Es rührt sich wieder was in virtuellen Welten

Wie ich kürzlich der Mitteilung einer LinkedIn-Gruppe (Virtual Worlds) entnommen habe, soll die virtuelle Welt There (there.com) vor Kurzen untergegangen sein (die Webseite funktioniert zumindest noch). Da ich dort nie Mitglied war, habe ich die Meldung nicht überprüft. Dafür bietet Mitbewerber LindenLab für sein Second Life die 2er-Version seines Viewers als Beta seit ein paar Tagen zum Download an. Das musste ich natürlich gleich ausprobieren (ja, ich bin ab und zu noch in Second Life unterwegs). Der Viewer funktionierte auf Anhieb ohne Probleme, auch die Benutzerführung ist deutlich intuitiver als bei der Vorgängerversion geworden.

Es tut sich aber auch auf anderer Ebene etwas. Die aktuelle Ausgabe der ix (Heft März 2010) des Heise Verlags berichtet über verschiedene Webkonferenz-Tools. Zusätzlich zum Artikel findet sich ein kleiner Exkurs über Second Life und dessen Nutzung als Kollaborationstool für virtuelle Teams. Das IT-Fachmagazin berichtet über 1.400 Organisationen (Firmen, Universitäten, etc.), die Second Life bereits für Meetings, Präsentationen und Schulungen nutzen. Ziel ist dabei die Reduzierung von Reisekosten und die Möglichkeit, sich spontan “treffen” zu können. Diese Aktivitäten finden natürlich meist in geschlossenen Bereichen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ich bin ja immer noch davon überzeugt das virtuelle Welten dieser Art sich hervorragend zur Kommunikation via Internet eignen. Ganz dem Gartner Hype Cycle folgend, entwickeln sich nun langsam aber sicher die ernsthaften Anwendungen in Second Life. Und zwar unbeobachtet von Journalisten und der großen Öffentlichkeit. Die sind wohl alle gerade am twittern.

Totgesagte leben länger.

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Sollten in der Schul- oder Berufsausbildung spezifische Kenntnisse über Soziale Medien vermittelt werden?

Diese Frage haben sich die Teilnehmer des Forschungsprojekts Zukünftige Qualifikationserfordernisse bei beruflichen Tätigkeiten auf mittlerer Qualifikationsebene aufgrund der Auswirkungen von Web 2.0, kurz web2skills (www.web2skills.de) gestellt. Auftraggeber dieses Projekts ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Im Rahmen dieses Projekts wurden nun verschiedene Thesen aufgestellt, die mit Experten aus der Praxis überprüft werden sollten.

Wie komme ich nun zu der Ehre, gemeinsam mit den Wissenschaftlern deren Ergebnisse diskutieren zu dürfen? Vor inzwischen mehr als 2 Jahren habe ich hier auf meinem Blog eine etwas umfangreichere Themensammlung zum Thema Web 2.0 unter der Namen Was ist Web 2.0 oder The Good, the Bad and the Ugly veröffentlicht. Auf dieses Dokument wurden nun einige der Mitglieder der oben genannten Forschungsgruppe aufmerksam und fanden das Dokument wohl so interessant, dass sie mich als Experten zu einem Workshop einluden. Das schmeichelt natürlich dem eigenen Ego. In diesem Workshop ging es dann um die Validierung der von der Forschungsgruppe aufgestellten Thesen. Dieses Angebot habe ich natürlich gerne angenommen, denn wann hat man schon einmal die Chance, die akademische Aufarbeitung aktueller Phänomene wie Web 2.0 oder Soziale Medien zu diskutieren. Gespannt war ich außerdem auf die anderen eingeladenen “Experten” der Runde.

Von den diskutierten Inhalten möchte ich hier nichts mitteilen, dazu findet sich allerhand auf der begleitenden Webseite des Projekts unter www.web2skills.de sowie der des übergeordneten Programms unter www.frequenz.net. Dort finden sich auch die wissenschaftlichen Teilnehmer der Studie. Sobald ich Informationen darüber erhalten habe, wo die Ergebnisse der Forschung veröffentlicht wurden und gegebenenfalls abrufbar sind, werde ich das natürlich hier über meinen Blog kundtun.

