Die

Mich w?rde einmal interessieren, wer in gr??eren Firmen die Verantwortung f?r IT-Projekte im Allgemeinen und Online-Projekte im Speziellen tr?gt. Ich vermute fast, dass es oft die IT statt des zust?ndigen Fachbereichs ist (oder zumindest den Anspruch darauf erhebt). Diese Situation scheint weit verbreitet zu sein. In allen Firmen, die ich in meiner bisherigen Laufbahn kennengelernt habe, herrschte ein Kampf zwischen der IT und dem Rest der internen Firmenwelt. Es eght dabei fast immer um Kompetenz, Budget und letztendlich um die Verantwortung f?r Online-Projekte mit ihrem hohem Anteil an IT-Leistungen.

Um ein Beispiel zu nennen, dass zwar gut und gerne 10 Jahre her ist, aber die Situation im Alltag zwischen IT und Fachbereich gut widerspiegelt: In meiner Agenturzeit hatten wir einen Kunden, einen gro?en IT-Dienstleister, f?r den wir eine Internetseite erstellen sollten. Das haben wir als Internetagentur nat?rlich gerne gemacht, aber die Sache hatte einen Haken: die interne IT dieser Firma hatte es ?ber Jahre nicht geschafft, einen Internetauftritt f?r das eigene Haus zu erstellen! Die Gr?nde kenne ich nicht, die spielen in diesem Zusammenhang aber auch keine Rolle.

Jedenfalls hatte die Marketingabteilung dieser Firma uns als Agentur damit beauftragt, eine entsprechende Internetpr?senz zu erstellen. Soweit ich mich erinnere, ist das auch binnen vier Wochen geschehen. Damit war die neue Website aber noch nicht online. Der Prozess dauerte wegen wiederholtem Einspruch und Boykott der firmeninternen IT noch Monate und bedurfte weiterer drei (3!) kompletter Redesigns der Webseite. Die Marketingleute weigerten sich beharrlich, das Thema wegen offensichtlicher Unf?higkeit weiter bei der interner IT zu belassen, die IT-ler ihrerseits verweigerten daufhin ihre Unterst?tzung bei der Inbetriebnahme der Webseite. Eine Pattsituation, die der Firma einiges an Geld gekostet haben d?rfte.

Meine Frage ist daher, sind interne IT-Abteilungen in gr??eren Firmen nun die Experten, die andere Abteilungen in Ihrer Arbeit unterst?tzen, oder sind sie eher als Bremser und Blockierer einzustufen. Besonders bei Themen rund um Onlinemarketing, -vertrieb und Web 2.0 d?rften meines Erachtens vor allem Marketing- oder Vertriebsabteilungen betroffen sein. W?hrend man als Privatmensch die technische Basis eines Newsletters, eines Blogs oder eines Podcasts dank zahlreicher Open Source-Produkte binnen weniger Tage aufgesetzt und in Betrieb genommen hat, dauern solche “Projekte” in Firmen oft Monate und verschlingen irrsinnige Budgets.

Die Gr?nde sind meiner Erfahrung nach sehr vielf?ltig:

  1. Online-Projekte gelten wegen ihrer gro?en Au?enwirkung gemeinhin als sehr Prestige-tr?chtig, daher entwickelt sich oft ein Kampf um Zust?ndigkeit und damit um das Budget.
  2. IT-Abteilungen sehen gerne nur die rein technische Seite dieser Projekte und leiten daraus die Zust?ndigkeit f?r sich selbst ab. F?r sie ist ein Projekt dann erfolgreich, wenn das daraus entstandene System m?glichst stabil und einigerma?en performant l?uft. Ob es auch genutzt wird bzw. das angestrebte Gesch?ft bringt spielt eine untergeordnete Rolle.
  3. in der Argumentation versteckt sich die IT gerne hinter sogenannten Sicherheitsbedenken und vertuscht so fehlendes Know-how im oft hochspezialisierten Bereich des E-Business. Sicherheit ist im Internet ein wichtiges Thema, daher sollte eine IT L?sungen bieten k?nnen, die den Anforderungen der Fachabteilungen gen?gen und die gleichzeitig sicher sind.
  4. Was im Internet z?hlt ist Schnelligkeit und eine gewisse Portion Verspieltheit. Man probiert Dinge oft nur aus und schaut , ob sie funktionieren oder nicht. Wenn nicht, dann schmei?t man notfalls auch mal etwas weg. Ein Vorgehen, dass IT-Abteilungen ein Graus sein d?rfte. Da muss penibelst versioniert und dokumentiert werden.
  5. Der Einsatz von Open Source Software wird grunds?tzlich als suspekt eingestuft, dabei fehlt oft nur das Know-how, mit solcher Art von Software umzugehen. Au?erdem kann kein Lieferant haftbar gemacht werden, falls die Software nicht l?uft.
  6. gibt es weitere Gr?nde?

Die Situation ist sicherlich etwas polemisch und ?berspitzt dargestellt. Dennoch glaube ich, dass es sich genau so in vielen, wenn nicht sogar den meisten gr??eren Firmen mit interner IT darstellt. Gro?e Firmen der sogenannten Old Economy sind meines Erachtens f?r erfolgreiches E-Business zu langsam und zu unflexibel.

One Response to “Die”

  1. Thomas sagt:

    Ein ähnlicher Artikel ist auf dem Blog Principles of Wikinomics erschienen:
    http://www.wikinomics.com.au/

Leave a Reply