Was wäre ich als Bahnkunde ohne meine Podcasts? Heute hatte ich dank der Deutschen Bahn mal wieder Gelegenheit gleich mehrere Episoden zu hören. Während sich die Bahn schon keine Mühe mehr gibt, die zunehmenden Verspätungen einigermaßen plausibel zu erklären (Wegen verspäteter Bereitstellung oder Unregelmäßigkeiten im Fahrplanablauf) haben mir zumindest zwei Podcasts die Warterei eingermaßen erträglich gemacht. Beide sind absolut hörenswert. Allerdings sind beide Folgen nur in englischer Sprache verfügbar:
- Episode 79 des Podcasts Net@Night von Amber MacArthur und Leo Laporte bietet ein Interview mit Don Tapscott, einer der beiden Autoren des Buches Wikinomics. Die Drei unterhalten sich über das neue Buch von Tapscott Grown Up Digital. Während sich alle Welt Sorgen macht, dass die junge, nachwachsende Generation durch das Internet völlig verblödet, hält Tapscott mit vielen – wissenschaftlich fundierten – Studienergebnissen dagegen. Es gibt noch Hoffnung
- Dr. Moira Gunn unterhält sich in der Episode vom 2. Dezember 2008 des Podcasts Biotechnation mit Dr. Herb Needleman. Needleman begann bereits in den Fünfziger Jahren in den USA mit der Erforschung von Bleivergiftungen. Er konnte einen Zusammenhang zwischen Bleiverbindungen in Farbstoffen (z.B. in Kinderbüchern) und zahlreichen Symptomen wie Verhaltensstörungen oder gar Aggresivität bei Kindern und Jugendlichen nachweisen. Er erzählt die Geschichte seines Jahrzehnte währenden Kampfes gegen die bleiverarbeitende Industrie in den USA und für ein Verbot von Bleiverbindungen in Alltagsgegenständen. Es ist unter anderem seiner Arbeit zu verdanken, dass Blei als Zusatzstoff in Benzin verboten wurde. Besonders tragisch: er untersuchte auch Gewebe von hingerichteten Straftätern und kam zu einem erschreckenden Ergebnis: bei einem relativ hohem Anteil (ich meine, er nannte 11 bis 38%) der Straftäter ließen sich so hohe Bleikonzentrationen nachweisen, dass ein Zusammenhang zwischen der Bleivergiftung und ihrem aggresivem Verhalten bestehen könnte. Das ist normalerweise der Stoff, aus dem Hollywood-Filme gemacht werden.
Wer also morgen am Bahnhof steht, kann sich so die Zeit verkürzen.