Allerdings möchte ich einige persönliche Eindrücke von der Veranstaltung schildern. Denn die Dimension, welche die Sozialen Medien für jeden von uns einnehmen werden, war mir selbst nicht so bewusst. Und zwar unabhängig davon, ob wir aktiv daran teilnehmen oder nicht. So kennt uns die inzwischen weltgrößte Online-Community Facebook auch, wenn wir dort selbst keinen Account haben. So erstaunlich das klingt, aber über den Import z.B. unserer Email-Adressbücher werden auch die Daten von Nichtmitgliedern importiert und in Beziehung zu anderen Personen gesetzt (siehe auch Artikel in der ct 5/2010). Anderes Beispiel: Als Dienstleister (oder Lehrer) wird die Leistung auf Portalen bewertet, von denen wir unter Umständen nie gehört haben. So ergibt sich in Zukunft für jeden von uns die Notwendigkeit, mehr oder weniger regelmäßig das Netz nach Daten über uns abzusuchen (Social Media Monitoring).

Auf alle Fälle spielen das Web2.0 eine zunehmend große Rolle bei der Jobsuche, denn Firmen prüfen Kandidaten nicht mehr nur auf ihre Eignung (Background Checking) sondern gehen ganz gezielt im Netz auf Suche nach Ihrem Wunsch-Mitarbeiter. Daher kann man die Effekte auch umkehren und die Mechanismen des Web 2.0 für seine eigenen Zwecke, sprich für seine Reputation zu nutzen. Es ist allemal besser, selbst aktiv zu werden und seine digitale Identität selbst verwalten und steuern. Das setzt natürlich einige Kenntnisse über die Neuen Medien vorraus. Ob diese geforderte Medienkompetenz allerdings Teil einer schulischen oder beruflichen Qualifikation werden kann, möchte ich bezweifeln, denn die Bedingungen ändern sich so rasant, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass der Umgang mit dem sich ständig weiter entwickelnden Internet als statischer Lerninhalt vermittelt werden kann. Die Frage, wer für die Medienkompetenz von Jugendlichen zuständig sein soll, die Lehrer oder die Eltern, ist immer noch offen, denn meist verfügen die Jugendlichen selbst in diesem Bereich über deutlich mehr Wissen als ihre Vorgängergeneration.

Was bleibt ist Eigeninitiative und ein gewisses Maß Neugier, denn wer in Zukunft diese Werkzeuge für sich und seine Interessen zu nutzen weiß, wird klar im Vorteil sein.

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Webanalytics Wednesday in München

Wie ich die Organisation des Webanalytics Wednesdays am 3. Februar in München übernahm, dachte ich erst, es wäre die erste Veranstaltung dieser Art in der Stadt. Weit gefehlt, denn es war bereits die dritte! Dementsprechend groß war das Interesse. Der erste zur Verfügung stehende Raum für ca. 10 Personen war schnell zu klein. Bei der Fa. namics (Münchner Niederlassung) konnte ich einen neuen Raum für bis zu 25 Personen bekommen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Frau Doris Matz von namics, die spontan ihre Unterstützung und das Hosting für die Veranstaltung zusagte.

Begrüßt wurde die Runde am Abend dann von Frau Matz als Gastgeberin und Ralf Haberich als derzeitigem Country Manager der WAA (Webanalytics Association). Der Teilnehmerkreis setzte sich übrigens zusammen aus Anwendern sowie Vertretern von Tool-Anbietern und Dienstleistern. Es war eine ausgewogene Mischung, wie ich fand (Gut, für einen echten Erfahrungsaustasuch können nie genug Anwender vertreten sein).

Inhaltlich waren zwei Vorträge eingeplant: Als Initiator dieses Treffens fühlte ich mich ein wenig in der Pflicht, den ersten Vortrag zu bestreiten und berichtete ich über Webanalyse in der Praxis. Wie es auch bei vielen Kollegen der Fall sein dürfte, ging es vor allem um die möglichen Interpretationen von Daten, die einem zuhauf von Webanalyse-Tools geliefert werden. Nicht ganz einfach ist dabei der Shift vom reinen Reporting hin zu einer echten Analyse.

Als zweiten Vortrag berichtete Frau Frederike Bußmann, Mitarbeiterin bei namics, über den Relaunch des Online-Buchungssystems der Deutschen Bahn. Im Zusammenhang mit Webanalyse natürlich besonders spannend die Frage, inwieweit ein Erfolg (oder auch Mißerfolg) von durchgeführten Maßnahmen gemessen und festgestellt werden kann.

