum Einsatz kommende Technik, bevor er sich dem Tool und seiner Nutzung widmet. Ich persönlich finde die sehr ausführliche Einführung in das Thema recht spannend, für andere Leser, die sich vielleicht gleich mit dem Einsatz von Google Analytics beschäftigen möchten, mag dieser Vorspann eventuell ein wenig zu lang sein. Aber man kann ja weiterblättern.

Die folgenden drei Teile des Buches beschäftigen sich dann mit der Software an sich. Dem Streifzug durch die zahlreichen Benutzeroberflächen und Funktionen folgt eine detailierte Anleitung zur Implementierung von Goolge Analytics bzw. des sogenannten Tracking Codes. Im vierten und letzten Teil des Buches widmet sich der Autor der Interpretation der Daten. Dass sich Clifton so ausführlich mit der Auswertung der Daten beschäftigt, kommt nicht von ungefähr, denn Webanalyse ist deutlich mehr als das Sammeln von Daten. Mit dem reinen Sammeln und Horten von Daten ist nämlich erst einmal gar nichts gewonnen! Nur wer diese Daten auch sinnvoll auswertet und die richtigen Schlüsse aus den Messungen zieht, kann für die Optimierung  seiner Webseite wertvolle Hinweise gewinnen und die Nutzung steigern. Und wie so oft im Leben: weniger ist oft mehr. Denn wer bei dem Funktionsumfamg seines Analysetools – und das gilt wieder für alle Tools – nicht in Lage ist, sich auf die wesentlichen Daten zu konzentrieren, wird den Wald vor lauter Bäumen nicht erkennen.

Unter diesem Aspekt ist “Advanced Web Metrics mit Google Analytics” nicht nur ein reines Anwenderhandbuch für Google Analytics, sondern liefert eine Menge Grundlagenwissen zum Einsatz von Webanalyse zur Optimierung der eigenen Webseite.