Die Auswahl einer Software für einen bestimmten Einsatz oder für ein bestimmtes Projekt sollte nicht unbedingt aus dem Bauch heraus entschieden werden. Ich muss aber gestehen, dass ich bei der Entscheidung für ein Online-Shopsystem genau so vorgegangen bin.
Auf der Suche nach einer anpassbaren Open Source-Lösung für einen Online-Shop hatte ich zwar schon einige Wochen mit oscommerce – einem der Platzhirschen der quelloffenen Shopsysteme – herumgespielt, als ich über einen Forumsbeitrag per Zufall auf Magento aufmerksam wurde. Die Entscheidung war sofort gefallen. Ich kann im Nachhinein nicht so wirklich sagen warum.
Magento ist ein Produkt der amerikanischen Firma Varien, dessen Quellcode als Open Source-Projekt freigegeben wurde. Die Software basiert auf dem in PHP geschriebenen Zendframework und kann wegen seiner konsequenten modularen Architektur relativ einfach erweitert werden. Varien hat inzwischen allerdings mit einer kostenpflichtigen Enterprise-Lösung von Magento nachgelegt, was in der Magento Community nicht unbedingt auf ein positives Echo stößt.
Aber warum habe ich mich für Magento entschieden? Ich kann es ehrlicherweise nicht sagen, es war tatsächlich eine Bauchentscheidung. Und Magento macht es mir seither nicht einfach. Eine ältere Version habe ich partout nicht zum Laufen gebracht, ein späterer Download ließ sich dagegen problemlos und entsprechend der Beschreiung installieren und läuft seither ohne Probleme.
Aktuell beschäftige ich mich mit den für den deutschen Markt notwendigen Anpassungen bzw. der Entwicklung eigener Oberflächen (Themes). Auch hier macht es einem Magento durch den extrem modularen Aufbau nicht gerade einfach. Das liegt aber auch zum Teil daran, dass das Produkt noch recht jung ist und somit die Community um dieses Produkt herum noch recht überschaubar ist. (Gute) Literatur ist bisher kaum zu haben. So gut wie alle IT-Verlage schmeißen derzeit zwar Bücher über Magento auf den Markt, aber die brauchbarsten Dokumente, die ich bisher finden konnte, waren der User Guide sowie der frei verfügbare Design Guide, beide über www.magentocommerce.com zu bekommen.
Aber die Community wächst! Eine gute, deutschsprachige Quelle ist der Blog von Johannes Teitge zu finden unter http://www.mxperts.de. Und wenn alles gut läuft und sich die Bauchentscheidung nicht als riesen Fehler erweist, finden alle Freunde des sportlichen Radfahrens unter www.bikezeug.de ab Oktober/November diesen Jahres einen Online-Shop auf Basis von Magento.