Im Anschluss an die beiden Vorträge trafen sich die meisten Teilnehmer noch auf ein Bier im Edelweiß. Einige Teilnehmer hatten aber wohl noch nicht genug von Vorträgen zu Internet und Social Media und zogen gleich weiter zum parallel stattfindenden Twittwoch. Das Interesse am Webanalytics Wednesday war aber so groß, dass es sicherlich Folgeveranstaltungen geben wird. Ich denke, der nächste Termin wird so Ende Mai/Anfang stattfinden (Interssenten bitte bei mir über mein Xing-Profil melden, ich pflege eine Teilnehmerliste).

Aber vorher findet ja der emetrics summit in München statt (23. und 24. März 2010). Da wird man hoffentlich den ein oder anderen Kollegen wieder treffen!

Webanalytics Wednesday in München
Frau Bußmann von der Fa. namics (Niederlassung in München) erläutert die Optimierung von Conversion Rates anhand eines Praxisbeispiels.

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Ist bloggen überhaupt noch up-to-date?

Mein letzter Post hier auf meinem Blog ist schon wieder gut zwei Monate alt. Damit sprüht mein Blog nicht gerade vor Aktualität. So hätte schon längst ein kleiner Review zu dem von mir in München organisierten Webanalytics Wednesday erscheinen müssen (fand übrigens am 3. Februar 2010 bei der Fa. namics in München statt).

Jedenfalls bringt mich das der Frage, ob Blogs überhaupt noch zeitgemäß sind? Vor allem in Zeiten von Twitter scheinen sie überflüssig geworden zu sein. Aber der Eindruck trügt: Blogs sind so selbstverständliche Bestandteile vieler Webseiten geworden, dass sie kaum mehr auffallen. Kaum eine Webseite, die nicht über die Blog-typische Kommentarfunktion für einzelne Beiträge verfügt. Blogs bilden außerdem nicht nur technisch den Rahmen vieler Audio- oder Videopodcasts, sondern runden die Präsentation solcher Produktionen auch thematisch ab.

Mein Blog, auch wenn er wenig gelesen wird (in letzter Zeit übrigens mit einer deutlich steigenden Tendenz), ist so etwas wie meine zentrale Anlaufstelle im Internet geworden. Trotz Xing-, LinkedIn- und Twitter-Account ist er meine eigentliche digitale Identität im Netz.

Also etwas mehr Disziplin beim Verfassen neuer Beiträge ;-)

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Webanalyse und Datenschutz

In letzter Zeit hatte ich wieder einige Artikel über Google Analytics und Datenschutz gelesen. Google Analytics ist ein wunderbares Tool, dessen Funktionsumfang vielen anderen kommerziellen Tools in nichts nachsteht. Und das Beste: die Nutzung ist kostenlos! Daher gibt es kaum eine Webseite, die den Messcode von Google Analytics nicht eingebunden hat, egal ob Firmenwebseite oder der Internetauftritt eines Kegelclubs.

Allerdings ist der Einsatz des freien Webanalyse-Tools unter Gesichtspunkten des Datenschutzes (vor allem bezogen auf die deutsche Gesetzgebung) nicht unumstritten. Vor allem kleinen Onlineshop-Betreibern sitzt die Angst vor einer neuen Abmahnwelle im Nacken. Als kritische Punkte sind zu nennen:

  • Noch immer ist nicht abschließend geklärt, ob eine IP-Adresse zu den personenbezogenen Daten gehört. Die IP-Adresse, die von Webanalyse-Tools gespeichert wird, ist meines Wissens nach immer die, die dem Rechner gehört, mit dem ein Nutzer sich ins Internet einwählt (in diesem Punkt lasse ich mich gerne belehren). In der Regel dürfte das irgendein Server eines Internetproviders sein. Rein theoretisch jedenfalls, ließe sich damit in Einzelfällen die Verbindung bis zu einem bestimmten Arbeitsplatzrechner zurück verfolgen. Und damit - auch wieder theoretisch - dieser einer bestimmten Person zuordnen. Ob das jetzt personenbezogen ist oder nicht, ist eben noch nicht abschließend geklärt. Handelt es sich aber um personenbezogene Daten, sind aus Sicht des deutschen Datenschutzgesetzes einige Bedingungen bezüglich Speicherung, Verarbeitung und Weitergabe der Daten an Dritte zu beachten. Diese Bedingungen sind im Falle der Nutzung von Goolge Analytics, aber auch anderer solcher Dienste wie der meines Wissens ebenfalls frei nutzbare Dienst Yahoo Web Analytics kaum zu erfüllen.
  • Der zweite Vorwurf, der im Zusammenhang mit Google Analytics oft genannt wird, ist die Befürchtung kritischer Zeitgenossen, Google könnte die gesammelten Daten seines Analysetools mit Daten anderer Google-Dienste verknüpfen und so sehr detailierte Nutzerprofile anlegen. Ob man diese Befürchtung nun teilt oder nicht spielt kaum eine Rolle, denn man kann es gegenüber den Besuchern seiner Webseite einfach nicht 100% ausschließen. Diese 100% Sicherheit muss man aber dem Datenschutzgesetz nach seinen Webseitenbesuchern einräumen (Einverständnis der Webseitenbesucher, vertragliche Regelung über die Nutzung der Daten mit dem Dienstleister, in diesem Fall Google). Eine schwierige Sache.

Zumindest aber für private Webseitenbetreiber und Webseiten kleiner Firmen gibt es eine nützliche, und meiner Ansicht nach brauchbare Alternative: das Open Source-Projekt Piwik. Diese kleine php-Anwendung sammelt ähnlich allen anderen Analysetools Daten über die Nutzung der eigenen Webseite, speichert diese aber lokal in einer eigenen MySQL-Datenbank. Kaum ein Billig-Provider, der diese Datenbanken nicht im Paket zum Webspace mit anbietet. Das Beste aber, es gehen keine Daten nach außen, also an Dritte. Es lassen sich zudem alle gängigen Parameter wie Visits, Visitors, Pageviews, Referer, etc. messen. Mehr wollen die Betreiber kleiner Webseiten ja auch nicht wissen. Und man ist mit dem Tool auf der sicheren Seite. Da Piwik ein Open Source Projekt ist, kann auch jeder, dem das ein oder andere Feature fehlt, dieses per php-Code der Software beisteuern (Ich fürchte allerdings, es sind schon eher fortgeschrittene php-Kenntnisse dafür notwendig).

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Webanalytics Wednesday in München

So richtig viele Leser habe ich auf meinem Blog ja nicht, aber vielleicht stolpert der ein oder andere ja doch über die Mitteilung: Einige Webanalytics-Interessierte planen für kommenden Februar (2010) in München einen Webanalytics Wednesday. Das sind eher lockere und informelle Treffen für alle Leute, die sich mit Webanalyse beschäftigen oder sich auch nur dafür interessieren.

Zur Zeit läuft auf meinem Xing-Profil über Doodle eine kleine Umfrage zur Terminfindung. Sobald der Termin feststeht kümmere ich mich um den Raum. Ich versuche, einen möglichst zentralen Veranstaltungsort in München zu finden. Vorschläge und Ideen sind natürlich immer willkommen. Die Teilnahme ist übrigens kostenlos und verpflichtet zu nichts.

Mein Profil bei Xing: https://www.xing.com/profile/Thomas_Schmidt103

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Dritte Veranstaltung des Social Media Clubs München

Gestern (Dienstag, den 17. November 2009) fand die dritte Veranstaltung des Social Media Clubs München statt. Gastgeber war der Bayerische Rundfunk, das Thema war Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in und mit Sozialen Medien. Als Referentin berichtete Carmen Hillebrand über die Aktivitäten der Firma Vodafone. Vodafone nutzt die Neuen Medien auf unterschiedliche Weise. So dienen der eigene Blog (unter http://blog.vodafone.de/) als auch Twitter (http://www.twitter.com/vodafone_de) der Unternehmenskommunikation, während die großen Netzwerke wie Facebook, StudiVZ und MySpace mehr dem Marketing der Firma dienen.

Carmen Hillebrand - die kurzfristig für einen Kollegen einsprang - gab unumwunden zu, dass in der Vergangenheit nicht jede Kampagne optimal verlief. Bekannt wurde die Kampagne “Es ist Deine Zeit” unter anderem durch den Streit um die Blogggerin Schnutinger, die sich nach dem Vorwurf der Käuflichkeit wegen zum Teil sehr persönlicher Anfeindungen gegen ihre Person nicht nur aus der Werbekampagne, sondern gleich ganz aus dem Internet zurückzog.

Egal, wie man nun zu einem solchen Engagement der Firma Vodafone in den “Sozialen Medien” steht, diese Firma bringt zumindest den Mut auf, mit den neune Kommunikationskanälen zu experimentieren. Da es kaum Erfahrungswerte gibt, bleibt es natürlich nicht aus, das Fehler gemacht werden. Aber wo sollen die Erfahrungswerte sonst auch herkommen.

Das Interesse im Publikum war jedenfalls sehr groß, denn die anschließende Diskussion dauerte länger als der eigentliche Vortrag.

Was mich bei der Veranstaltungsreihe des Social Media Club München beeindruckt, ist nicht nur das große Interesse an den einzelnen Veranstaltungen, sondern auch das Engagement der Organisatoren, die aus ihrem Interesse an den “Neuen Medien” heraus einiges an Zeit in die Vorbereitung der einzelnen Veranstaltungen investieren dürften. Der SMC München ist meines Wissens ein (noch) recht lockerer Verbund an “Social Media”-Enthusiasten ohne großen organisatorischen Überbau. Mal sehen, wie lange das durchgehalten werden kann.

Wer sich informieren möchte, in Xing gibt es eine eigene Gruppe (https://www.xing.com/net/smcm/) dazu, über die man sich weiter informieren kann.

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Was bewegt: die Zukunft der Videowerbung

Referenten und Beschreibung des Inhalts zu finden unter:
http://www.medientage.de/kongress/programm/programmdetail.html?panel=307

Oder es bewegt sich doch nichts. Bleibenden Eindruck hat mal wieder die Präsentation von Videoclips hinterlassen, die einfach nicht laufen wollten. Keine Präsentation zu diesem Thema, in der nicht fieberhaft ein Techniker gesucht wird, der dann hektisch versucht, die kleinen Filmchen zum Laufen zu bringen.

Auch sonst hatte die Präsentation nicht viel zu bieten. Das sich der virale Effekt lustiger Filmchen irgendwann abnutzt und die Produzenten gezwungen sind, jedes Mal noch einen draufzusetzen um den gleichen Effekt zu erzielen ist genauso eine Binsenweisheit wie die Tatsache, das die Nachahmung eines einmal erfolgreichen Konzepts nicht funktionieren kann. Ansonsten beschränkten sich die Tipps der Expertenrunden darauf, immer schön authentisch zu bleiben und relevante Inhalte zu liefern. Die Rahmenbedingungen für Bullshit-Bingo waren also ideal.

Als einigermaßen nützliche Information habe ich für mich mitgenommen, dass für eine erfolgreiche Kampagne auf Basis solcher Clips das Seeding ein wichtige Rolle spielt, also das Setzen von Keimen in eine fruchtbare Umgebung. Das können z.B. bekannt Blogger sein, die in eine solche Kampagne einbezogen werden. Taugt allerdings der Clip nichts, wird auch das Seeding nichts nützen. Ob sich Erfolg einstellt oder nicht, lässt sich kaum steuern noch vorhersagen. Gezeigt (wenn sie denn liefen) wurden natürlich nur erfolgreiche Beispiele einiger der Firmen. Ein Erfolgsfaktor für Kampagnen ist jedenfalls ein medienübergreifendes Konzept und keine isolierte Einzelaktion. Das ist aber leichter gesagt als getan denn ich rede mir auch in meiner Firma den Mund fusselig.

Neben der Lobhudelei wurden dann doch noch einige negative Begleiterscheinungen der Werbung mit den kleinen Videofilmchen diskutiert. So z.B. die fehlenden Interaktivität innerhalb der Filme sowie die Ausblendung jeglicher Werbung, schaut man sich die Clips im Vollbildmodus an. Verschieden Lösungen wie Pre-, Mid- oder PostrollAds wurden angesprochen, also das Einblenden von Werbebotschaften vor, im oder nach dem Clip.

Jedenfalls hatte ich mich geärgert, dass ich mich nicht für die Veranstaltung Semantisches Web, Cloud Computing. IPv6 des Panels Internet entschieden hatte. Von den Bewegtbildern hatte ich mir eindeutig mehr erwartet. Als begeisterter Konsument von Videopodcasts konnte ich thematisch keine Verbindung herstellen zwischen dem aktuellen Trend und dieser Diskussion. Einzig vielleicht die Tatsache, dass User Generated Content gegenüber professionellen Produktionen angeblich an Boden verliert. Der frühe Erfolg der Amateurfilmchen wurde darauf zurückgeführt, dass einfach keine professionellen Alternativen zur Verfügung standen, eine Argumentation, die ich nachvollziehen kann. Die Zeit der Wackelbilder scheint vorbei. Damit steigen natürlich auch die Anforderungen an Amateur-Produktionen, bedeutet meiner Ansicht nach aber nicht, dass diese nun wieder verschwinden werden.

Als einzigster Referent machte Jean Pierre Fumagalli (CEO der Firma smartclip) einen guten Eindruck auf mich. Statt permanent die große Zukunft des Bewegtbildes zu beschwören scheint er tatsächlich eine realistische Einschätzung des Marktes zu haben und sieht auch die Probleme, die in nächster Zukunft zu lösen sind, soll diese Werbeform eine Zukunft haben.

Als Fazit bleibt, Bewegtbild ist das Topthema für 2010. Aber war es das nicht schon 2009, 2008, …?

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Zum Showdown zwischen den kassischen Medien und dem Internet: der Onlinegipfel

Referenten und Beschreibung des Inhalts zu finden unter:
http://www.medientage.de/kongress/programm/programmdetail.html?panel=103

Kurz gesagt ging es im Onlinegipfel um den Einfluss des Internets auf die Mediennutzung der Deutschen und damit auf die klassischen Medien. Wie ich ja bereits im einführenden Post geschrieben hatte, war dies für mich der Grundtenor der gesamten Veranstaltung.

Aber von Anfang an: Die Keynote (also die Einführungsrede) hielt der Londoner Suranga Chandratillake, Gründer und CEO der Videosuchmaschine blinkx. Ich weiß nicht woran es liegt, aber die Referenten aus dem angloamerikanischen Raum sind einfach begnadete Redner. Kurzweilig und sehr bildhaft versuchte er die aktuelle Situation der klassischen Medien herzuleiten. Er ging zurück in die 40er und 50er Jahre des letzten Jahrhunderts, als das Radio die Medienwelt umkrempelte. Auch damals taten sich vor allem die Zeitungsverleger sehr schwer mit dem neuen Medium, dass mit ihnen um das Publikum konkurrierte. Er sprach vom Radio als der Zeitung, die durch die Mauern kommt (the newspaper through the wall). Jedenfalls sieht Chandratillake Parallelen zu unserer jetzigen Zeit und der Konkurrenz, die das Internet plötzlich den klassischen Medien macht (diesmal auch dem Radio). Der Umgang mit diesem neuen Medium muss schlichtweg erst gelernt werden.

Die Diskussion konzentrierte sich im weiteren Verlauf auf Zeitungsverlage (Tagespresse), die unter dem Verlust von Werbeeinnahmen besonders betroffen zu sein scheint. Jedenfalls haben die Zeitungsverlage durch die für den Nutzer kostenfreie Weitergabe ihrer Inhalte irre Reichweiten erzeugt. Diese Reichweite wird ihnen nun aber nicht in Form von adäquater Werbeeinahmen vergütet. An dem Modell scheint also grundsätzlich etwas nicht zu funktionieren. Diese Kostenlos-Kultur habe ich eh nie ganz verstanden. Noch weniger verstehe ich, den Internet-Nutzern ihr Nutzerverhalten nun auch noch vorzuwerfen. Wenn ich irgendwo etwas umsonst bekomme sage ich nicht nein. Meines Erachtens haben sich die Verlage ihre missliche Lage selbst zuzuschreiben.

Als Abonnent der Süddeutschen Zeitung (betrifft eigentlich jede Zeitung oder Zeitschrift, aber die Süddeutsche Zeitung war durch ihren Chefredakteur vertreten) kann ich nicht verstehen, warum ich Nachrichten nur in Form bedruckten Papiers erhalten kann und nicht z.B. auch in Form einer digitalen Version für meinen eReader (ohne gleich noch einen Vertrag mit irgendeinen Netzanbieter schließen zu müssen) oder durch Zugang zu einem geschlossenen Bereich eines Internetportals. Der Vertrag, den ich mit dem Abonnement eingehe, gleicht eher einem Liefervertrag für ein Bündel Papier, statt einem Anspruch auf qualitativ hochwertige Artikel. Die gibt’s derzeit kostenlos im Internet.

Selbst die neuen eReader werden vom Verlagswesen anscheinend als Bedrohung wahrgenommen. Klar ist es ein Problem, wenn sich ein Onlinehändler zwischen Contentproduzent (Zeitung) und Contentnutzer (Leser) schiebt und für die Verbreitung der Inhalte kassiert und die Produzenten außen vor lässt. Diese Entwicklung zeichnet sich ja derzeit mit Amazons eReader Kindle ab, der nur Inhalte über eine von Amazon vorgegebene Plattform erhalten kann. Andererseits ist aber so gut wie keine ernsthafte Initiative zu erkennen, mit der z.B. deutsche (oder auch europäische) Verleger eine Plattform schaffen, über die sie ihre Inhalte auch digital für eReader verbreiten könnten. Europäische Produkte gibt es dagegen mit dem iLiad schon länger bzw. stehen mit dem textr in den Startlöchern.

Genauso wenig nachvollziehbar ist für mich Angst vor den angeblich mächtigen Suchmaschinen. Sie schaffen derzeit erst den Zugang zu den Inhalten für die breite Masse der Nutzer. Allerdings bröckelt auch diese Vormachtsstellung der Suchmaschinen, denn die Informationssuche der Nutzer findet zunehmend über die sozialen Netzwerke (social communities) statt.

In der Diskussion hatte mir ehrlicherweise nur Axel Schmiegelow gefallen. Während alle anderen Diskussionsteilnehmer überspitzt dargestellt Zwangsabgaben ähnlich dem öffentlich-rechtlich Gebührenmodell, ein Leistungsschutzrecht oder schlichtweg Verbote der Nutzung ihrer Inhalte forderten, rief er die Anwesenden zu mehr Ideen und Innovation auf. Firmen wie Google oder Amazon wegen ihrer smarten und erfolgreichen Geschäftsmodelle zu verurteilen und zu verteufeln kann nicht die Lösung der aktuellen Krise bringen. Außerdem nannte er aus der Verlagsbranche zwei erfolgreiche, und sehr traditionsreiche Beispiele, die den Übergang ins Internetzeitalter geschafft haben: das Wall Street Journal und der Economist.

Die nächsten Jahre bleiben spannend, auch für uns als Medien- und Internetnutzer. Jedenfalls war in den Veranstaltungen, die ich besuchte, von MUT nicht viel zu spüren. MUT stand für Medien und Transformation und war der Untertitel der diesjährigen Medientage München.

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Immer noch die alte Frage: wie verdient man mit Social Communities Geld?

Referenten und Beschreibung des Inhalts:
http://www.medientage.de/kongress/programm/programmdetail.html?panel=406

Seit Jahren werden Geschäftsmodelle diskutiert, wie man mit Social Communities Geld verdienen kann. So ganz klar scheint das in Deutschland noch nicht zu sein. Neben der offensichtlichen Einnahmequelle Werbung zeichnen sich Möglichkeiten sowohl für E-Commerce als auch im Handel mit virtuellen Gütern ab. Vor allem letzteres spielt vor allem im asiatischen Raum eine große Rolle. Eine Sonderrolle nimmt in Deutschland das Business-Netzwerk Xing ein. Xing hat es entgegen dem Trend geschafft, mit einem Abo-Modell schwarze Zahlen zu schreiben (und das fast von Anfang an!). Ein wetierer Erfolgsfaktor von Xing liegt wohl auch in der hervorragenden Verbindung der On- zur Offline-Welt. Ein Aspekt, den andere Netzwerke immer noch vernachlässigen.

Vor allem bei den virtuellen Gütern hinken die deutschen Communities den internationalen Mitbewerbern hinter her. Neben digitalen Schwertern des Spiels World of Warcraft oder die neueste Mode in Second Life zählen zu den virtuellen Gütern übrigens auch Services und Anwendungen (neudeutsch Apps), welche in oder über die sozialen Netze eingekauft werden können. Einige der Referenten vertraten in der Diskussion deutsche Netzwerke wie StudiVZ oder Wer kennt wen?. Sie gaben unumwunden zu, die Entwicklung offener Schnittstellen zu ihren Netzen vernachlässigt zu haben und verloren so Boden (sprich Marktanteile) gegenüber den ausländischen Mitbewerbern – allen voran Facebook.

Kurze Erwähnung fand übrigens auch Second Life. Aktuell in den Medien kaum zu finden wächst die 3D-Community langsam aber sicher weiter. Es nehmen nicht nur die Nutzerzahlen zu , sondern vor allem der Umsatz der Linden. Totgesagte leben länger!

Äußerst bemerkenswert finde ich übrigens die Rolle, die Communities für ihre Nutzer zur Informationssuche spielen. Im Rahmen der Diskussion wurde die Zahl von 40% Anteil an der Informationsbeschaffung im Netz genannt, den Social Networks bereits heute haben. Und dieser Anteil wird wachsen, ganz klar zu Lasten der Suchmaschinen. Hier wird dürfte es in den nächsten Jahren ein Wechsel vom Suchmaschinenmarketing (inklusive des großen Marktes der Suchmaschinenoptimierer) hin zum Aufmerksamkeits- und Empfehlungsmarketing geben. Wie immer dieses aussehen mag, vielleicht eine Art Affiliatemarketing im kleinen Kreis? Nichts ist mehr wert als eine Empfehlung aus dem Bekanntenkreis. Ich in gespannt, welche Konzepte sich in den einzelnen Communities entwickeln bzw. sich durchsetzen werden. So nutzen einige Firmen bereits Fanseiten auf Facebook oder Myspace, um Subcommunities um ihre Produkte herum aufzubauen. Als Beispiele wurden Brands4Friends oder Haribo genannt. Das Einrichten solcher Firmen-Fanseiten lassen sich die Community-Betreiber natürlich bezahlen und haben so tatsächlich eine neue Einnahmequelle entdeckt.

Ich bin da ja etwas altbacken und glaube, dass gute Produkte oder gute Dienstleistungen die größten Vorteile in sozialen Netzen haben werden. Ganz im Sinne des Cluetrain Manifesto und damit auch im Sinne des Kunden.

Ein weiteres Problem für Communities dürfte die schwache Bindung der Mitglieder zu ihrer Community sein. Viele von uns haben ihr Profil bereits bei mehreren Netzwerken hinterlegt und wechseln zwischen diesen Welten. Bestes Beispiel sind die Business-Netzwerke Xing und LinkedIn. Nicht wenige meiner Bekannten pflegen auf Xing ihr deutsches und auf LinkedIn ihr englisches Profil. Damit werden die Plattformen beliebig austauschbar und sind der Gunst ihrer Mitglieder ausgeliefert. (Warum gibt es eigentlich nicht die Möglichkeit, sein Profil gliech in mehreren Sprachen zu pflegen?)

Ein Aspekt, der in der Diskussion zu Tage kam und mir bisher so nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass mit dem Erfolg meist nordamerikanischer Unternehmen im Markt der Suchmaschinen und Communities ein nicht unbeträchtlicher Teil der Werbeausgaben (auch Spendings genannt, die Werbeleute sind was die Verwurstelung der Sprache angeht nicht weniger grausam als IT-ler) ins Ausland abfließt, statt wie bisher der einheimischen Werbewirtschaft zu Gute kommt. Daher auch der Aufruf einiger Diskussionsteilnehmer an Verleger und Investoren, weiterhin im Markt der einheimischen Communities aktiv zu bleiben und damit einem weiteren Abwandern von Kapital ins Ausland entgegenzuwirken. Bekanntere Beispiele sind unter anderem StudiVZ, SchülerVZ, Lokalisten oder Wer-kennt-wen.

Was ich nicht ganz nachvollziehen konnte, war die Aussage, dass die Communities in direkter Konkurrenz zu den klassischen Medien und dem professionellen Journalismus stehen sollen. Ich sehe eher das Gegenteil, denn Communities ergänzen meiner Ansicht nach die klassischen Medien hervorragend. Aber da überwiegen wohl noch die Berührungsängste. Mehr zu dem Thema in meiner Zusammenfassung zum Onlinegipfel.

Übrigens hatte ich hier vor fast zwei Jahren schon einmal einen Beitrag zu dem Thema gepostet: Wie verdient man mit einer Social Community Geld?

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